Schwangerschaft
Was erwartet mich bei der ersten Untersuchung?

Der erste Besuch beim Frauenarzt nach dem Schwangerschaftstest zuhause - ganz schön aufregend! Hier erfahren Sie, was Sie dort erwartet - vom Bluttest bis zur Praxisgebühr.

Warum zum Frauenarzt?

Schwangerschaft: Was erwartet mich bei der ersten Untersuchung?

Klar, das Kind wächst auch ohne ärztliche Überwachung. Trotzdem machen die meisten Frauen nach dem positiven Schwangerschaftstest einen Termin bei ihrem Gynäkologen aus. "Wir beobachten seit langem, dass die Frauen immer früher kommen", berichtet Dr. Peter Hausser, bayerischer Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) aus seiner Bayreuther Praxis. Kein Wunder, schließlich möchte man ja in den allermeisten Fällen nicht nur so früh wie möglich Gewissheit haben.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den ersten Termin?

Wenn Sie frühzeitig wissen möchten, ob es diesmal geklappt hat, müssen Sie nicht erst auf das positive Ergebnis eines Schwangerschaftstest warten. Denn der liefert erst etwa 14 Tage nach dem Eisprung sichere Ergebnisse. Der Frauenarzt dagegen kann mithilfe eines Bluttests schon früher feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Denn im Blut lässt sich das Schwangerschaftshormon HCG bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung nachweisen.

Ist die Arztpraxis mit entsprechender Technik ausgestattet, kann der Gynäkologe ab der fünften Schwangerschaftswoche beim so genannten frühen Ultraschall darüber hinaus nicht nur die Schwangerschaft eindeutig feststellen, sondern auch überprüfen, ob sich der Embryo richtig in der Gebärmutter eingenistet hat.

Allerdings: Bislang werden weder die Kosten für den Bluttest (circa 35 Euro), noch die des ersten Ultraschalls (je nach örtlicher Gegebenheit zwischen 35 und 40 Euro) von den Krankenkassen übernommen.

Was passiert bei der ersten Untersuchung?

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung bestätigt der Arzt zunächst die Schwangerschaft. Daneben stehen weitere Untersuchungen an: Wiegen, Blutdruckmessen, Urinuntersuchung, Hb-Bestimmung. Der Mediziner wird Ihnen auch Blut entnehmen, um Ihre Blutgruppe und den Rhesusfaktor zu bestimmen und weitere Tests - auf HIV und Röteln, den Antikörper-Suchtest und die Lues-Such-Reaktion, mit der die fürs Kind gefährlichen Syphilis-Erreger festgestellt werden - durchzuführen.

Im Vordergrund dieses Termins steht jedoch die Beratung. "Wir klären die Schwangere über mögliche Risiken auf, geben Tipps zur richtigen Ernährung sowie zum Zusammenhang von Karies und Ernährung in der Schwangerschaft", erklärt Dr. Hausser. Und die Frau hat natürlich Gelegenheit, die Fragen zu stellen, die ihr unter den Nägeln brennen.

Wie soll ich mich auf das Gespräch vorbereiten?

Bin ich schwanger? An diese Frage schließen sich meist unzählige andere an - auch medizinische. Was ist mit meinem Heuschnupfenmittel? Muss ich meine Katze abgeben? Muss ich den Mallorca-Urlaub jetzt absagen? Am besten, Sie sammeln all diese Dinge, die Sie bewegen, schon vor dem Termin bei Ihrem Arzt - so können Sie sie gleich bei der ersten Vorsorgeuntersuchung klären und gehen mit dem guten Gefühl aus der Praxis, sich rundum informiert zu haben.

Auch Ihr Arzt hat Fragen: Er wird sich vor allem für Ihre bisherige Krankengeschichte interessieren: Stoffwechsel-, Kinder- und Erbkrankheiten, mögliche Allergien, eventuelle Fehlgeburten und Abbrüche - dies sind Themen, die er ansprechen wird. Und natürlich Ihren Impfstatus. Deshalb nehmen Sie entsprechende Unterlagen wie Impfpass oder Allergikerausweis am besten gleich mit zum Termin.

Bekomme ich jetzt schon den Mutterpass?

Zunächst wird der Frauenarzt Ihre Blutprobe ins Labor schicken. Sobald die Ergebnisse vorliegen, trägt er diese in den Mutterpass ein und händigt ihn aus. Das kann allerdings ein paar Tage dauern. Sobald Sie jedoch stolze Besitzerin des Passes sind, sollten Sie ihn immer bei sich tragen - zu Ihrer Sicherheit und zu der Ihres Babys.

Noch Fragen?

Sie haben doch noch Fragen, aber dafür reichte die Zeit angesichts des überfüllten Wartezimmers nicht aus? In vielen Fällen ist es sinnvoll, sich schon zu Beginn der Schwangerschaft nach einer Hebamme umzusehen. Sie ergänzt den Frauenarzt perfekt: So hat man zwei kompetente Ansprechpartner für die verschiedensten Themenbereiche, die einen durch die Schwangerschaft begleiten. Und: Viele Hebammen machen sogar Hausbesuche.