G 8

Im Dauerstress zum Abitur

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Die Schulen müssen sehen, wie sie zurecht kommen


Den Inhalt eines randvoll gefüllten, großen Glases schüttet man besser nicht in ein kleineres Glas - falls doch, geht etwas daneben. Im übertragenen Sinn passiert genau das beim sogenannten G 8: Die Kultusminister haben die Zeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre verkürzt, aber die alte Pflichtstundenzahl beibehalten. Wie das zu bewerkstelligen ist, hat man den Schulen überlassen, und viele versuchen es so: Fünfte und sechste Klasse 30 Wochenstunden, siebte 32, achte 34, neunte 36. Das bedeutet ein- bis dreimal pro Woche Nachmittagsunterricht, dazu mancherorts auch am Samstag Schule.

Warum kann der Stoff nicht einfach ein bisschen gekürzt werden?

Gelungene Lösungen sehen anders aus! Fragt sich: Warum muss das sein? Warum kann die Pflichtstundenzahl nicht einfach gesenkt, der Stoff ein bisschen gekürzt werden?

Dahinter verbirgt sich ein Stück bildungspolitische Geschichte: In der DDR wurde nach zwölf Jahren Abitur gemacht. Thüringen und Sachsen wollten das auch nach der Wende beibehalten. Das durften sie - aber nur mit der Auflage, die Pflichtstundenzahl zu erhöhen. Und zwar genau auf das Maß, das die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits in den 70er Jahren festgelegt hatte: Danach ist "ein Gesamtstundenvolumen von mindestens 265 Jahreswochenstunden ab Jahrgangsstufe 5 bis zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife" Pflicht, und zwar neun Jahre lang.

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  • von Franz Josef Neffe am 16. Dezember 2012, 14:22 Uhr

    In meinem Diplomstudium haben wir den Lehrplan Deutsch 5./6.Klasse einmal konkret aufgeteilt mit angemessen Übungsstunden. Es blieb von den 2 Jahren 1/2 Jahr Zeit übrig. Soviel zu den prallvollen Lehrplänen, mit denen man nicht fertig wird.
    Kinder haben 32 Stunden unterricht - für Noten - Lehrer 24 - 28 Stunden - für ein Gehalt.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer meine ich: Wer G 9 nicht kann, kann G 8 auch nicht.
    Wenn wir wirklich LERNEN statt uns UNTERrichten zu lassen und mit Stoffwiederkäuen zu quälen, wäre G 9 auch in G 3 möglich.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe


  • von Uta am 19. Juli 2012, 14:43 Uhr

    Meine Tochter beginnt bald mit dem G 8, ich bin mal gespannt. Bisher kennen ich viele Kinder und Jugendliche, die auch neben dem G 8 Zeit für teilweise recht viele Hobbies finden. Stress liegt dann aber natürlich an der Schule... Mal sehen, wie es bei uns wird. Meine Tochter wird einmal in der Woche nachmittags Unterricht haben, insgesamt 32 Studen, zwei Förderstunden sind integriert. Das hört sich für mich eigentlich ganz okay an.


    (2 Kommentare)

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