Frühgeburt

Moderne Medizin hilft, die Schwangerschaft zu erhalten

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Wann gilt ein Baby als Frühchen?


Kinder, die mehr als drei Wochen vor dem errechneten Termin das Licht der Welt erblicken, gelten als Frühgeburt. Dank des medizinischen Fortschritts stehen die Chancen für die meisten von ihnen gut, auch ohne Spätfolgen zu überleben. Doch vor allem Kinder, die vor 32 Schwangerschaftswochen auf die Welt kommen oder ein sehr geringes Geburtsgewicht (unter 1.500 Gramm) aufweisen, haben trotz aller Bemühungen manchmal mit schwerwiegenden Komplikationen zu kämpfen. Deshalb versuchen die Ärzte stets, eine Frühgeburt zu verhindern beziehungsweise so lange wie möglich hinaus zu zögern. Und dazu stehen ihnen mittlerweile verschiedene Methoden zur Verfügung.

Was sind die Auslöser einer Frühgeburt?

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Frühgeburten können mehrere Ursachen haben: Etwa eine Veränderung am Gebärmutterhals - seien es Myome oder die Nachwirkungen einer früheren Gewebeentnahme ("Konisation"). Auch eine zu große Menge an Fruchtwasser kann zu einer Frühgeburt führen, ebenso wie hormonelle Störungen oder eine vorzeitige Ablösung der Plazenta. Ein beträchtliches Risiko für eine Frühgeburt haben daneben Raucherinnen – ein weiterer Grund für Schwangere, die Finger vom Glimmstängel zu lassen! Eine Erkrankung oder Fehlbildung des Kindes kommt ebenfalls als Auslöser in Frage, und auch Mehrlingsschwangerschaften dauern oftmals nicht die vollen 40 Wochen – unter anderem, weil der Uterus dabei überdehnt werden kann. Die Muskelrezeptoren melden dann eine weiter fortgeschrittene Schwangerschaft, der Körper reagiert mit dem Wehenmittel Oxytozin. Bei Frauen, die bereits mehrere Fehlgeburten erlitten haben, ist dagegen meist der Gebärmutterhalskanal geweitet, so dass seine Haltefunktion frühzeitig nachlassen kann - auf den sich öffnenden Muttermund antwortet die Gebärmutter dann mit Wehen.

Manchmal wird die Geburt jedoch auch bewusst früher herbeigeführt - etwa bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung der Mutter, wie beispielsweise dem HELLP-Syndrom. Und auch wenn das Kind im Mutterleib nicht mehr ausreichend versorgt wird, entscheiden Ärzte manchmal, das Baby vorzeitig auf die Welt zu holen.

Heute weiß man jedoch, dass die häufigste Ursache von Früh- oder schlimmstenfalls sogar späten Fehlgeburten (nach zwölf Schwangerschaftswochen und mehr) vaginale Infektionen sind. "Wir können davon ausgehen, dass mindestens ein Drittel, wahrscheinlich aber sogar die Hälfte aller Frühgeburten durch eine solche Infektion ausgelöst wird", sagt Professor Erich Saling. Seit den 90er-Jahren arbeitet der namhafte Experte an dem nach ihm benannten "Erich Saling-Institut für Perinatale Medizin" an einem "Frühgeburten-Vermeidungsprogramm" – übrigens auch begleitet von ELTERN (Ausgabe 12/1993).

Der Grund: Durch Hormone während der Schwangerschaft oder die Einnahme der Pille verändert sich oft das Immunsystem von Frauen, sie werden anfälliger für Infektionen. Auch kommt es im feuchten Scheidenmilieu häufig zu Veränderungen: Die Zahl der dort ansässigen Milchsäurebakterien, der so genannten Lactobazillen, neigt dazu, abzunehmen. Da diese Mikroorganismen für das saure Milieu sorgen, das Keime bereits im Scheideneingangsbereich abwehrt, können sich dann Erreger schneller ausbreiten. Steigen diese bis in den Gebärmutterhals, können sie dort und an den Eihäuten Entzündungen hervorrufen.

Auch vermeintlich harmlose Beschwerden können eine Frühgeburt ankündigen

Im schlimmsten Fall durchdringen sie sie sogar und bedrohen das Ungeborene direkt. Doch selbst, wenn sich "nur" die Eihäute entzünden, werden diese dadurch zunehmend schwächer. Mögliche Folgen: Ein Blasensprung. Damit nicht genug, entstehen während dieses Prozesses auch bestimmte Hormone, die Prostaglandine. Diese machen den Gebärmutterhals weicher und können vorzeitige Wehen auslösen. Es droht eine Frühgeburt

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