Kaiserschnitt

Alles über die Geburt im OP

Weiterleiten Drucken

Wann wird ein Kaiserschnitt vorgenommen?


Spricht man über den Kaiserschnitt, so muss man zunächst unterscheiden zwischen einem geplanten (primären) Kaiserschnitt und dem Eingriff, der sich aus dem Geburtsverlauf ergibt.

Gründe für einen primären Kaiserschnitt sind zum Beispiel Mehrlinge, eine Plazenta, die vor dem Muttermund liegt, oder ein Kind in Beckenendlage.

Was passiert bei einem Kaiserschnitt?

Bei einem Kaiserschnitt (der Fachbegriff lautet "sectio") wird das Baby nicht vaginal geboren, sondern in einer Operation aus dem Bauch seiner Mutter geholt.

Zur Vorbereitung auf den Kaiserschnitt erhält diese meist Antibiotika, um möglichen Infektionen vorzubeugen. In der Regel wird vor der Operation ein Katheter gelegt, damit die Blase leer bleibt. Falls nötig, entfernt die Hebamme noch die Schamhaare.

Nachdem die Betäubung eingesetzt hat, setzt der Chirurg hinter einem Sichtschutz zunächst eine Serie kleinerer Schritte unterhalb des Nabels, um den unteren Teil der Gebärmutter freizulegen. Anschließend zieht er einen horizontalen Schnitt durch den Uterus, so dass die Fruchtblase hervortritt. Diese wird geöffnet, damit das austretende Fruchtwasser abgesaugt werden kann. Achtung: Das Öffnen geschieht heute oft nicht mehr ausschließlich per Skalpell, sondern auch durch Schieben, Dehnen und auch Reißen - das ist besser für die Wundheilung, kann aber unangenehm klingen.

image_section3

Für Mediziner geübte Routine: Der Kaiserschnitt

Nun ist der große Moment gekommen: Vorsichtig hebt der Arzt mit einer Hand das Baby durch die kleine Öffnung. Mit der anderen Hand drückt er zugleich auf den oberen Teil der Gebärmutter, so dass das Baby nach unten durch den Schnitt herausgeschoben wird. Sobald das Baby ganz aus der Gebärmutter herausgehoben worden ist, wird es schnell abgesaugt und der Mutter in die Arme gelegt. Wenn alles gut läuft, dauert ein Kaiserschnitt etwa zehn bis 15 Minuten - im Notfall bringt der Arzt das Baby sogar in weniger als fünf Minuten auf die Welt.

Während der Schnitt früher zumeist vertikal verlief, hat sich heute die horizontale Variante etabliert. Weil der nahe der Schamhaargrenze verläuft, ist die Narbe verdeckt, wenn die Frau einen Slip oder eine Bikinihose trägt. Außerdem reißt er bei einer weiteren Schwangerschaft seltener als ein vertikaler Schnitt.

Was beim Kaiserschnitt genau passiert, sehen Sie in unserer Bildershow:

So kommt ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt








> Bilderstrecke starten

Nach dem Kaiserschnitt erhalten viele junge Mütter eine Oxytocinspritze. Die sorgt dafür, dass sich die Plazenta löst, so dass der Arzt sie ebenfalls durch die Bauchöffnung herausheben kann. Anschließend wird der Schnitt in der Gebärmutter mit sich selbst auflösenden Fäden vernäht.

Erst zum Schluss wird auch die Bauchdecke wieder geschlossen. Dazu werden Fäden oder Metallclips verwendet, die nach etwa zehn Tagen wieder entfernt werden können. Leider dauert diese Prozedur länger als der Kaiserschnitt selbst.

Wie wird die werdende Mutter bei einem Kaiserschnitt betäubt?

In der Regel erhält die werdende Mutter bei einem Kaiserschnitt eine PDA, so dass sie miterleben kann, wie ihr Baby auf die Welt kommt - und es anschließend sofort in ihre Arme schließen kann. Nur in Notfällen, wenn der Kaiserschnitt sehr schnell erfolgen muss, wird das Ärzteteam ihr eine Vollnarkose geben.

Warum enden auch normale begonnene Geburten mit einem Kaiserschnitt?

