Hausgeburt

Ideal - oder unverantwortlicher Wahnsinn?

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Hausgeburt: Ideal - oder unverantwortlicher Wahnsinn?

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Caro schreibt: "Ich habe meinen kleinen Sohn zu Hause bekommen und ich muss sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war…es war sooo schön und entspannend. Meine Hebamme (die ich übrigens schon sechs Jahre kenne) hat mich so toll unterstützt und angespornt. Auch mein Freund hat mir super gut geholfen. Einfach unbeschreiblich, ich konnte meinen Kleinen von Anfang an zu Hause genießen, bekuscheln und stillen, wie ich es für richtig hielt."

Ist die Hausgeburt für Sie eine Option?

Mit unserem Hausgeburts-Check finden Sie es heraus!

Wie? Mit wem? Wichtige Informationen zur Hausgeburt

Voraussetzung für eine Hausgeburt ist, dass Sie und Ihr Kind gesund sind und die Schwangerschaft problemlos verläuft. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist die Hausgeburt sicher. Das belegen Studien der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe.

Hausgeburts-Hebammen: versiert in der Erstversorgung

Hausgeburts-Hebammen haben heute nicht nur ein hölzernes Hörrohr, sondern tragbare CTG-Geräte dabei. Sie sind sehr versiert in der Erstversorgung von Neugeborenen. Auch eine Hausgeburtshebamme geht kein Risiko ein. Schwangere mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes oder auch Frauen mit einem früheren Kaiserschnitt werden die meisten Hebammen zur Entbindung in die Klinik schicken. Und nur wenige Hebammen betreuen eine Hausgeburt, wenn das Kind in Steißlage liegt.

Falls es mit der Hausgeburt doch nicht klapp ...

Selbst wenn Ihre Schwangerschaft völlig komplikationslos verläuft, bestehen viele Hausgeburts-Hebammen darauf, dass Sie sich eine Klinik für den Ernstfall aussuchen und sich dort auch anmelden. Sollten Sie sich für eine Hausgeburt interessieren, dann suchen Sie sich möglichst früh in der Schwangerschaft (am besten schon um die 12. Woche herum) eine Hebamme. Viele sind schnell ausgebucht oder nehmen keine Frauen mehr an, zum Beispiel wenn der errechnete Termin in der Ferienzeit liegt. Empfiehlt Ihnen jemand aus Ihrem Bekanntenkreis eine Hebamme, dann fragen Sie nach, ob sie auch Hausgeburten betreut. Mit ihr gemeinsam können Sie besprechen, wie Sie sich die Geburt vorstellen.

Was gehört zur Grundausstattung einer Hausgeburt?

Bei der Grundausstattung für die Hausgeburt sollten Sie an folgende Hilfsmittel denken: Decken und eventuell Montol-Unterlagen (Apotheke), Handtücher, Wegwerf-Slips und Binden. Um den Rest kümmert sich die Hebamme.

Was kostet die Rufbereitschaft der Hebamme für eine Hausgeburt?

Da sich die Hebamme rund um den errechneten Geburtstermin ständig bereithalten muss, fällt für Sie ein sogenanntes Rufbereitschaftsgeld in Höhe von ungefähr 300 Euro an. Alle sonstigen Hebammenleistungen für Vor- und Nachsorge sowie die Geburt werden von den Krankenkassen übernommen. Haben Sie bereits ein Kind, dann sollten Sie sich überlegen, ob es mit in der Wohnung bleibt. Mit die wichtigste Vorraussetzung für eine glückliche Hausgeburt: Der werdende Vater ist von dieser Art des Kinderkriegens so überzeugt wie Sie!

Checkliste für die Hausgeburt

Eine Hausgeburt kommt für Sie in Frage, wenn...

