Fotos von Lauras Party, vom letzten Zelturlaub oder dem Besuch im Freibad - früher haben Jugendliche Abzüge von diesen Fotos gemacht und sie dann im Freundeskreis herumgezeigt. Klar, auch dabei geriet mal ein Bild in Hände, für die es nicht bestimmt war. Aber der Verlust blieb überschaubar. Und heute? Da haben Jugendliche ein Profil in einem sozialen Netzwerk, mehrere digitale Fotoalben - und wenn sie diese nicht nur für ihren Freundeskreis freigeben, dann kursieren bald Bikinifotos irgendwo im WorldWideWeb herum, weil sie sich irgendjemand runtergeladen hat. Zurück bekommt man sie nicht mehr - und kontrollieren, was damit passiert, kann man auch nicht.
Besser begleiten als verbieten
Soziale Netzwerke (z. B. SchülerVZ, Schülerprofile.de oder Spickmich) sind für Jugendliche, die gerne "viele Leute" kennen wollen und sich gerne darstellen, eine ideale Plattform. Dem eigenen Kind das Mitmachen zu verbieten, wenn alle Freunde und Mitschüler in sozialen Netzwerken unterwegs sind, ist keine Lösung - Sie können es eh’ nicht kontrollieren. Wie in vielen anderen Bereichen ist Reden und Aufklären die wesentlich bessere Alternative. Machen Sie sich selber gemeinsam mit Ihrem Kind schlau, damit es schon beim Angelegen seines Profils weiß, was es da überhaupt tut und welche Konsequenzen sein Handeln haben kann.
Die wichtigsten Fragen und Antworten
Sind soziale Netzwerke moderiert?
Das größte Netzwerk für Schüler, SchülerVZ, moderiert die Diskussionforen - aber hier tummeln sich Jugendliche von 12 bis 18 Jahren. Themen, die für 17-Jährige vollkommen in Ordnung sind, sollten 13-Jährige vielleicht nicht unbedingt mitbekommen. Außerdem kann man Missbrauch und Mobbing melden.
Name und Adressen - wie viel sollte man preisgeben?
Vor- und Nachname, Adresse und Telefonnummer plus Foto - diese Daten komplett im Profil zu hinterlegen und damit potenziell allen Mitgliedern des Netzwerkes Auskunft zu geben, ist ein absolutes Risiko. Sie sollten Ihrem Kind die Gefahren unbedingt deutlich machen. Es empfiehlt sich z. B. den Nachnamen mit dem Anfangsbuchstaben abzukürzen. Alternative: Nur die Leute, mit denen man "befreundet" ist, können den kompletten Nachnamen sehen. Machen Sie Ihrem Kind auch klar: "Freunde", die man übers Internet kennenlernt, sind nicht wie Freunde, die man schon seit Jahren persönlich kennt.
Fotoalben - für wen zugänglich?
Wenn Ihr Kind Fotos hochladen will, dann sollte es darauf achten, den Kreis der Betrachter einzugrenzen. Wenn es die Einstellung "nur meine Freunde" oder ähnliches gibt, erinnern Sie Ihr Kind daran, dass es viele "Freunde" nur übers Internet kennt und gar nicht weiß, ob es diesen Personen wirklich trauen kann. Leider gibt es aber keine Einstellung, mit dem man den Kreis der Freunde wiederum einschränken kann.



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