Geburt

Deutsche Babys werden immer schwerer

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Jede Mutter freut sich, wenn das Gewicht ihres kleinen Mitbewohners während der Schwangerschaft kontinuierlich steigt und das Ungeborene wächst und gedeiht. Die Freude schlägt aber schnell in leichte Panik um, wenn sich die Gewichtsprognose des Frauenarztes kurz vor dem Geburtstermin der Vier-Kilo-Marke nähert. Schließlich will und soll der kleine Wonneproppen ja irgendwie seinen Weg aus dem Mutterleib finden ...

Welche Risiken bestehen bei der Geburt eines sehr schweren Kindes?

Die gute Nachricht vorneweg: Hier entscheidet in erster Linie der Kopfumfang des Babys und nicht das absolute Gewicht. Ist ein Baby sehr lang und dadurch in der Regel auch schwerer als der Durchschnitt, hat das bei der Geburt keinerlei Einfluss auf den Verlauf. "Problematisch sind eher die "komprimierten" Babys, die kurz und recht breit sind", so die Münchener Frauenärztin Angelika Rose-Meyer. Die Statur der Mutter spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Eine große, kräftig gebaute Mutter wird weniger Probleme haben, ein Vier-Kilo-Baby auf die Welt zu bringen als eine kleine zierliche Frau.

Folgende Geburtsrisiken bestehen bei übergewichtigen Babys:

  • Das Kind passt nicht mehr ins Becken und muss per Kaiserschnitt geholt werden.
  • Höheres Verletzungsrisiko während der Geburt
  • Sauerstoffunterversorgung des Babys

Hebamme Halina von Stietencron rät: "Auch wenn klar ist, dass das Baby überdurchschnittlich schwer sein wird, sollten sich Schwangere nicht von vornerein zu einem Kaiserschnitt überreden lassen. Erst während der Geburt zeigt sich, ob eine Geburt auf natürlichem Weg nicht doch völlig unproblematisch möglich ist." Frauen, die ein schweres Kind erwarten, sollten sicherheitshalber die Klinik als Geburtsort wählen. Sollte es zu einem Geburtsstopp kommen, kann das Kind hier per Kaiserschnitt geholt werden. "Zudem stimmen die Gewichtsprognosen in vielen Fällen nicht", so Halina von Stietencron.

Immer mehr dicke Babys

Bislang standen hauptsächlich zu dicke Kinder und Jugendliche im Fokus von besorgten Medizinern, Eltern und den Medien. Jetzt gilt das Augenmerk aber vermehrt auch kleinen Wonneproppen, die schon bei der Geburt zu viel Gewicht auf die Waage bringen. Und die Tatsache, dass in Deutschland immer mehr übergewichtige Babys das Licht der Welt erblicken, beweist die Statistik: Nach Angaben der Techniker Krankenkasse ist zwischen den Jahren 2004 und 2007 die Zahl der übergewichtigen Neugeborenen in Deutschland um 43 Prozent gestiegen. Wobei das Statement "übergewichtig" keiner festen Definition folgt, sondern Auslegung des Arztes ist, da sie auch in Zusammenhang mit der Größe des Babys zu sehen ist.

Kommentierte man vor zehn Jahren ein kleines Dickerchen gerne mit "rund und gesund", ist die Freude über stattliche Grammzahlen verhaltener. Ab gut vier Kilo Geburtsgewicht spricht man von einem erhöhten Geburtsrisiko. Bei Babys in dieser Gewichtsklasse treten auch in einigen Fällen bereits gesundheitliche Probleme wie ein gestörter Blutzuckerhaushalt auf.

Geburtsgewicht: Kennen Sie die wichtigsten Facts?

