Schulserie: Erfolgreich lernen
 
Übungen: So klappt's mit der Rechtschreibung

Viele Fehler in Klasse 5 bis 10?

Ihr Kind besucht die weiterführende Schule und kommt ganz gut zurecht - wenn nur die vielen Rechtschreibfehler nicht wären? Lesen Sie die Tipps unserer Expertin Uta Streit:

Was hilft schwachen Rechtschreibern auf den weiterführenden Schulen?
Diszipliniertes Üben. Eine andere Chance gibt es nicht. Rechtschreibung funktioniert nicht ohne jahrelanges Training.

Wie sieht das genau aus?
Im Prinzip genauso wie bei den Schreibanfängern: Falsch geschriebene Wörter werden richtig auf Karteikarten notiert und wie Vokabeln einer Fremdsprache gebüffelt.

Stichwort Fremdsprache. Wie kommt es, dass Schüler an der deutschen Rechtschreibung verzweifeln und die schwierigeren englischen Wörter gut hinbekommen?
Meistens wird ihnen gleich zu Beginn erklärt: "Achtung: Wenn ihr die Vokabeln lernt, müsst ihr euch auch ganz genau merken, wie sie geschrieben werden. Das kann man nämlich im Englischen nicht hören." Dadurch prägen sich die Schüler von Anfang die Wortbilder ein und arbeiten so, wie sie das auch in Deutsch tun sollten.

Lässt sich das nicht wunderbar übertragen?
Ja und nein. Wie wissen heute, dass Schüler gleichzeitig in einem Fach superkonzentriert mit tollen Lernstrategien arbeiten können und in einem anderen genau das Gegenteil tun. Das heißt, wenn es in Deutsch nicht gut läuft, braucht der Schüler vermutlich gezielte Unterstützung, damit es besser wird.

Aber es ist doch für einen 13-Jährigen eine frustrierende Vorstellung, wenn er zurück auf das Niveau von Grundschülern soll. Außerdem: Bei der Menge an Wörtern gibt sich doch mancher von vornherein geschlagen.
Da hilft tatsächlich nur langfristiges Denken. Etwa: Ich lerne jede Woche zehn Wörter und kann davon ausgehen, dass ich in zwei Jahren die Sache weitgehend im Griff habe.

Schaffen das Schüler ab der fünften Klasse selbstständig?
Das kommt auf das Kind an. Natürlich wäre es praktisch, mit dem Kind freitags zehn Wörter herauszusuchen und sie eine Woche später abzufragen. Aber die meisten werden erst kurz vorher sämtliche Wörter büffeln - und danach alles wieder vergessen.

Was klappt besser?
Alle zwei Tage nur bis zu fünf Wörter lernen und dann abfragen. Wie immer beim Lernen gilt: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit. Besser nach dem dritten Wort mit einem guten Gefühl aufhören, als noch ein viertes oder gar fünftes hinterherzuschieben, was dann alles durcheinander bringt.

Und wie sorge ich dafür, dass das Lernen für einen langen Zeitraum durchgehalten wird?
Sinnvoll ist, mit einem Belohnungs- oder Konsequenzprogramm zu arbeiten. Wenn ein Schüler mal keine Lust hat, kann er sich zum Beispiel mit der Aussicht auf eine Extrastunde am Computer motivieren.