Tatsächlich ist die Hälfte der Kaiserschnitte nicht geplant, sondern ein so genannter geburtshilflicher Notfall. Der häufigste Grund für einen solchen sekundären Kaiserschnitt: Die kindlichen Herztöne im CTG fallen ab. Wenn das Baby Probleme mit dem Wehendruck hat oder ihm ein Sauerstoffmangel droht, muss es schnell auf die Welt - und das geht dann eben nur per Kaiserschnitt.

In einer solchen Situation kann es manchmal leider hektisch werden - und belastend, sowohl für die Mutter als auch für den Vater, der sich oft hilflos und überfordert fühlt. Trotzdem müssen beide bei aller Sorge und Unruhe noch Formalitäten über sich ergehen lassen und etwa die Unterschrift unter die Einverständniserklärung setzen.

Eine Geburtseinleitung erhöht übrigens nicht generell die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts - außer, die Mutter hat bereits zuvor ein Kind im OP bekommen.

Sollte der Vater bei einem Kaiserschnitt anwesend sein?

Die Antwort auf die Frage, ob der werdende Vater beim Kaiserschnitt anwesend sein sollte, muss jedes Paar für sich beantworten - genau wie bei einer natürlichen Geburt. Sollte der Partner mit in den OP kommen wollen, so ist sein Platz ganz klar am Kopfende der werdenden Mutter. Dort kann er sie unterstützen und mit ihr gemeinsam den ersten Blick auf das gemeinsame Kind werfen.

Wenn es dem Kind gut geht, ist die Zeit, in der die Mutter nach dem Kaiserschnitt genäht wird, ideal für Baby und Vater, um sich schon mal ein wenig kennen zu lernen. Sich an Papas warme, nackte Brust zu kuscheln, ist auf jeden Fall gut für die Bindung - zu beiden Elternteilen.

Wie häufig wird in Deutschland ein Kaiserschnitt vorgenommen?

Ganz so weit wie in China, wo mittlerweile schon jedes zweite Kind per Kaiserschnitt entbunden wird, sind wir zum Glück noch nicht. Doch auch in Deutschland kamen im Jahr 2012 laut Statistischem Bundesamt beinahe ein Drittel aller Babys in Deutschland (31,7 Prozent) per Kaiserschnitt zur Welt. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat sich die Kaiserschnitt-Rate sogar annähernd verdoppelt: 1992 lag sie noch bei 16,2 Prozent. Allerdings: Erstmals seit 1991 sank der Anteil an Kaiserschnittgeburten. Denn im Vorjahr waren es noch 32,1 Prozent.

Die höchste Kaiserschnittrate wies dabei wie bereits 2011 das Saarland mit 37,2 Prozent auf, während in Sachsen nur 23,7 Prozent aller Geburten ein Kaiserschnitt waren. Die Tabelle zeigt Ihnen den Anteil der Kaiserschnittgeburten im Jahre 2012 pro Bundesland:

BundeslandGeburten ingsgesamtAnzahl der KaiserschnitteAnteil der Kaiserschnitte in Prozent
Baden-Württemberg86.84529.18633,6
Bayern104.48333.81932,4
Berlin35.7029.90727,7
Brandenburg14.4073.75526,1
Bremen7.9262.63233,2
Hamburg20.6775.50826,6
Hessen48.44816.76734,6
Mecklenburg-
Vorpommern
12.4383.60229,0
Niedersachsen57.21818.31632,0
Nordhrein-Westfalen142.18046.71732,9
Rheinland-Pfalz30.29010.75935,5
Saarland7.3212.72737,2
Sachsen33.9328.02523,7
Sachsen-Anhalt16.2464.82329,7
Schleswig-Holstein19.1746.10231,8
Thüringen15.9284.27426,8

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wie viele Kaiserschnitte werden auf Wunsch der Schwangeren vorgenommen?

Wenige! Laut Umfragen wollten nur etwa drei von 100 Kaiserschnitt-Müttern tatsächlich eine Geburt im OP. Repräsentative Zahlen gibt es dazu allerdings nicht. Doch offensichtlich werden viele Frauen im Laufe ihrer Schwangerschaft verunsichert - manchmal auch durch die sie betreuenden Gynäkologen.

Warum wird dann heute viel häufiger ein Kaiserschnitt gemacht als früher?

