Schülerstreiche

Lehrer als "digitales Freiwild"?

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Schülerstreiche: Lehrer als "digitales Freiwild"?

Diesen Lehrer konnte kein Schüler leiden, aber ob er das verdient hatte? Zum Abi-Scherz hing sein aus Pappmache nachgebildetes, überdimensionales Gesicht über dem Hauptportal des nordrhein-westfälischen Gymnasiums. Der weitgeöffnete Mund diente als Eingang - und in seinem Inneren verbreitete sich ein unerträglicher Schwefelgeruch. Noch ein normaler Abi-Scherz oder schon eine herbe Attacke auf die Psyche des betroffenen Lehrers?

Schülerstreiche vor Millionenpublikum

Wann ist ein Streich noch ein Streich, wann schon seelische Grausamkeit? Eine Antwort auf die Frage, wo die Grenzen des guten Geschmacks im ewigen Kampf zwischen Schülern und Lehrern liegen, ist gar nicht so einfach. Fest steht aber: In Zeiten von Internet und YouTube spielen sich die Schülerstreiche nicht mehr nur noch innerhalb des Schulgebäudes ab - die Auseinandersetzung wird hinaus getragen, und im virtuellen Machtkampf sind die Lehrer den Schülern oftmals unterlegen. Einige drastische Beispiele:

  • Schüler eines süddeutschen Gymnasiums - alle noch unter 14 Jahren - simulieren in einem Video die Hinrichtung eines verhassten Lehrers, indem sie ein Foto von seinem Kopf in ein entsprechendes Video einfügen. Sie stellen das Video ins Internet mit einem Anklage-Text gegen den Lehrer.
  • An einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht eine Gruppe von Schülern Fotomontagen, die Lehrer und Schüler beim Sex zeigen. Die Fotos waren so professionell bearbeitet, dass selbst Experten sie nicht direkt auf den ersten Blick als Fälschungen erkannten.
  • Sechstklässler eine Schule in Niedersachsen benutzen einen Flirt-Chat, um mit anzüglichen Bemerkungen und rufschädigenden Äußerungen fünf Lehrer zu diffamieren.
  • Zwei Schüler einer Berufsschule in Südhessen bestellen im Namen eines Lehrers Computerzubehör für die Schule - Kaufpreis: 3,6 Milliarden Euro.
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