Schulranzen kaufen
 
Sauteuer für Eltern – für Schulanfänger einfach magisch!

Es ist soweit, meine Große wird im Sommer eingeschult. Und da ist der Schulranzen seit Weihnachten großes Thema. Ich ahne schon, was für Motive meine Tochter aussuchen wird. Wenn ich raten soll: Platz 1: Mia and me, Platz 2: Einhorn, Platz 3: Pferd. Und alles natürlich in rosa.

Schulranzen kaufen: Sauteuer für Eltern – für Schulanfänger einfach magisch!
iStock, VYCHEGZHANINA

In unserem Laden des Vertrauens werden wir erst mal freundlich und kompetent beraten. Klasse, Scout gibt es immer noch. Ich kannte noch Amigo Ranzen, aber die scheinen keine Rolle mehr zu spielen. Dafür gibt es jetzt diese irren Modelle, wo man Bilder per Klettverschluss auswechseln kann. Nicht doof, das Konzept, denn welches Kind steht schon vier Jahre lang auf das gleiche Motiv. Aber auch ganz schön teuer, die Wechsel-Ranzen.
 
Und was Schulranzen heutzutage alles können. Nachdem wir die drei großen Marken aufgesetzt und abgesetzt haben, stelle ich fest, mein Ranzen hatte einen Bruchteil an Komfort: Hüftgurt, Brustgurt, selbstverständlich komplettes Set an Schlamper, Stiftemäppchen, Turnbeutel, manchmal Portmonee – Wahnsinn. Einer leichter als der nächste. Hier in Hamburg haben wir Ganztagsschulen. Brauchen die Knirpse überhaupt solche Super-Ranzen? Die müssen doch gar nicht so viel hin und her tragen, oder?
 
Die Verkäuferin steht neben uns und erwartet noch mehr Fragen oder Modelle, die sie runterreichen soll. Kaum habe ich sie freundlich um etwas Zeit gebeten, nimmt meine Tochter erst mal jedes Modell auseinander. Alles raus, aufmachen, zumachen wieder rein und der nächste. Ihr gefällt alles. Ich höre lauter kleine „Oh toll, guck mal Mama“.  Super rührend diese Vorfreude auf Schule. Bitte bitte lass das lang anhalten....Ich schaue mir derweil die anderen Modelle an und versuche die Auswahl etwas einzugrenzen. Welcher gefällt Dir denn am besten? Die Augen meiner Großen gleiten hin und her. Und sie ist sichtlich überfordert. Dabei hat sie um die Ecke den nächsten Schwung an Farben und Motiven noch nicht entdeckt. Die zeige ich ihr auch gar nicht erst, denn offensichtlich steuert sie auf den pinken Ranzen mit Schmetterling zu. Versuche meinerseits ein farblich neutraleres Modell anzupreisen, scheitern mit einem höflichen „Da muss ich noch mal drüber nachdenken, Mama“. Das heißt übersetzt: nein.
 
 

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Der nächste Verkäufer kommt nach 20 Minuten zu uns, fragt, ob er uns noch mal beraten soll.
„Nein danke, wir fühlen uns ihr grad noch etwas rein.“ Auf einmal bleibt er auch stehen und schaut meine Tochter an, wie sie fasziniert jeden Zentimeter des Ranzens untersucht, das kleine Fach im Stifte-Etui findet und als „Geheimfach“ kichernd öffnet. Die Aufregung, die roten Wangen, sie strahlt vor Vorfreude. Sie nimmt um sich herum kaum was wahr.
 
„Das ist schon ein großer Schritt“, sagt der Verkäufer. „Das vergisst man immer“.
Nach 30-40 Minuten will ich langsam aufbrechen und versuche das ganze Verpackungsmaterial wieder in den richtigen Ranzen reinzustopfen. „So, wir schlafen da jetzt einmal drüber, vielleicht träumst Du ja von dem Ranzen, den Du haben willst.“
 
So haben wir es auch gemacht. Singend und tänzelnd geht meine Tochter an meiner Hand nach Hause. Für sie einer der tollsten Ausflüge der letzten Zeit. Am nächsten Morgen flüstert sie mir verschlafen zu: „Ich habe von dem pinken Schmetterlings-Ranzen geträumt.“
Den ist mein Mann dann am nächsten Tag auch gleich heimlich kaufen gegangen. Den kriegt sie zum Geburtstag und ich kann es kaum erwarten, ihre Freude zu sehen, wenn sie ihn auspackt.