Eine ganze Reihe von Faktoren hat zu dem Anstieg der Kaiserschnittraten geführt:

  • Da Frauen heute tendenziell später Kinder bekommen, treten auch etwas häufiger Komplikationen auf, die einen Kaiserschnitt nötig machen.
  • Trotz des noch immer vorherrschenden Wunsches nach einer natürlichen Geburt: Mediziner beobachten einen Einstellungswandel bei Schwangeren und ihren Partnern. Viele empfinden die Wehenschmerzen als so unerträglich, dass sie sich doch für einen Kaiserschnitt entscheiden - manche sogar bereits im Vorfeld, weil sie schon der bloße Gedanke daran überfordert.
  • Das Gesundheitssystem setzt für Ärzte und Kliniken eher Anreize für einen Kaiserschnitt als für eine natürliche Geburt: Sie werden besser vergütet.
  • Haftpflichtversicherer verlangen von Kliniken mit vielen Spontangeburten höhere Prämien. Und sollte das Kind nach einer vaginalen Geburt aufgrund von Komplikationen tatsächlich bleibende Schäden zurückbehalten, ziehen Krankenkassen heute oft vor Gericht, um die dadurch anfallenden Kosten auf die Haftpflichtversicherungen abzuwälzen.
  • Aus Angst vor Risiken und Haftung greifen Geburtshelfer heute deshalb öfter in den Entbindungsverlauf ein. Doch Wehentropf, Blasensprengung oder PDA können unter Umständen das Risiko erhöhen, dass es am Ende doch zu einem Kaiserschnitt kommt.

Für die Kliniken rechnnet es sich also, viele Kaiserschnitte durchzuführen?

So könnte man es sehen. Auch erleichtern geplante Kaiserschnitte natürlich den zunehmend unter Sparzwang stehenden Krankenhäusern die Organisation: Sie wissen, wann das Bett belegt ist - und wann die Geburtshelfer eingesetzt werden müssen (falls möglich, nicht am Wochenende). Besonders kleine Belegkrankenhäuser und Privatkliniken stehen unter diesem Sachzwang.

Allerdings wäre es unfair, jeder Klinik mit einer hohen Kaiserschnittrate pauschal zu unterstellen, dass sie keine natürlichen Entbindungen durchführen wolle. So kommen zwar in den großen Perinatalzentren mit ihrer Spezialisierung auf komplizierte Fälle bis zu 40 Prozent der Kinder mit Kaiserschnitt zur Welt. Doch entbinden hier viele Frauen, bei denen Schwierigkeiten zu erwarten sind. Die anderen dagegen haben hier sogar öfter die Chance, ihr Kind vaginal zur Welt zu bringen.

Welche Risiken bestehen bei einem Kaiserschnitt für Mutter und Kind?

Für Mediziner ist der Kaiserschnitt Routine. Trotzdem: Er ist eine Operation, dementsprechend bleibt immer ein gewisses, wenn auch geringes Risiko - selbst wenn die Mutter keine Vollnarkose bekommt.

Studien, wie etwa eine 2009 in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführte Untersuchung, weisen nach einer Kaiserschnittgeburt ein deutlich höheres Risiko schwerer Komplikationen für die Mutter nach als nach einer normalen Entbindung. Auch komme es öfter zu Spätfolgen, beispielsweise Verwachsungen. Ebenfalls nachgewiesen wurden vermehrte Probleme bei späteren Schwangerschaften, etwa ein Gebärmutterriss.

Bei Babys in der Beckenendlage scheint der Kaiserschnitt dagegen sogar zu helfen, Komplikationen zu vermeiden - zumindest in Kliniken, die wenig Erfahrung mit vaginalen Steißlagenentbindungen haben.

Insgesamt haben Kinder bei einem geplanten Kaiserschnitt jedoch ein erhöhtes Risiko, Atemprobleme zu bekommen, da die Lunge des Babys nicht wie bei einer normalen Geburt gereizt wird. Denn würde das Kind durch den Geburtskanal geschoben, bekäme der kleine Brustkorb eine regelrechte Massage. Dabei würde Fruchtwasser aus den Lungenbläschen gedrückt, und das Baby wäre schnell bereit für Luft. Diesen Vorteil haben Kaiserschnittkinder nicht.

