Schulserie: Erfolgreich lernen

Was motiviert mein Kind?

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"Motivierte Schüler haben Lernziele" - ein Interview mit Dr. Fritz Jansen

IntraActPlus - Ein Konzept für bessere Noten
Diese Serie basiert auf dem sogenannten IntraActPlus-Konzept. Der Diplompsychologe und Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie Dr. Fritz Jansen und die approbierte Psychologische Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Uta Streit haben es in 20 Jahren gemeinsamer Arbeit entwickelt. In Hamburg unterrichten bereits viele Grundschulen danach. Sachsen schult gerade seine Schulleiter dazu. Mehr Details und Hintergründe zu IntraActPlus stehen in dem Buch "Positiv lernen", Springer, 27,95 Euro

Warum sind Ziele für Kinder beim Lernen so wichtig?
Ganz einfach: Ohne etwas können zu wollen, wird es nichts mit dem Lernen. Man scheitert an den Unannehmlichkeiten, die das Lernen mit sich bringt. Warum auch sollte man sich überwinden? Solange Kindern zum Beispiel das Lesenlernen nicht wichtig ist, dürfen Eltern und Lehrer nicht erwarten, dass sie zu interessierten Lesern werden.

Und von diesen Schülern heißt es dann bei Eltern und Lehrern: Sie könnten, wenn sie nur wollten?
Genau. Nur: Sie wissen gar nicht, warum sie wollen sollten. Mütter und Väter müssen weg von der Überzeugung, dass Kinder möglichst früh selbst entscheiden, worauf sie ihr Interesse lenken wollen. Richtig ist der Gedanke: Wir überlassen es nicht dem Zufall, ob unser Kind Lesen lernen möchte. Wir setzen alles daran, dass ihm dieses Ziel wirklich wichtig wird.

Wie klappt das genau?
Neue Ziele werden immer über bereits vorhandene Ziele gelernt. Bei vielen Schulanfängern sorgt zum Beispiel der Wunsch nach Nähe, Wärme und Anerkennung dafür, dass sie anfangs ihre Hausaufgaben vor allem für die Eltern und die Lehrerin erledigen. Sie geben ihr Bestes, um die Beziehung zu ihnen zu erhalten oder zu verbessern. Bekommen sie dafür so viel Anerkennung, dass sie richtig stolz auf sich werden, machen sie weiter.

Heißt das, dass Eltern ihr Kind für die Erledigung der Hausaufgaben bis Klasse 12 loben müssen?
Jein, denn Lob braucht jeder Mensch sein Leben lang. Was aber den Zielaufbau betrifft: Je mehr ein Kind das Lernen durch Lob mit positiven Gefühlen verknüpfen kann, desto eher macht es das Ziel "Ich strenge mich beim Lernen an" zu seinem eigenen. Das ist biologisch so angelegt.

Das Ziel der Eltern wird dann tatsächlich zum Ziel des Kindes?
Ja. Dabei werden riesige Neuronenmengen in Gehirn neu strukturiert. Was wiederum erklärt, warum sich ein grundsätzlich motiviertes Kind nicht bei jeder Hausaufgabe erneut vornehmen muss: "Heute mache ich sie richtig gut." Es tut es automatisch, weil es in seinem Gehirn so angelegt ist

Und woher wissen Eltern, ab wann das der Fall ist?
Wenn sich das Kind aus eigener Kraft zum Lernen aktivieren und Freude daraus ziehen kann oder wenn es den Stoff aus dem Effeff beherrscht. Erst dann dürfen sich die Eltern langsam zurückziehen und darauf vertrauen, dass sich die Tochter oder der Sohn nun weitgehend selbst organisieren kann. Wie früh oder spät das passiert, hängt allerdings ganz vom Kind ab: Es ist wie bei vielen anderen Fertigkeiten - jeder Mensch hat sein eigenes Tempo.

von Anke Leitzgen

Fachliche Beratung: Dr. Fritz Jansen, Uta Streit


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  • von Matthias Meyer am 6. März 2014, 15:01 Uhr

    Vor einem Jahr standen wir genau vor diesem Problem! Wir haben einen neuen Weg gesucht und gefunden. Daraus ist der Verein schoolinmypocket (www.schoolinmypocket.org) entstanden, um Kinder und Eltern - und natürlich Lehrer - genau in diesem Thema zu unterstützen!

