Erste Regel
Mein Kind wird zur Frau

Je mehr ich über meinen Körper weiß, desto wohler fühle ich mich. Das gilt auch für die erste Monatsblutung. Wie bereite ich meine Tochter am besten darauf vor? Die wichtigsten Antworten rund um die erste Regel lesen Sie hier.

Merkt man, wenn es soweit ist?

Erste Regel: Mein Kind wird zur Frau
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Die erste Monatsblutung erwischt ein Mädchen meist nicht aus heiterem Himmel. Es gibt Anzeichen. Ab dem 10. Lebensjahr verändert sich am Körper eines jungen Mädchens nämlich so einiges - bevor die erste Monatsblutung kommt: Die Brust beginnt sich zu formen, die ersten Achsel- und Scheidenhaare wachsen und manche Mädchen bekommen Weißfluss. Diese glasig-weißliche Flüssigkeit ist eine ganz natürliche Aussonderung aus der Scheide, die etwa ein bis zwei Jahre vor der ersten Regel einsetzen kann. Der Weißfluss ist ein Zeichen dafür, dass die Geschlechtsorgane bereits aktiv geworden sind, dass in den Eierstöcken schon die ersten Ei-Bläschen heranreifen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen?

Zwischen 11 und 15 Jahren bekommen Mädchen ihre erste Regel.

"Ein Mädchen sollte auf jeden Fall schon darüber Bescheid wissen, bevor es so weit ist", rät Michael Niggel vom sexualpädagogischen Team von pro familia München. Immer früher setzt die Menarche, also die erste Regel, ein. Die meisten Mädchen bekommen heute ihre erste Periode zwischen elf und 15 Jahren. Deshalb ist es wichtig, dass man sich am besten schon mit seiner neun- oder zehnjährigen Tochter darüber austauscht. "Mit elf Jahren ist es schon ziemlich spät, sie aufzuklären", meint Michael Niggel. Den meisten Mädchen in diesem Alter ist das Thema vermutlich nicht ganz fremd. "In manchen Schulen gibt es in der vierten Klasse Sexualkundeunterricht. Außerdem wird das Thema ab da auch unter Freundinnen besprochen", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte.

Wie spreche ich das Thema Menstruation am besten an?

Ein ganz natürlicher Umgang mit der Mensturation ist wichtig.

Für viele Mütter und Väter ist es sicherlich eine Herausforderung, die richtigen Worte zu finden. Schließlich spricht man mit seinem Kind indirekt über Sex. Leichter fällt es da, wenn die Menstruation nicht aus dem Alltag ausgeklammert wird. "Genauso wie man Zähne putzt, duscht oder die Toilette benutzt, sollte auch die Monatshygiene ein ganz normaler Bestandteil des Familienlebens sein", sagt Michael Niggel. Das sorgt von vornherein für eine entspannte Atmosphäre, wenn es ums Thema Periode geht. Darüber hinaus hat Dr. Albring einen Tipp, wie man als Mutter am besten in ein erstes Gespräch über die Regel einsteigen kann: "Wenn man selbst seine Tage bekommt, kann man seine Tochter mit in die eigene Menstruation begleiten." So lässt sich gut erklären, wie man mit der Blutung umgeht, welche Hygieneprodukte wie verwendet werden und warum man seine Tage überhaupt bekommt.

Und wenn meine Tochter zuerst nachfragt?

Einer direkten Frage - auch wenn sie für einen selbst unangenehm ist - sollte immer eine direkte Antwort folgen. Wo kommt denn das Blut da unten her? Warum blutet Papa nicht? Wieso kann man dann nicht schwanger werden? Wem da erst mal nichts einfällt, der kann sein Kind natürlich auf später vertrösten, bis man die richtigen Worte gefunden oder sich mit seinem Partner, Freunden, den eigenen Eltern beraten hat. Übrigens: Auch Frauenärzte helfen unsicheren Müttern gerne weiter und geben Tipps. In vielen Praxen liegen darüber hinaus Broschüren zum Thema Aufklärung und Menstruation aus.