Verschärft wird die Gefahr von Atemproblemen noch, wenn der Operationstermin sehr früh angesetzt wird. Kinderärzte empfehlen daher, selbst bei einem geplanten Kaiserschnitt so lange wie möglich zu warten. Keinesfalls sollte er vor der 39. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden - außer, das Kind muss aus medizinischen Gründen vorher geholt werden. Frauen, bei denen ein Kaiserschnitt geplant ist, sollten deshalb mit ihren Ärzten sprechen. Wenn sie und ihr Kind gesund sind, spricht nichts dagegen, bis zum Einsetzen der Wehen zu warten, bevor der Kaiserschnitt gemacht wird.

Um die Atmung von Neugeborenen nach einem Kaiserschnitt besser in Gang zu bringen, wird die Mutter übrigens häufig bereits einen Tag vor einem geplanten Kaiserschnitt an einen Wehentropf gehängt. Dadurch schüttet sie Hormone aus - und die verringern das Risiko von Anpassungsschwierigkeiten beim Baby.

image_section17

Ein Baby kommt per Kaiserschnitt zur Welt

Immer mehr Forscher vermuten jedoch, dass Kindern nach einem Kaiserschnitt noch eine ganz andere Gefahr droht: eine Autoimmunerkrankung. So lässt sich ein statistischer Zusammenhang zwischen der Zunahme an Kaiserschnittgeburten und juvenilem Diabetes beobachten. Dr. Herbert Renz-Polster vom Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg: "Kinder, die im Operationssaal zur Welt kommen, haben gegenüber im Kreißsaal geborenen Altersgenossen ein um 20 Prozent erhöhtes statistisches Risiko, an Typ-1-Diabetes zu erkranken."

Woran liegt das? Forscher vermuten, dass der Darm des Babys, der bis zur Geburt keimfrei ist, bei einer normalen Entbindung mit immunologisch wichtigen Bifidus- und Lactobazillen aus dem Geburtskanal der Mutter besiedelt wird. Bei Kaiserschnittbabys können sich diese Bazillen nicht ansiedeln. Stattdessen kommen die Kleinen mit den Hautbakterien der Eltern und anderen Keimen aus dem Krankenhaus in Kontakt. Doch scheint die Zusammensetzung der Darmflora die Reifung des Immunsystems nachhaltig zu beeinflussen: "Wissenschaftliche Studien legen den Schluss nahe, dass das Immunsystem weniger Fehlfunktionen aufweist und genauer arbeitet, wenn es sich mit möglichst vielen Keimen auseinandersetzen muss", erklärt Dr. Renz-Polster. "Ein derart trainiertes Immunsystem kann Entzündungen besser eindämmen. Das ist sehr wichtig, da ungebremst glimmende Entzündungen allergische und autoimmune Reaktionen auslösen."

Müssen also auch Mütter, bei denen ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig war, jetzt ein schlechtes Gewissen haben? Nein, denn das individuelle Risiko eines Kaiserschnittkindes, an Diabetes zu erkranken, ist eher gering. Professor Martin Wabitsch, pädiatrischer Diabetologe an der Uni-Klinik Ulm: "Den Zusammenhang zwischen dem Ansteigen der Kaiserschnittrate und der Zunahme des Typ-1-Diabetes gibt es. Doch im Einzelfall fällt das nicht ins Gewicht. Das durchschnittliche Typ-1-Diabetes-Risiko eines Neugeborenen liegt derzeit bei 0,2 Prozent. Bei Kaiserschnittkindern erhöht es sich auf 0,24 Prozent."

Wie fühlt sich das Baby bei einem Kaiserschnitt?

Manche Mutter hat vielleicht das Gefühl, dass ein Kaiserschnitt für ihr Baby einfacher und weniger anstrengend wäre. Und tatsächlich haben Neugeborene nach einem Kaiserschnitt weder ein verformtes Köpfchen noch geschwollene Augen oder verschrammtes Näschen.

Doch so verständlich der Wunsch ist, seinem Kind den Weg auf die Welt zu erleichtern - wie bereits gesagt, haben gesunde Babys durch einen Kaiserschnitt eher Nachteile. Darüber hinaus fehlen ihnen die aufmunternden Hormone, die Frauen während der Wehen weitergeben. Deshalb sind sie oft etwas müder als Babys, die auf natürlichem Wege zur Welt kommen.

