Frauen erzählen
 
Schwanger mit 20, 30 oder 40 Jahren

Noch zu jung für ein Baby? Schon zu alt? Wir finden: Eine Schwangerschaft ist in jedem Alter eine einmalige Erfahrung. Das bestätigen uns auch die drei werdenden Mütter, die hier erzählen, wie sie ihre Schwangerschaft mit Anfang 20, 30 oder 40 Jahren erleben.

Schwanger mit 22: ein absolutes Wunschkind

Nicole erwartet mit 22 Jahren ihr erstes Kind
Nicole erwartet mit 22 Jahren ihr erstes Kind

"Mit 22 Jahren klingt das vielleicht komisch, aber die Schwangerschaft war geplant. Im November vergangenen Jahres hatte ich wegen meiner stets so unregelmäßigen Periode eine Ausschabung. Bei der Nachuntersuchung sagte meine Frauenärztin mir, dass bei der Operation Verwachsungen entdeckt worden seien und ich mir mit der Familiengründung nicht mehr allzu viel Zeit lassen sollte. Also entschieden wir uns, dass wir ein Kind bekommen möchten. Zum Glück hat es dann auch recht schnell mit der Schwangerschaft geklappt.

Weil meine Freunde und meine Verwandten alle um die Diagnose wissen, hat uns noch niemand darauf angesprochen, ob wir nicht noch ein wenig zu jung wären, um ein Kind zu bekommen. Vor allem meine Eltern waren hin und weg. Etwas mulmig war mir aber, als ich meinem Chef und meinen Arbeitskollegen von meiner Schwangerschaft erzählt habe. Ich bin gelernte Einzelhandelskauffrau, zur Zeit arbeite ich Teilzeit in der Pflanzenabteilung eines Baumarktes. Aber auch dort haben sich alle total für mich gefreut.

Für dieses Verständnis bin ich sehr dankbar. Denn in den ersten Schwangerschaftswochen habe ich das 'volle Programm' mitgemacht: Mir war dauernd übel, außerdem war ich ständig müde. Mittlerweile ist es aber besser geworden. Und ich weiß ja, dass ich nicht krank bin, sondern schwanger - deshalb habe ich mich über diese 'Nebenwirkungen' irgendwie auch ein bisschen gefreut. Denn sie sind der Beweis, dass in meinem Bauch ein kleines Wesen heranwächst.

Der Gedanke an das kleine Würmchen hilft mir auch, wenn mir angesichts der Verantwortung, die auf uns zukommt, doch einmal mulmig wird. Ich denke aber, es ist ganz normal, dass man in der Schwangerschaft auch Ängste hat - natürlich auch, ob es dem Baby gut geht. Zum Glück habe ich eine Frauenärztin an meiner Seite, der ich voll und ganz vertraue.

Deshalb sehe ich im Großen und Ganzen auch sehr optimistisch in die Zukunft. Im September haben wir erst einmal geheiratet. Jetzt wollen wir uns auf jeden Fall schon mal bei Tagesmüttern und Kindertagesstätten informieren, wie wir die Betreuung organisieren, wenn das Baby da ist. Denn auch wenn mein Mann als Hauptverdiener mehr arbeiten gehen wird als ich, habe ich natürlich neben der Familiengründung noch andere Zukunftspläne: Ich möchte auf jeden Fall per Fernstudium das Abitur nachholen und dann auch studieren."

Nicole (22) lebt in Zwickau und ist in der 17. Schwangerschaftswoche.

Um die 20 und schwanger - einige Fakten

  • Im Jahr 2006 bekamen in Deutschland insgesamt 9.272 Frauen im Alter zwischen 20 und 22 Jahren ihr erstes Kind.
  • Rein physiologisch gesehen sind die Jahre um die 20 perfekt zum Kinder kriegen: Es gibt sehr selten Probleme mit der Fruchtbarkeit - mehr als die Hälfte der jungen Frauen wird bei ungeschütztem Sex bereits nach dem zweiten Zyklus schwanger.
  • Auch Fehlgeburten und Chromosomendefekte sind in den Zwanzigern selten. Das Risiko, ein Baby mit Down-Syndrom zu bekommen, liegt zum Beispiel nur bei 1:1.500.
  • Eine frühe Schwangerschaft kann das Leben auch ganz schön durcheinander wirbeln. Doch der Staat greift jungen Müttern, die auf Hilfe angewiesen sind, unter die Arme. Mehr dazu erfahren Interessierte hier.
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