Internet
So lernen Kinder sicher suchen

Informationssuche im Netz gehört heute zum Schulalltag, auch schon in der Grundschule. Aber selbst Erwachsene schaffen es nicht immer, seriöse Websites auf den ersten Blick zu erkennen. Diese Checkliste hilft Eltern und Kindern, ein Gespür dafür zu entwickeln

Inhalt: 
1. Wie seriös wirkt die äußere Aufmachung?2. Gibt es Anzeichen für Unsachlichkeit?3. Will der Betreiber etwas verkaufen?4. Wie aktuell ist die Website?5. Sind die Informationen mit Quellen belegt?6. Gibt es ein Impressum und/oder eine Rubrik "Kontakt"?

Internet-Recherche: Genau hingucken!

Internet: So lernen Kinder sicher suchen
"Aus dem Internet", heißt es oft, wenn man Kinder und Jugendliche fragt, woher sie bestimmte Informationen haben. Das klingt, als sei das Netz ein einziges großes Lexikon. Umso wichtiger ist es, dass schon Kinder lernen, nicht auf Geschäftemacherei oder Propaganda hereinzufallen. Jedem Kind sollte klar sein: Websites schreiben sich nicht von selbst, sie zu bauen und ins Netz zu stellen ist mit Mühe und Kosten verbunden. Überlegen Sie deshalb vor der Suche gemeinsam: Wer könnte Interesse haben, im Netz über das gesuchte Thema zu schreiben? Wissenschaftler, die ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen wollen? Firmen, die etwas verkaufen wollen? Politische oder religiöse Gruppen, die ihre Sichtweise verbreiten wollen? Gemeinnützige Organisationen, die aufklären wollen? So lassen sich die späteren Suchergebnisse leichter einordnen.

1. Wie seriös wirkt die äußere Aufmachung?

Rechtschreibfehler auf der Startseite, ein reißerisches Design, unzählige Pop-up-Fenster, die sich kaum mehr schließen lassen: Das alles lässt kaum sachlich richtige Informationen erwarten. Vorsicht ist auch geboten, wenn die Seite sehr privat aussieht und eher ein Bauchladen für die unterschiedlichen Hobbys des Betreibers zu sein scheint.

2. Gibt es Anzeichen für Unsachlichkeit?

Viele Ausrufungszeichen, Übertreibungen, Hetze, Wiederholungen, Einseitigkeit, Weglassen von Informationen: Das alles spricht dafür, dass der Betreiber sich nicht sachlich mit dem Thema auseinandersetzt, sondern um jeden Preis seine Meinung verbreiten will.

3. Will der Betreiber etwas verkaufen?

Wenn ja, sollte man die Informationen nicht einfach übernehmen. Es liegt der Verdacht nahe, dass er nicht objektiv über dieses Gegenstand berichtet, sondern die positiven Seiten herausstellt, um den Verkauf anzukurbeln.

4. Wie aktuell ist die Website?

Gibt es einen Hinweis, wann die Site das letzte Mal aktualisiert wurde? Falls nicht, wie alt sind die Informationen, Studien, die zitiert werden? Funktionieren die Links noch?

5. Sind die Informationen mit Quellen belegt?

Auch wenn ein Text noch so wissenschaftlich klingt, sollten die Aussagen belegt sein, und zwar so, dass man nachrecherchieren kann. Und das sollte man zumindest auch stichprobenartig tun.

6. Gibt es ein Impressum und/oder eine Rubrik "Kontakt"?

Eine Website ohne Impressum ist heute eigentlich gar nicht mehr möglich. Aber auch eine Kontaktmöglichkeit sollte angegeben sein, und zwar eine aussagekräftige: Ein unbekannter Firmenname mit Postfach-Adresse sagt gar nichts! Ob nun privater Name oder Firma: Was kommt dabei heraus, wenn man ihn in die Suchmaschine eingibt?

Von: Christine Brasch
ELTERN Abo