Sexualität
Offen - aber nicht offensiv

Wenn Teenager ihre ersten sexuellen Erfahrungen sammeln, sind Eltern oft unsicher, wie sie darauf reagieren sollen. Das Wichtigste: als Ansprechpartner da sein, aber nicht zu neugierig werden.

Sexualität: Offen - aber nicht offensiv

Wann genau es "ernst" wird, wissen viele Eltern nicht. Fast zwei Drittel der Jungs und ein Drittel der Mädchen erzählen ihrer Mutter nicht von ihrem ersten Mal, den Vater weihen sie sogar noch wesentlich seltener ein. Doch wenn Jugendliche ihren ersten Partner haben, können Eltern zumindest vermuten, dass ihr Kind möglicherweise auch erste sexuelle Erfahrungen macht. Viele Mütter und Väter sind unsicher, ob und wie sie darauf reagieren sollen. Grundsätzlich gilt: Ein offener Umgang mit dem Thema Sexualität ist wichtig. Gerade im Teenager-Alter ist Jungen und Mädchen allerdings vieles peinlich oder unangenehm. Deshalb sollten Eltern signalisieren, dass sie gesprächsbereit und offen für Fragen sind, sich aber trotzdem in vornehmer Zurückhaltung üben. "Gut ist, wenn Eltern ein Gespräch anbieten, aber nicht darauf bestehen oder zudringlich fragen: Wie weit ist es denn bei euch?", sagt Sexualpädagogin Daniela Huber von pro familia München.

Beobachten, aber nicht überwachen

"Wenn Teenager nicht über ihren ersten Freund oder ihre erste Freundin sprechen möchten, ist es wichtig, dass man zwar beobachtet, aber nicht überwacht. Und hin und wieder nachfragt, ob es den beiden gut miteinander geht, aber keine Detailfragen stellt", so Sexualpädagoge Sebastian Kempf. Falls Eltern zum Beispiel mit der Freundin des Sohnes nicht so gut klarkommen, ist es sinnvoll, das behutsam mitzuteilen und auch zu begründen. Gleichzeitig sollte man aber nachfragen, warum die Freundin dem Sohn so wichtig ist, betont Sebastian Kempf. Speziell bei großen Altersunterschieden dürfen Eltern ruhig etwas genauer hinsehen, falls sie Bedenken haben oder sich sogar ernsthafte Sorgen machen, dass ihr Kind möglicherweise zu etwas gedrängt wird, das es noch gar nicht will.