Lehrer-Gehalt
Lehrer besser nach Leistung bezahlen?

Sollte sich das Gehalt von Lehrern an ihren Leistungen orientieren? Das schlagen Experten des Kölner Wirtschaftsforschungsinstituts vor. Wer aber soll messen, was die Lehrer leisten?

Lehrer-Gehalt: Lehrer besser nach Leistung bezahlen?

Das Gehalt von Lehrer steigt mit den Dienstjahren - und unabhängig davon, wie viel sie leisten. Dieses System müsse abgeschafft werden, forderten Experten vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und von der Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) diese Woche in Berlin. Die arbeitgebernahen Institute plädierten dafür, Pädagogen unter anderem dafür zu belohnen, wenn sie an Problemschulen oder in Fächern mit viel Arbeitsaufwand unterrichten. Auch Prämien für die Leitung von Arbeitsgruppen oder Abschlussklassen seien sinnvoll.

Mehr Motivation durch Leistungsanreize

"Leistungsanreize können Lehrer motivieren und führen zu besseren Schülerleistungen", sagte INSM-Geschäftsführer Max Höfer. Das hätten Untersuchungen in Ländern wie Finnland oder den Niederlanden gezeigt, die bei der Pisa-Studie besonders gut abgeschnitten hätten.

Knapp 2,8 Milliarden könnten gespart werden

Knapp ein Drittel der Lehrer in Deutschland gehen laut INSM in den kommenden zehn Jahren in Pension. Die Länder sparen dadurch nach Berechnungen des IW rund 616 Millionen Euro im Jahr ein, weil die Lehrer, die in Pension gehen, meist deutlich mehr Gehalt bekommen als ihre jüngeren Nachfolger. Durch die Abschaffung der Bezahlung nach Dienstjahren könne die Sparsumme auf knapp 2,8 Milliarden Euro im Jahr erhöht werden, rechneten die Wissenschaftler vor. Mit diesem Topf könnten die Länder Prämien für engagierte Lehrer bezahlen.

Von:ddp (Deutscher Depeschendienst GmbH)