Richtig fördern
 
Was macht Kinder schlau?

Was bedeutet "Intelligenz" bei Kinder eigentlich? Dass sie gute Noten schreiben? Nicht unbedingt - und nicht nur. Eltern sollten alle Anlagen und Interessen ihres Kindes bewusst wahrnehmen. Und ihm viele Spiel- und Lernmöglichkeiten anbieten. Welche, das erfährst Du hier.

Was Eltern über schlaue Kinder wissen sollten

Richtig fördern: Was macht Kinder schlau?

Woran denkst Du, wenn Du das Wort "intelligent" hören? An einen zerstreuten Professor, der Atome spaltet? Oder an eine ehemalige Mitschülerin, die immer nur Einsen schrieb? Vielleicht aber auch an Deine Fünfjährige, die gerade selbstvergessen ein Lied für zwei Kochtöpfe und vier Gabeln komponiert?

Was wir oft vergessen: Nicht nur eine Eins in Latein oder ein Nobelpreis in Medizin ist ein Zeichen dafür, dass es sich um einen schlauen Menschen handelt. Dem Intelligenzforscher Howard Gardener zufolge umfasst Intelligenz nicht nur den IQ. Vielmehr handelt es sich um ein ganzes Bündel von Fähigkeiten und Begabungen, die in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns angesiedelt sind.

Insgesamt nennt Gardener sieben Intelligenztypen:

Auch eine intelligente Frage: Wie bekommt ein Küken im Ei eigentlich Luft?
  • visuell-räumlich
  • sprachlich lmusisch
  • logisch-mathematisch
  • kinästhetisch (Gefühle und Gedanken können besonders gut über Bewegung ausgedrückt werden)
  • interpersonal (beziehungsintelligent)
  • intrapersonal (tiefes Verständnis für die eigene Persönlichkeit).

Die meisten Kinder besitzen drei, vier oder mehr Intelligenzen in unterschiedlicher Ausprägung - die sich ein Leben lang weiterentwickeln, vorausgesetzt, sie werden entsprechend trainiert. Entscheidend ist, Intelligenz nicht an guten Noten festzumachen, sondern alle Anlagen und Interessen seines Kindes wahrzunehmen und ihm möglichst viele unterschiedliche Spiel- und Lernmöglichkeiten anzubieten.

Denn die Intelligenz eines Kindes zeigt sich auch darin, dass es eine Geschichte immer wieder hören will. Dass es sich Gedanken macht, wie ein Küken im Ei Luft bekommt. Daran, dass es geheimnisvolle Botschaften an eine beschlagene Fensterscheibe malt oder einen Zaubertrank aus Zahnpasta, Zucker und Salatöl mixt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Lern- und der Hirnforschung

Richtig fördern: Was macht Kinder schlau?

Damit Du Dein Kind bei seinen Exkursionen durch die Welt des Wissens begleiten, unterstützen und fördern kannst, haben wir für Dich die wichtigsten Ergebnisse der Lern- und der Hirnforschung zusammengefasst:

Plus: Mit unserem Test findest Du heraus, ob Du Dein Kind ausreichend förderst.

Nicht Intelligenz, sondern Wissen ist der Schlüssel zum Können.

Kinder müssen forschen, suchen und experimentieren können

Intelligente Kinder lernen zwar leichter, doch wenn sie die Gelegenheit zum Lernen nicht wahrnehmen, verschenken sie diesen Vorsprung. Den größten Einfluss auf Lernfortschritte hat das verfügbare Wissen, weitgehend unabhängig vom IQ, sagt die Lernforscherin Elsbeth Stern. Defizite in der Intelligenz können durch Lernen und Vorwissen wettgemacht werden, umgekehrt gilt das nicht.

Fragen zu stellen, ist die wichtigste und beste Methode, sich Wissen anzueignen, sagen Lernforscher. Erwachsene müssen nur darauf achten, dass Kinder genügend Gelegenheiten zum Forschen, Suchen und Experimentieren haben - und einen liebevollen Mentor, der Anstrengungen zu würdigen weiß, manchmal sanft Korrekturen anbringt, Fragen beantwortet und sich für ihre Unternehmungen begeistert.

Kinder lernen mit anspruchsvollen Inhalten

Das Gehirn kann nicht mit beliebigen geistigen Aktivitäten trainiert werden. Wer Texte lesen und verstehen will, muss Anspruchsvolles lesen und interpretieren. Wer physikalische Gesetze begreifen will, muss sich über eine Beobachtung hinaus - Holz schwimmt, Eisen nicht - mit physikalischen Phänomen wie Dichte und Auftrieb befassen. Der Hirnwissenschaftler Henning Scheich empfiehlt, Beobachtungen und Experimente regelmäßig mit Sachwissen zu unterfüttern.

Übung macht den Meister

Gelerntes muss auswendig gelernt, wiederholt und vertieft werden, damit der Transfer vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis klappt. Nur so werden wieder Ressourcen frei für andere geistige Aktivitäten. Voraussetzung ist jedoch, dass man den Stoff versteht. Aber: Stures Pauken bringt nichts - Auswendiglernen hingegen schon. Die meisten Kinder tun das ganz von allein, indem sie Sprüche, Gedichte, Slogans und Lieder vortragen.

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