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Studie: Jungen sind Verlierer des Bildungssystem

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Schule: Studie: Jungen sind Verlierer des Bildungssystem

Männliche Erzieher in allen Bundesländern Mangelware

Frauen dominieren die Bildung in Kindergärten und Grundschule - so sehr, dass die Autoren der Studie sogar von einer "Feminisierung" des Bildungssystems sprechen. Der Studie zufolge gibt es kein Bundesland, bei dem der Anteil männlicher Erzieher in den Kindertagesstätten bei mehr als zehn Prozent liegt. Den größten Anteil an männlichen Grundschullehrern haben die Bundesländer Hessen, Saarland, Hamburg und Baden-Württemberg. Auf den hintersten Plätzen liegen in diesem Ranking Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die männliche Identität wird unterdrückt?

"Die teilweise eklatanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in der Bildungsbeteiligung und in den Leistungen sind keineswegs angeboren. Vielmehr entwickeln sie sich im Laufe der Kindheit durch soziale Prägungen und werden vom Bildungssystem zulasten der Jungen verstärkt", sagte der Aktionsratsvorsitzende Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin, am Donnerstag in München.

Jungen haben laut Lenzen oftmals gar nicht die Chance eine ausgereifte Geschlechtsidentität zu bilden, da sie im Kindergarten und in der Grundschule meist mit Erzieherinnen und Lehrerinnen konfrontiert seien.

"Wir können es uns nicht leisten"

"Von allen Schulabgängern ohne Abschluss sind 62 Prozent Jungen", beklagte Lenzen. Der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Randolf Rodenstock, warnte: "Wir können es uns nicht leisten, jährlich rund 44.000 junge Männer auf dem Bildungsweg zu verlieren." Langfristig steuere Deutschland auf einen Arbeitskräftemangel zu, der durch die aktuelle wirtschaftliche Lage nur verzögert werde.

Was kann geändert werden?

Der Aktionsrat Bildung fordert daher

  • dass das pädagogische Personal in seiner geschlechterspezifischen Kompetenz geschult wird.
  • dass das frühpädagogische Personal besser entlohnt wird.
  • dass auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen pädagogisch und didaktisch eingegangen wird - zum Beispiel auf die höheren Bewegungsbedürfnisse von Jungen im Unterricht.

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Autor

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von anmys am 20. Mai 2009, 00:09 Uhr

    Das Problem liegt nicht bei den Jungen in der Kita oder Grundschule,es liegt eher in der Gesellschaft.Die Normen haben sich gewandelt,wenn Jungs sich in der Kita oder Schule Raufen spricht man gleich von einem Gewaltpotenzial,dieses wird dann in die Zukunft des Kindes interpretiert.Ich frage mich sowiso:Wann darf ein Kind überhaupt noch Kind sein,ohne das ihm irgendwas angelastet wird?Mit wem oder was soll sich ein Kind identifizieren,wenn nur nach Leistung gefragt wird,und Individualität untergraben wird?


  • von s.t-h am 5. April 2009, 14:19 Uhr

    Ich glaube nicht, dass das Problem alleine bei den fehlenden männlichen Lehrkräften bzw.Erziehern liegt.
    Zu allen Zeiten waren Jungen in den ersten Lebensjahren der Fürsorge der Frauen anvertraut.
    Ich finde vielmehr, dass Jungen zunehmend Räume und Möglichkeiten fehlen,sich auszuprobieren und auch mal Mist machen zu dürfen.
    Als Ergebnis findet man dann lange Zeiten vor dem PC, die als Ersatz herhalten müssen.
    Im Übrigen verabschieden sich ja auch immer mehr Männer in den Familien aus ihrer Vaterrolle. Die allererste Identifikationsfigur Vater ist oft abwesend und das kann Schule/Kiga auch nicht ersetzen.


    (2 Kommentare)

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