  • Sie und das Kind völlig gesund sind.
  • Ihnen Ihre Hebamme als medizinischer Rückhalt ausreicht.
  • Sie die private Atmosphäre Ihrer eigenen vier Wände brauchen.
  • Sie den Verlauf der Geburt weitestmöglich selbst bestimmen möchten.
  • Sie auf schulmedizinische Schmerzmittel (wie die PDA) verzichten können.
  • Sie sich des Risikos bewusst sind, dass im Notfall wertvolle Minuten mit der Fahrt ins Krankenhaus verloren gehen können.
Autor

Stefanie Matousch


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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Melanie Schöne am 7. September 2011, 02:24 Uhr

    Ich bin Filmemacherin und habe einen Film zum Thema Hausgeburt gedreht. Dieser erscheint am 16. Oktober und ist bestellbar unter www.hausgeburt.tv
    Aufklärung ist sehr wichtig - gerade zum Thema Hausgeburt. Hier der Link zum Trailer:
    http://www.youtube.com/watch?v=kmJ52IPNIxw


  • von Somer am 16. September 2010, 21:39 Uhr

    Ich habe meine Tochter auch zu Hause bekommen und es war eine Traumgeburt, einfach unvergesslich.

    Den letzten Absatz im Artikel finde ich etwas unklar: Das "Risiko", dass durch die Fahrt ins Krankenhaus wertvolle Zeit verloren geht, besteht im Grunde nur dann, wenn die nächste Klinik zu weit entfernt ist. Bei 5-10 Minuten Fahrtweg ist die Zeit bis zu einem evtl. Kaiserschnitt (und das wäre der einzige Notfall-Eingriff, den die Hebamme nicht selber machen kann) doch genauso lange, wie es im Krankenhaus sowieso dauert, bis man vom Kreißsaal in den OP verlegt wird. Ist ja nicht so, dass die dort innerhalb von zwei Minuten loslegen können. Insofern ist das Risiko der Autofahrt im Grunde gar keins. Zumal eine gute Hebamme immer rechtzeitig die Anzeichen für Komplikationen erkennt und daher in Ruhe und zeitig genug die Verlegung anordnen wird.


  • von Daniela Thomalla am 21. Juli 2010, 19:56 Uhr

    Hallo!
    Meine erste Tochter kam im KH zur Welt - mit allem was man sich vorstellen kann: PDA, Wehenhemmer, Saugglocke, Dammschnitt und Fast-Not-KS (wenn sie es mit der Glocke nicht hin bekommen hätten!). diesem Wahnsinn wollte ich entkommen bei meiner zweiten Geburt.
    Und es war eine wunderbare Geburt. Meine tochter kam halt im Wasser halb in der Luft zur Welt. Ich durfte das machen, was ich wollte. Keiner hat mich an irgendwas gehindert.

    Für mich käme es nie wieder in Frage (außer es besteht Gefahr für mich oder das Baby) in die Klinik zu gehen. Dort wo eine hohe Keimzahl für irgendwelche Infektionen auf mich wartet. Dazu noch die ach so tolle PDA, die ein erhöhtes risiko für einen KS mit sich bringt. Nein, ohne mich!
    MfG
    Daniela


  • von Hausgeburt am 27. April 2010, 08:12 Uhr

    Wenn ich krank bin, gehe ich in ein Krankenhaus.

    Meines Wissens ist weder eine Schwangerschaft noch eine Geburt eine Krankheit.

    Also bleibe ich zu Hause.

    Anders ist es wenn es medizinisch Notwendig ist, aber das resultiert in der Regel aus Erkrankungen oder die erhöhte Gefahr von Komplikationen.
    Dann macht ein Krankenhaus Sinn.

    Es ist sehr schade das so wenig Frauen, Infomationen und Aufmunterungen bekommen, selbstbestimmt zu entbinden.


  • von Jule am 17. Juli 2009, 17:55 Uhr

    Ich finde, eine Hausgeburt ist das einzig Wahre!
    Ich habe das erste Kind in der Klinik bekommen, das war so zum Abgewöhnen (20 Stunden Wehen, PDA, die ich nicht wollte, dann schlechte Herztöne, falsche Lage, fast Kaiserschnitt, schließlich Saugglocke...), dass ich die anderen vier Kinder zu Hause bekommen habe. Eine Hausgeburt ist natürlich keine Garantie für eine gute, komplikationslose Geburt, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, weil oft die Probleme "klinikgemacht" sind und mit der ganzen überflüssigen "Medizin" eher steigen. Meine Hausgeburten waren allesamt völlig unproblematisch, weil ich mich gut aufgehoben fühlte.


(21 Kommentare)

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