Magersucht als Lebensstil
Bei jeder Filmpremiere, jeder Preisverleihung treten sie auf: Schauspielerinnen, Sängerinnen, Starlets, die in eleganten Kleidern feengleich über den roten Teppich schweben, rank und schlank - oder nicht eher dürr, mit ihren hervorstehenden Schulterknochen und dünnen Oberarmen? Sind sie schön oder krank? Auf jeden Fall sind sie Stars, berühmt und erfolgreich, und damit werden sie zu Vorbildern - auch von jungen Mädchen, für die das Aussehen mit der Pubertät mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.
In einer Vielzahl von Foren finden sie zweifelhaften Ansporn für ihren Kampf gegen ein Normalgewicht. Zum Beispiel Rezepte für Gerichte, die möglichst wenige Kalorien haben. Mit Sätzen wie "Dünn zu sein ist wichtiger als gesund zu sein" motivieren sich die Anhänger der "Pro-Ana-Bewegung" (Ana ist die Abkürzung von Anorexia nervosa, Magersucht) gegenseitig zum Verzicht auf Nahrungsaufnahme. Hier wird eine Krankheit als Lebensstil zelebriert.
Austausch über die besten Appetitzügler
Über diese Bewegung wurde in der vergangenen Zeit häufig berichtet - weil sie relativ jung ist und weil ihr das Internet mit seinen Chats und Blogs eine sehr einfache und effektive Möglichkeit der Kommunikation bietet. Hier können sich 14- oder 15-Jährige darüber austauschen, wie man seine Nahrung möglichst schnell wieder los wird und seine Sucht vor anderen am besten verstecken kann. Natürlich könnten sich zwei Freundinnen darüber auch auf dem Schulhof austauschen, aber die Möglichkeit, "Gleichgesinnte" zu treffen, ist auf den "Pro-Ana"-Seiten weitaus größer.




Als Eltern wäre es interessant über die verschiedene Behandlungswege und Erfolge zu lesen. Wie man die Krankheit erkennen kann, ist natürlich auch wichtig,
aber der Marathon und das Leid in der Familie wird gebessert, wenn man über Behandlungsweisen informiert wird und vor allem , daß ein Therapiebeginn bei Bereitschaft des magersüchtigen Kindes nicht ewig
sich herauszieht. (z.B. weil es an Klinikplätzen fehlt oder Psychotherapeuten , die Plätze in der Nähe und innerhalb von 4 Wochen und regelmäßig (also wöchentlich ) anbieten).
Alleine findet man als Eltern oft keine gute Lösung,
deshalb brauchen Eltern guten und kompetenten Rat und
betroffene Kinder eine gute Hilfe , möglichst schnell.
Ein gutes Buch hierzu wäre : Leicht wie ein Schmetterling , ich glaube vom Brunnenverlag.
Ich finde es erfreulich, daß Eltern.de auf den Brief der Betreiberin reagiert hat und die obigen Links entfernt hat. Denn gerade diese gehörten nicht zu den Foren, die Magersucht oder Essstörungen glorifizieren oder als Lifestyle betrachten.
Bitte - stellen Sie sich zukünftig nicht mehr mit der BILD Zeitung auf eine Stufe!
Gerade die Sturmwaisen mit "Lifestyle" in Verbindung zu bringen zeigt deutlich, wie wenig Sie sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt haben!
Es ist sehr traurig zu sehen, dass heutzutage niemand mehr an der Wahrheit interessiert zu sein scheint!
"Dünn zu sein ist wichtiger als gesund zu sein" motivieren...zum Verzicht auf Nahrungsaufnahme.Hier wird eine Krankheit als Lebensstil zelebriert."
Wo haben Sie denn DEN Quatsch her???MS ist eine Krankheit und kein Lebensstil.Auf keinen Fall erhalten Sie auf der Seite Tips,die eine Krankheit unterstützen;schon gar nicht wird irgendjemand zum "Verzicht auf Nahrungsaufnahme motiviert".Wenn Sie eine genaue Beschreibung zu der Seite möchten,bin ich Ihnen gerne behilflich,denn dieses Forum dient lediglich zum gegenseitigen Austausch oder gar persönlichen Kennenlernen,um die leidige Hemmschwelle oder Mauer zu überwinden,die zum Rückzug und zur Isolation führt.Durch das Forum und den Kontakt zu anderen Essgestörten haben viele den Weg in eine Therapie und Klinik gefunden und konnten sich der Krankheit stellen,die sonst heimlich im stillen Kämmerlein oder verschlossenen Badezimmern stattfindet.Bevor man über etwas schreibt,sollte man sich evtl. vorher besser informieren
(4 Kommentare)