Volljährigkeit
 
Das ändert sich, wenn Ihr Kind erwachsen wird

Was passiert, wenn mein volljähriges Kind etwas richtig Schlimmes angestellt hat?

Mit Erreichen der Volljährigkeit gilt man vor dem Gesetz als voll strafmündig, kann also als Erwachsener verurteilt werden. Bis zum 21. Lebensjahr gilt man zumindest vor dem Gericht jedoch noch als Heranwachsender. Das bedeutet: Es liegt im Ermessen der Richter, je nach Art und Schwere der Straftat sowie der geistigen Reife des Straftäters das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden. Hier findet sich übrigens noch ein Anklang an die in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahre 1975 geltende Regelung: Dort erreichte man bis dahin erst mit 21 Jahren die Volljährigkeit. In der ehemaligen DDR dagegen galt man bereits seit 1950 mit 18 Jahren als erwachsen.

Umgekehrt hat übrigens jeder Volljährige auch das Recht, einen Gerichtsprozess zu führen oder einen Anwalt als Vertreter zu bestellen - er ist voll prozessfähig.