Formalitäten-Checkliste
So kommen Sie schnell durch den Bürokratie-Dschungel

Anträge, Formulare, Urkunden, Kopien - für einen kleinen neuen Erdenbürger müssen Mama und Papa ganz schön viel Bürokratie erledigen. Damit trotzdem viel Zeit zum Kuscheln für die ganze Familie bleibt, haben wir für Sie alle notwendigen Infos mit praktischer Checkliste zum Download zusammengestellt.

Formalitäten-Checkliste: So kommen Sie schnell durch den Bürokratie-Dschungel
© Thinkstock, Szepy
Inhalt: 
VaterschaftsanerkennungGeburtsurkunde beantragenAnmeldung beim EinwohnermeldeamtKindergeld beantragenKrankenversicherung beantragenElterngeld beantragenElternzeit beantragenBetreuungsgeld

Endlich ist es da – Ihr kleines süßes Baby, auf das Sie so lange gewartet haben. Eigentlich möchte man viel lieber die kleinen Zehen und Fingerchen zählen und das kleine Wunder stundenlang betrachten, als sich mit Formalitäten und Anmeldungen auseinanderzusetzten. Um nach der Geburt möglichst viel Kuschel- und Familienzeit zu haben, können Sie bereits im Vorfeld einiges erledigen: Besorgen Sie sich die Anträge für Kinder- und Elterngeld und Aufnahme in die Krankenkasse und kopieren Sie alle notwendgien Unterlagen. Was genau Sie für welchen Antrag brauchen, können Sie in der Tabelle sehen. Füllen Sie die Anträge, so weit wie möglich, aus. Nach der Geburt brauchen Sie dann nur noch den Namen und das Geburtsdatum des Kindes nachzutragen und müssen sich nicht weiter mit dem Papierkram herumschlagen. Denn dann gibt es bestimmt tausendmal Schöneres für Sie.

Tipp

Legen Sie sich alle nötigen Unterlagen für die Geburtsurkunde in die Kliniktasche. So haben Sie bereits alles, was Sie dafür brauchen, dabei. Papa kann dann die wertvolle Zeit lieber mit der Familie verbringen als im Copyshop oder auf der Suche nach dem Familienstammbuch.

Die komplette Checkliste für alle Formalitäten können Sie hier herunterladen.

Vaterschaftsanerkennung

Vater mit Baby
© Thinkstock, monkeybusinessimages

Eine Vaterschaftsanerkennung ist dann von Bedeutung, wenn Mama und Papa des neuen Erdenbürgers nicht miteinander verheiratet sind. Durch die Anerkennung des Kindes wird offiziell ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen Vater und Kind festgestellt. Das ist z.B. für Sorgerechtsfragen oder eventuelle Erbschaftsansprüche wichtig. Für die Anerkennung muss nicht nur der Vater zum Standes- bzw. Jugendamt. Auch die Mutter muss hier ihre Zustimmung zur Vaterschaftsanerkennung geben.

Tipp: Die Vaterschaftsanerkennung können Sie schon während der Schwangerschaft auf den Weg bringen.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Geburtsurkunde beantragen

Möglichst innerhalb der ersten Woche nach der Geburt sollten Sie die Geburtsurkunde für Ihr Kind beim Standesamt beantragen. Das können Sie entweder persönlich beim Standesamt tun oder aber direkt über das Krankenhaus. Damit Mama und Papa möglichst viel Zeit mit Ihrem Neugeborenen verbringen können, übernehmen heute viele Kliniken die Anmeldungen. Hierzu wird Ihnen nach der Geburt ein brauner Umschlag überreicht. Auf der Vorderseite finden Sie alle Informationen zu den Unterlagen und Geldbeträgen, die für die Bearbeitung in den Umschlag gelegt werden müssen. Auf der Rückseite des Umschlages müssen Sie die Daten von Ihnen und Ihrem Kind eintragen. Ganz wichtig: Vergessen Sie nicht, zu unterschreiben. Innerhalb einer Woche sendet Ihnen das Standesamt die Geburtsurkunde (mit Ausführungen für Krankenkasse und Elterngeldantrag) nach Hause. Wenn Sie sich also bereits ein paar Tage ungestört mit Ihrem kleinen Wonneproppen zu Hause eingelebt haben, können Sie die Anträge für Versicherung, Eltern- und Kindergeld weiter bearbeiten.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Anmeldung beim Einwohnermeldeamt

Nicht immer wird das Einwohnermeldeamt vom Standesamt über den neuen Erdenbürger benachrichtigt. Daher sollten Sie die Geburtsurkunde auch dort so bald wie möglich vorlegen. Bei der Gelegenheit können Sie für spätere Reisen auch gleich einen Kinderausweis ausstellen lassen. Dafür brauchen Sie noch ein biometrisches Passfoto. Über Sonderregelungen und Kosten für den Kinderausweis informiert Sie die Internetseite vom Bundesministerium des Inneren.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Kindergeld beantragen