Warum wollen manche Frauen auf jeden Fall einen Kaiserschnitt?

Manche Frauen entscheiden sich ganz bewusst für einen Kaiserschnitt. Viele von ihnen haben große Angst vor den Schmerzen beziehungsweise der Geburt. Und wenn sich die werdende Mutter gut informiert hat und diese Entscheidung bewusst trifft, sollte das auch respektiert werden.

Auch wenn sie nicht ausschlaggebend sein sollten - es gibt zudem durchaus ein paar ganz pragmatische Gründe, die die Entscheidung für einen Wunsch-Kaiserschnitt mit beeinflussen können:

  • In der Regel kennen die werdenden Eltern den genauen Termin für den Eingriff. Sie wissen, wann der Klinikkoffer gepackt sein muss, wann der werdende Vater Urlaub braucht - und können den letzten Abend zu zweit noch einmal ganz bewusst genießen.
  • Auch die Klinik kann sich bei einem Kaiserschnitt auf Wunsch vorbereiten und das OP-Team rechtzeitig bereitstellen.

Schont der Kaiserschnitt den Beckenboden?

Eine Frage, die sich viele Frauen stellen, wenn sie mit dem Gedanken an einen Wunsch-Kaiserschnitt spielen. Die Antwort lautet: ein wenig. Doch auch ein Kaiserschnitten bewahrt nicht immer vor Harninkontinenz, Gebärmutter- oder Scheidensenkungen.

Wie belastend ist der Kaiserschnitt?

Zum Glück kommt es nach einem Kaiserschnitt nur noch höchst selten zu Komplikationen. Trotzdem: Er ist und bleibt eine Operation - und zwar eine große. Die Folge:

  • Wundschmerzen.
  • Es dauert länger, bis sich die Mutter von einem Kaiserschnitt erholt hat. Nach einer normalen Geburt sind die meisten Frauen schon am selben Tag trotz aller Erschöpfung fit und munter. Dafür sorgen die vielen Endorphine, die ihr Körper während der Wehen ausgeschüttet hat. Nach einem Kaiserschnitt dagegen brauchen die meisten Wöchnerinnen drei bis vier Tage, bis sie sich erholt haben.
  • Manche Frau leidet unter dem Gefühl, aufgeschnitten worden zu sein.

Warum ist der Kaiserschnitt für viele Frauen eine seelische Belastung?

Manche Frauen fühlen sich nach einem Kaiserschnitt als Versagerinnen

Auch wenn immer wieder Studien Zusammenhänge zwischen einem Kaiserschnitt und einer Wochenbettdepression oder Problemen, etwa beim Stillen, hinweisen: Nicht jede Frau leidet zwangsläufig unter einem Kaiserschnitt.

Schwierigkeiten, einen Kaiserschnitt zu verarbeiten, haben insbesondere Mütter, die sich zu der Operation drängen ließen. Auch Frauen, die sich sehr auf eine normale Geburt ihres Kindes gefreut, sie sich bis ins kleinste Detail ausgemalt und sich intensiv auf diese Variante vorbereitet hatten, sind oft im Nachhinein unglücklich. Manche fühlen sich als Versagerinnen, die es nicht geschafft hätten, ihr Kind zur Welt zu bringen. Und dass sie keine normale Geburt erleben durften. Viele setzen sich noch nach Jahren schmerzhaft damit auseinander. Sätze aus dem Umfeld, wie "Hauptsache, ihr seid beide gesund", helfen ihnen wenig.

Deshalb raten Experten werdenden Müttern, sich nicht zu sehr auf eine bestimmte Form der Geburt zu versteifen. Sondern es ein Stück weit auf sich zukommen zu lassen - auch wenn es vielleicht nicht die Traumgeburt wird, die man sich gewünscht hat.

Dass die Geburt eines Kindes nicht immer so verläuft wie geplant, zeigt auch dieses Video:

Meist anders als geplant

Was hilft gegen die Narbenschmerzen nach einem Kaiserschnitt?

Wie nach jeder Operation, so wird auch eine Kaiserschnittnarbe zunächst weh tun. Meist geben die Krankenhäuser den Müttern deshalb noch Schmerzmittel mit nach Hause. Oft ist darin der Wirkstoff Paracetamol enthalten, aber auch Ibuprofen oder ein Kombinationspräparat mit Kodein wird eingesetzt.

