Ein Gespräch mit dem Entwicklungspsychologen Ulrich Diekmeyer über das konkurrierende Verhältnis von Müttern und Töchtern sowie Vätern und Söhnen.
Wo gibt es in der Familie während der Pubertät am ehesten Probleme?
Mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil wird meist heftiger
gestritten. Väter und Söhne auf der einen, Mütter und
Töchter auf der anderen Seite sind sich besonders nahe, sie erkennen
sich in dem anderen wie in einem Spiegel. Das macht
die Beziehung stark, erhöht aber auch die Erwartungen aneinander
- und facht Konkurrenz an.
Streiten Mütter und Töchter heftiger als Väter und Söhne?
Väter sind normalerweise seltener in der Familie anwesend
als Mütter. Deshalb gibt es möglicherweise häufiger Alltagskrach zwischen Müttern und Töchtern. In der Heftigkeit
ihrer Auseinandersetzungen stehen Väter und Söhne aber
nicht nach. Ihre gegenseitigen Vorbehalte können sogar länger
anhalten, weil sie sie weniger ausleben.
Konflikte mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil haben auch mit Konkurrenz zu tun. Wer empfindet diese Konkurrenz - die Eltern oder die Jugendlichen?
Beide. Aber für Eltern ist das Gefühl schmerzhafter. Die
Jüngeren stellen die Älteren in Frage. Das müssen sie, um irgendwann
unabhängig entscheiden zu können. Väter und
Mütter spüren die wachsende Stärke der Jungen und gleichzeitig
die eigenen Grenzen, das Älterwerden.




Bei mir ist es anders da ich ein Nachzügler bin hab ich mit meiner Mutter deutlich mehr stress als mit meinem Vater. Warum ist das So??
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