Liebe in der Schule
Flirten mit dem Lehrer

Häufig ist die Schule der Ort der ersten Verliebtheit. In eine Mitschülerin oder in einen Klassenkameraden, zum Beispiel. Das ist die harmlose Variante. Heikler ist da schon die weit verbreitete Schwärmerei für den Lehrer oder die Lehrerin.

Ein Tabu sind erotische Signale, wenn sie von den Pädagogen selbst ausgehen. Ab und zu, wenn es besonders skandalös wird, liest man von solchen Vorfällen in der Zeitung. Nur kuriose Einzelfälle? Und wie ist das für Lehrer, wenn sie von ihren Zöglingen angehimmelt werden? Ein Interview mit Regina Pötke, Ministerialrätin im Bayerischen Kultusministerium und Geschäftsführerin der Stiftung Bildungspakt Bayern. Die im Schulalltag erfahrene Latein- und Deutschlehrerin unterrichte selbst 25 Jahre lang, davon drei Jahre als Direktorin eines Gymnasiums.

"Liebe in der Schule“: Kein Thema auf Elternabenden oder Lehrerkonferenzen, Schulterzucken bei Nachfragen an das Direktorat. Ist Schule flirtfreie Zone?
Natürlich nicht. Das zu behaupten ist genauso unsinnig, wie zu sagen, es gäbe eine drogenfreie Schule.

Bleiben wir bei Verliebtheit. Was ist denn ihre gängigste Erscheinungsform in der Schule?
Schwärmereien für Lehrer, anonyme Liebesbriefe. Selten outet sich ein Schüler. Auch in Internet-Foren erzählen Jugendliche heute seitenweise anonym, wie verknallt sie in ihren Lehrer oder in die Lehrerin sind. Als ich etwa 30 Jahre alt war, befand ich mich selber einmal in dieser Situation. Der Bub war 14 und bekam jedes Mal einen knallroten Kopf, wenn ich die Klasse betrat. Man kriegt das als Erwachsener immer irgendwie mit.

Und wie geht man damit um?
Ich bin nicht dafür, heftig zu reagieren und das Kind dadurch bloß zu stellen. Man muss einfach besonders sensibel mit der Kommunikation sein. Doppelt darauf achten, was man sagt oder tut. Auf gar keinen Fall so einen Schüler bevorzugen. Ich denke, Lehrer können meist damit umgehen, eben auch, weil solche Schwärmereien nicht selten sind.