    Unsere Vision ist es, dass jedes Kind mit Freude lernt, sein individuelles Potenzial entfaltet.
    schoolinmypocket ermöglicht dem Kind am App sprachbasiert seinem individuellen Wissensstand entsprechend zu üben. Dieser interaktive Austausch ist eine individuelle spielerische Herausforderung. Das Kind hört&sieht die Aufgabe, es sagt das Resultat und erhält sofort ein Feedback. Das spornt an, stärkt das Selbstbewusstsein und schafft Chancengleichheit.

    Das Kind greift via App auf dem Smartphone oder Tablett-PC auf Schoolinmypocket zu. Die direkte Interaktion vom Kind mit schoolinmypocket – alle Sinne werden aktiviert – stellt die Konzentration und das persönliche Erlebnis sicher.

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  • von django am 11. Juli 2013, 09:05 Uhr

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  • von F.J.Neffe am 31. Mai 2013, 12:55 Uhr

    Bei den Reformen, mit denen man Schule in den letzten Jahren besser machen wollte, ist der DRUCK gestiegen.
    Von Druck werden die Talente nicht satt sondern matt und platt. Mit Druck kann man Kräfte nur ganz schlecht lenken. DRUCK komprimiert Mensch + Problem; das ist das exakte Gegenteil von Lösung.
    Die Reformen zeigen immer noch, dass die Täter das Leben überhaupt nicht verstehen. Für echte LÖSUNG braucht es das Gegenteil von Druck. Das ist aber nicht "kein Druck", wie wir das in chaotischen Schulverhältnissen beobachten, sondern es ist SOG. Sog ist das Grundprinzip der neuen Ich-kann-Schule.
    Sog löst.
    Sog richtet auf.
    Sog macht wachsen.
    Mit Sog lassen sich die Kräfte punktgenau lenken. Mühelos.
    Für SOG muss man sich etwas ein- bzw. auffallen lassen, was ZIEHT.
    Dafür ist es besonders wichtig, den HUNGER von GEIST & SEELE zu spüren. Dann können wir regelmäßig, reichlich und gezielt die Kräfte genau für das stärken, was ihnen und uns gut tut.
    Guten Erfolg!
    Franz Josef Neffe


  • von Maria Ludwig am 29. April 2013, 20:39 Uhr

    Meiner Meinung nach (wir haben selbst zwei Jungs von 17 und 14 ist es oft nicht die Überforderung, sondern eine gewisse Faulheit die sich breit macht. Gerade die Schüler, die sich leicht lernen und mit wenig Aufwand trotzdem "im Schnitt" liegen, verfallen in eine Art Winterschlaf. Zu leicht schiebt man die Schuld auf die Lehrer, die die Schüler zu wenig motivieren. In unserer Verwöhngesellschaft sind manche einfach nicht mehr bereit, zu arbeiten und etwas leisten zu wollen. Ich denke hier muss, gerade bei älteren Kindern in den oberen Klassen, angesetzt werden. Man muss ihnen aufzeigen, was man von ihnen erwartet, welchen zeitlichen Arbeitseinsatz man fordert. Nicht alles ist "pubertätsbedingt", vieles ist aus Bequemlichkeit, Wohlstand und übermäßigem Freizeitverhalten entstanden.


  • von Nachhilfe-Ratgeber am 12. Januar 2013, 04:24 Uhr

    Das Thema "Motivation" kommt an zahlreichen Schulen leider viel zu kurz. Die Lehrer sind gestresst und benötigen selbst einen Motivations-Coach, könnte man glauben. Dabei vergessen sie, dass auch sie mal ganz klein angefangen haben und beweisen nicht immer großes Talent darin, sich in die Schüler einzufühlen.

    Ein Buch, das sich hingegen in hochmotivierender Weise mit dem Thema "Lernen" und "Gute Noten in der Schule" befasst ist "High School Secrets" von Jade Swann. Ein ausgezeichneter Nachhilfe-Ratgeber, der sich nicht nur flott liest, sondern auch voller praxisnaher Tipps steckt. Aber auch online gibt es eine Menge toller Tipps und motivierender Ratschläge, unter: http://www.nachhilfe-ratgeber.blogspot.de
    Viel Erfolg und allzeit gute Noten!


(11 Kommentare)

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