Medienerziehung
 
Mit kleinen Schritten ins weltweite Netz

Für Kinder im Internet gilt ganz ähnlich wie im Straßenverkehr: Sie brauchen besondere Schutzräume, altersgerechte Lernschritte und Eltern, die diese Schritte liebevoll begleiten. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Tipps für den kindgerechten Umgang mit dem Internet:

Mädchen mit Tablet
Thinkstock - Mücahiddin Şentürk

Mal eben eine Mail schreiben, ein Online-Spiel spielen, mit Freunden chatten oder ein unbekanntes Wort googeln: In den meisten Haushalten mit Kindern gehört das heute zum Alltag. Kein Wunder, dass auch Vor- und Grundschulkinder mitmachen wollen! Die meisten Eltern sehen das mit gemischten Gefühlen, denn die Gefahr, auf Gewalt, Pornografie und andere Gefahren zu stoßen, ist groß. Was tun? Um beim Vergleich mit der Verkehrserziehung zu bleiben: Es braucht ja nicht gleich die Datenautobahn zu sein. Richten Sie Ihrem Kind doch einfach eine verkehrsberuhigte Spielstraße ein:

  • Erstellen Sie für jeden Benutzer in der Familie ein passwortgeschütztes Benutzerkonto, so dass niemand ohne Passwort ins Netz kann. Behalten Sie die Administratorrechte und hüten Sie ihr Passwort gut, damit Ihr Kind die Einstellungen nicht ändern kann. (Ihr Kind würde so etwas nie tun? Denken Sie daran, dass vielleicht eines Tages ein Freund zu Besuch kommt, der es versucht.)
  • Lassen Sie Ihr Kind das Passwort und das Symbol für sein Benutzerkonto selbst wählen und suchen Sie gemeinsam eine Startseite aus, zum Beispiel eine Kindersuchmaschine wie www.blindekuh.de. So hat Ihr Kind gleich auf den ersten Blick viele gute Anregungen.
  • Stellen Sie den Account so ein, dass Ihr Kind nur von Ihnen ausgesuchte Websites aufrufen kann. So hat es seine eigene Daten-Spielstraße - sicher und überschaubar.

Aber genauso, wie Kinder irgendwann lernen müssen, auch unbekannte Wege sicher zu gehen, so sollen sie auch üben, mit Gefahren im Internet umzugehen. Der beste Zeitpunkt ist da, wenn dem Kind die festgelegte Linkliste nicht mehr reicht oder wenn es von der Schule aus auch frei im Netz recherchieren soll.
Spätestens jetzt sollten Sie einen Webfilter installieren, der den Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten im Netz blockiert. Gute Filter gibt es zum Teil sogar kostenlos: Die Filtersoftware der Kinder-Suchmaschine „Frag Finn“ zum Beispiel kann einfach hier heruntergeladen werden.
Allerdings: Einen hundertprozentigen Schutz bietet auch der beste Filter nicht. Bis gegen Ende der Grundschule sollten Kinder deshalb nicht ohne Begleitung im Netz surfen. Ganz wichtig: Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es mit jedem auch noch so schockierenden Inhalt aus dem Netz zu Ihnen kommen kann. Selbst, wenn es Verbote umgangen hat, um daranzukommen. Denn solch ein vertrauensvolles Verhältnis ist die beste Versicherung für Ihr Kind, auch auf der Datenautobahn nicht unter die Räder zu kommen.

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