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  • von Sandra am 26. März 2013, 23:01 Uhr

    Ich finde es echt gemein, ständig den Müttern die Schuld für alles in die Schuhe zu schieben. Ich kenne mehrere werdende Mütter die ständig Blutzucker messen müssen, kaum Kohlenhydrate essen dürfen und andauernd zum Ultraschall und Wiegen in die Klinik zitiert werden, nur weil jemand das Gewicht der Babys vermeintlich hoch eingeschätzt hat (und das obwohl sie keine Hinweise auf Schwangerschaftsdiabetes haben). Diesen Frauen wird ganz entscheidend ein Stück unbeschwerte Schwangerschaft und Vorfreude auf ihr Kind geraubt. Und Ihnen wird permanent ein schlechtes Gewissen eingeredet, da sie ja "übergewichtige" Kinder bekommen werden und somit deren Leben für immer "versauen". Und sie bekommen Angst vor der Geburt, sind verkrampft und lassen sich womöglich zum geplanten Kaiserschnitt hinreißen, obwohl wahrscheinlich bei einer spontanen Geburt alles gut verlaufen würde, hätten sie nicht diese Blockade im Kopf...


  • von Sandra am 26. März 2013, 23:01 Uhr

    Ich finde es schon sehr merkwürdig, so etwas zu behaupten, wenn man sich mal vor Augen führt, dass die heute alten und übergewichtigen Diabetiker (die tatsächlich immer mehr werden) ja damals vor 60, 70 Jahren noch als "normalgewichtige" Kinder geboren wurden. Eigentlich dürften sie ja im Umkehrschluss gar nicht darunter zu leiden haben.

    Also liebe Eltern-Redaktion: vielleicht sollten Sie nicht einfach kritiklos jede vermeintliche Statistik übernehmen sondern statt dessen versuchen, den werdenden und frischgebackenen Müttern mehr Mut und Selbstvertrauen zu vermitteln.


  • von Iris am 4. November 2012, 05:27 Uhr

    Deutsche Babys sind nicht schwerer geworden!!
    Quelle: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/zdw/2010/PD10_037_p002.html
    "Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wiegen die meisten Kinder, die in Deutschland zur Welt kommen, zwischen 3000 und 3500 Gramm. 2008 gehörten 36,9% der Kinder zu dieser Gruppe. 30,2% der Neugeborenen waren zwischen 3 500 und 4 000 Gramm schwer. Die Verhältnisse waren auch zehn Jahre zuvor ähnlich gewesen. 1998 hatten 36,2% ein Geburtsgewicht von 3 000 bis 3 500 Gramm und 30,6% ein Geburtsgewicht zwischen 3 500 und 4 000 Gramm.
    In diesen zehn Jahren sind die Anzahl und der Anteil der Kinder mit sehr geringem Geburtsgewicht leicht angestiegen [...](14.09.2010).
    Vgl. auch
    http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2012005.asp


  • von JH am 13. April 2012, 02:55 Uhr

    Auch ich muss dazu sagen dass die Gramm eines Kindes nicht wirklich aussagekräftig sind ob das Baby übergewiscchtig ist oder später mal sein wird oder nicht. Meine beiden Söhne waren über 4kg (4,026 und 4,360), aber auch sehr groß mit 56 und 57 cm. (beide normale Geburten, kein Kaiserschnitt nögit) Mein Großer ist inzwischen 2 und ein dünner langer Hering, genau wie sein 2m Daddy.
    Mein Tip: Nicht stressen lassen nur weil die da eine große Grammzahl steht, es sind Babies! Meist geht der Babyspeck schnell weg sobald die Stinker krabbeln und dann laufen.


  • von Danielle am 27. März 2012, 14:31 Uhr

    Dass das von der Ernährung der Mütter kommen soll halte ich für vollkommen ausgeschlossen.
    Ich habe mich vor und während der Schwangerschaft völlig gesund ernährt und wog auch nur 50 KG bei 170 cm.
    Dann kam meine Tochter zur Welt: 3950 g, 52 cm, KU 37cm.
    In der 2.Schwangerschaft habe ich mich vollkommen gehen lassen (habe aber insgesamt 20 KG zugenommen), habe viel Süssigkeiten gegessen usw.
    Dann kam mein sohn zur Welt: 3050 g, 48 cm KU 35cm!
    Meine Schwester, die sich in der Schwangerschaft sehr oft übergeben musste, kaum etwas gegessen hatte und fast nichts zugenommen hat brachte ein Kerlchen mit 4200 g und 56 cm zur Welt


(21 Kommentare)

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