Ungeplant schwanger
Ein Baby sah die Lebensplanung nicht vor

Eine Schwangerschaft wirbelt jedes Leben durcheinander. Erst recht, wenn das Kind nicht geplant war. Hier erzählen vier Frauen, wie sie eine solche Situation gemeistert haben - und warum sie ihre Entscheidung nie bereut haben.

Den Traum von der eigenen Familie schon aufgegeben

Ungeplant schwanger: Ein Baby sah die Lebensplanung nicht vor

"Vor zwei Jahren wurden bei mir Gehirntumore festgestellt - ein gutartiger und ein bösartiger. Ich wurde daraufhin zwei Mal operiert. Seitdem muss ich alle sechs Monate zur Nachuntersuchung. Kurz nach der Operation erklärte mir der behandelnde Neurochirurg ohne Umschweife, dass ich besser keine Kinder bekäme - zum einen, weil die Gefahr eines Rückfalls ja immer gegeben ist, zum anderen aber auch, weil man nicht genau abschätzen konnte, wie der Tumor auf die hormonellen Veränderungen durch die Schwangerschaft reagieren würde.

Das war natürlich ein riesiger Schock. Mein Mann Ren ist zehn Jahre älter als ich, wir waren damals schon vier Jahre zusammen und hatten bereits geheiratet. Natürlich wollten wir Kinder! Wenn man sich selber gegen ein Kind entscheidet, ist das eine Sache - aber wenn jemand anders einem diese Entscheidung mehr oder weniger diktiert, ist das schon schlimm. Ich hatte das Gefühl, da pfuscht jemand in meine Lebensplanung hinein!

Nach und nach haben wir uns aber mit unserem Schicksal abgefunden und uns ein Leben als kinderloses Paar eingerichtet. Kurz nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus haben wir einen Hund angeschafft - der war dann quasi unser Baby. Am vergangenen Neujahrstag haben wir dann noch eine streunende Katze gefunden und bei uns aufgenommen. Damit war unsere 'Familie' komplett. Wir haben das Motorrad als Hobby entdeckt, waren viel unterwegs. Nach der langen Krankheit musste ich es beruflich - ich arbeite in Luxemburg an einer Tankstelle, sowohl im Büro als auch hinter der Kasse - langsamer angehen lassen, aber auch da wollte ich wieder stärker powern, wenn meine Kräfte es zulassen würden. Und dann habe ich noch den Kontakt zu meinem Vater wieder intensiviert, den ich 15 Jahre lang nicht gesehen hatte.

Tja, und im vergangenen August hatte ich dann auf einmal so ein komisches Gefühl. Ich habe dann meinem Mann gesagt, dass ich einen Schwangerschaftstest machen würde. Wir hatten nicht verhütet, weil ich weder Pille noch Drei-Monats-Spritze vertragen hatte. Aber in den vergangenen sechs Jahren war ich nicht schwanger geworden und da habe ich irgendwie gedacht, dass das auch nicht mehr passieren würde - vielleicht auch aufgrund des Tumors.