Formalitäten-Checkliste: So kommen Sie schnell durch den Bürokratie-Dschungel
© Maxal Tamor

Den Antrag auf Kindergeld müssen die neuen Eltern bei der zuständigen Familienkasse oder dem Arbeitsamt einreichen. Hierfür brauchen Sie eine spezielle Ausführung der Geburtsurkunde, die Ihnen in der Regel mit den anderen Kopien der Geburtsurkunden zugesendet wird. Aktuell erhalten Familien für die ersten beiden Kinder jeweils 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro und für jedes weitere Kind 215 Euro. Die Bearbeitung des Kindergeldantrages nimmt beim Amt etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch. Aber keine Sorge, gezahlt wir natürlich rückwirkend.

Eine Familienkasse in Ihrer Nähe können hier finden.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Krankenversicherung beantragen

Ihr kleines Baby ist für seine ersten Untersuchungen über die Mutter krankenversichert. Trotzdem sollten Sie sich bald darum bemühen, das Kind offiziell in Ihre Familienversicherung mit aufzunehmen. Auch hierfür benötigen Sie eine spezielle Ausfertigung der Geburtsurkunde, die Sie in der Regel automatisch mit der regulären erhalten. Das geht für gesetzlich Versicherte ohne Probleme kostenlos. Den Antrag hierfür erhalten Sie von der Krankenkasse. Nach Bearbeitung des Antrages erhält Ihr Baby eine eigene Versichertenkarte. Sollte diese bis zur ersten Untersuchung durch den Kinderarzt noch nicht vorliegen, können Sie Ihre Versicherung um eine vorläufige Versicherungsbescheinigung für das Kind bitten. So müssen Sie die Karte später nicht noch einmal beim Arzt vorlegen. Ist ein Elternteil privat versichert und der andere gesetzlich, kann das Kind nicht kostenlos gesetzlich mitversichert werden, wenn der Privatversicherte das höhere Einkommen (mehr als 4.462,50 Euro) hat. In diesem Fall muss die private Versicherung das Kind aufnehmen – ohne Risikoprüfung und Wartezeit, aber gegen einen eigenen Beitrag. Der Antrag für eine private Versicherung muss innerhalb von zwei Monaten gestellt werden. Die Versicherung erfolgt dann rückwirkend.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Elterngeld beantragen

Eltern mit ihrem Neugeborenem
© Thinkstock, Hanna Monika Cybulko

Die Kür im Antragstellen für Neueltern ist der Elterngeldantrag. Doch auch hier gilt: Füllen Sie den Antrag lieber vor der Geburt Ihres Kindes soweit wie möglich aus. Denn das schont Ihre Nerven. Ist Ihr süßes Baby nämlich erst einmal auf der Welt, gibt es für Sie viel Wichtigeres und Schöneres als den Bürokratie-Dschungel. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Elterngeld finden Sie hier. Da das Elterngeld aber nur für drei Monate rückwirkend gezahlt wird, sollten Sie nicht zu lange mit der Antragstellung warten. Eine Liste der Elterngeldstellen für die jeweiligen Bundesländer finden Sie unter www.bmfsfj.de.

Tipp: Haben Sie ein Familienzentrum in Ihrer Nähe? Dort können Sie sich in Sachen Elterngeld beraten lassen und sich Hilfe beim Ausfüllen des Antrages holen.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Elternzeit beantragen

Die gute Nachricht: Um Elternzeit in Anspruch zu nehmen, müssen Sie keinen komplizierten Antrag ausfüllen. Doch gibt es auch hier einiges zu beachten: Spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn der Elternzeit, müssen Sie Ihren Arbeitgeber schriftlich über Ihre Pläne informieren. In dem Schreiben müssen Sie festlegen, wie Sie die ersten 24 Monate Elternzeit gestalten wollen. Ob Sie zum Beispiel planen, in Teilzeit zu arbeiten. Dann sollten Sie gleich die gewünschte Stundenzahl und die genauen Arbeitszeiten angeben.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wann und wo einreichen müssen.

Betreuungsgeld

Ihr Kind ist nach dem 1. August 2012 geboren? Sie möchten oder können Ihr Kind nicht im Kindergarten betreuen lassen? Dann können Sie für 22 Monate Betreuungsgeld in Höhe von monatlich 150 Euro in Anspruch nehmen. Hier haben wir Fragen und Antworten zum Betreeungsgeld für Sie zusammengestellt. Ihren Antrag können Sie bei den für Sie zuständigen Elterngeldstellen einreichen. Hier gibt es eine Übersicht.

Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie wo und wann einreichen müssen.

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