Jammern hilft nicht
Gegen das Sitzenbleiben spricht eine Menge: Die Schüler beginnen das nächste Schuljahr ohne die vertrauten sozialen Beziehungen. Viele langweilen sich, weil sie nicht nur ihre Problemfächer wiederholen, sondern auch all das, woran sie im vergangenen Jahr sogar Spaß hatten. Jammern hilft aber nicht, sagt Professor Jörg Schlömerkemper. Der Erziehungswissenschaftler lehrt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und erklärt, wie man das Beste aus der Situation machen kann.
Warum wird das Sitzenbleiben nicht abgeschafft,
wenn es doch nur wenig bringt?
Solange unsere Schüler im Gleichschritt
lernen müssen, wäre es Unsinn, sie ohne
die erforderlichen Kenntnisse in der nächsten
Jahrgangsklasse weiterlernen zu lassen.
Eine Schule ohne Sitzenbleiben müsste
individuell fördern können.
Angenommen, ein Kind müsste jetzt die
Klasse wiederholen. Was raten Sie ihm?
Das Beste daraus zu machen. Dabei können
wir Eltern helfen. Zunächst ist es
sinnvoll, gemeinsam zu überlegen, woran
es gehapert hat. Lernstrategien lassen sich
zum Beispiel fast immer verbessern. Dabei
können Ratgeber unterstützen, die allerdings
- das muss man wissen - oft eine
zu schnelle Wirkung versprechen.
Niemand kann sein Gehirn von heute auf morgen auf eine andere und bessere Arbeitseinstellung umprogrammieren. Das braucht Zeit und Eltern, die zum Durchhalten anfeuern. Außerdem setzt es eine gewisse Grundmotivation voraus.
Und wenn ein Kind so entmutigt ist, dass
es im Lernen keinen Sinn mehr sieht?
Der Reformpädagoge Hartmut von Hentig
hat vorgeschlagen, Pubertierende vom Unterricht
freizustellen, damit sie sich handwerklich,
praktisch und körperlich einsetzen
und außerhalb der Schule erfolgreich
sein können. Danach lernt es sich
leichter weiter.
Warum sollte man das nicht einem Kind ermöglichen, das die Klasse wiederholt? Es hat ein ganzes Jahr Zeit, den Stoff von zwei Fächern aufzuarbeiten. Da verpasst es nichts, wenn es ein paar Wochen aussetzt, um ein Betriebspraktikum zu machen, und darin erst einmal Erfolge sammeln kann. Dann stellt sich auch wieder Motivation ein.
Ist so etwas möglich?
Schulen dürfen viel mehr, als sie oft vorgeben.
An dieser Stelle würde ich als Vater
bzw. Mutter sehr hartnäckig bleiben. Vor
allem, wenn ich überzeugt bin, dass ein
Praktikum für mein Kind zu diesem Zeitpunkt
genau das Richtige wäre.
Linktipp
"Wiederholen macht Sinn - aber doch nicht im Sitzen“ von Jörg Schlömerkemper unter www.paedagogisches-journal.de.






Ich habe meinen Sohn vom 3.Schuljahr ins 2.Schuljahr auf Antrag zurück setzten lassen. Es war eine schwere Entscheidung die auch einiges an Kampf in der Schule mit sich brachte, aber das was er im 1. und im 2. Schuljahr lernen sollte war nicht gefestigt. Das wiederholen war die beste Entscheidung für Ihn und auch für ich. Seine damalige Lehrerin nahm Ihren Beruf leider nicht so ernst. Mit dem Wechsel kam auch eine neue Lehrerin, und er würde von Tag zu Tag besser, bekam mehr Selbstvertrauen und ging wieder gern zur Schule.
Nun wechselt er nach den Sommerferien zur Realschule. und ich schwöre, hätten wir das damals nicht durchgezogen, wäre er sicherlich auf einer Hauptschule gelandet.
(Nichts gegen Hauptschüler!)
Manchmal ist es einfach das beste für ein Kind. und nur darum geht es sich doch;-)
meine Tochterhat die 6 übersprungen und die in der 8 ist sie sitzengeblieben...
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