Um die Selbstheilungskräfte des Körpers nach einem Kaiserschnitt zu unterstützen, braucht die Frau jetzt vor allem Zeit, Ruhe, Schonung - und sorgfältige Hygiene.

Einige Studien zeigen auch, dass so genannte nichtsteroidale Antirheumatika, wie der Wirkstoff Diclofenac, die Schmerzen nach dem Kaiserschnitt lindern. Frauen, die diese Medikamente im Krankenhaus bekamen, brauchten weniger Schmerzmittel. Diclofenac geht zwar in die Muttermilch über, Ärzte gehen jedoch davon aus, dass die Menge dem Kind nicht schadet.

Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt - ist das normal?

Auch nach einem Kaiserschnitt setzt der Wochenfluss ein - wenn auch meist schwächer als nach einer natürlichen Geburt. Denn auch bei einem Kaiserschnitt löst sich die Plazenta, so dass eine Wunde entsteht.

Was ist bei der Rückbildung nach einem Kaiserschnitt zu beachten?

Auch nach einem Kaiserschnitt gilt: Der Beckenboden wurde durch die Schwangerschaft beansprucht. Deshalb ist Rückbildung wichtig, sollte aber wie nach einer vaginalen Entbindung frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt starten.

Schlechte Nachricht für alle Mütter, die ohnehin nur schwer ein paar Wochen lang auf ihren Sport verzichten konnten: Da es seine Zeit braucht, bis die Kaiserschnittnarbe zugeheilt ist, müssen sie sogar noch ein wenig länger warten, bis sie endlich wieder joggen gehen können.

Einmal Kaiserschnitt - immer Kaiserschnitt?

Neue Nähverfahren verringern zum Glück das Risiko, dass die Narbe im Uterus bei einer weiteren Schwangerschaft unter den Wehen reißt. Frauen, die nach einem Kaiserschnitt wieder schwanger sind, sollten sich jedoch mit ihrem Frauenarzt, ihrer Hebamme und den Klinikärzten beraten - und deutlich äußern, wenn sie es dieses Mal auf natürlichem Wege versuchen möchten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kaiserschnitt und einer Kaisergeburt?

image_section31

Auch nach einem Kaiserschnitt werden Babys so schnell wie möglich der Mutter auf die Brust gelegt

Trotz der schönen Bezeichnung - allzu groß ist der Unterschied zwischen einer so genannten Kaisergeburt und dem herkömmlichen Kaiserschnitt nicht.

Allerdings wird bei der Kaisergeburt der Sichtschutz grundsätzlich entfernt, sobald der Arzt das Köpfchen des Babys aus dem Bauch holt. Außerdem wird das Kind nicht erst abgesaugt, sondern sofort auf den Bauch gelegt.



Hatten Sie einen Kaiserschnitt?

Haben Sie selbst Ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht? Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt auf das Ergebis!

Sagen Sie uns Ihre Meinung: Die Antworten:
Hatten Sie einen Kaiserschnitt?

Tauschen Sie sich aus - in unserem Kaiserschnitt-Forum!

Egal, ob Sie über einen Kaiserschnitt auf Wunsch nachdenken, Ihr Arzt Ihnen zur OP rät oder ob Sie den Kaiserschnitt bereits hinter sich haben - in unserem Kaiserschnitt-Forum können Sie sich mit anderen Müttern austauschen.

Weiterleiten Drucken

Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich im Eltern.de Forum.

Fruchtbarkeitskalender, mobile Website und ganz neu die Eltern.de-App: Eltern.de für unterwegs.



 
  • von Cathrin am 5. Mai 2014, 10:48 Uhr

    Schade dass bei der Umfrage nur wenige Antwortmöglichkeiten passen und man sich für eine "entscheiden" muss.
    Ich hatte 1 ungeplanten (sekundären) KS und 2 geplante (primäre). Da ich mit Nr. 4 schwanger bin und sich Nr. 3 schon nicht ins Becken senkte, wird es wohl auch wieder ein KS.


  • von WHM am 15. Dezember 2013, 16:33 Uhr

    Der Satz "Auch nach einem Kaiserschnitt werden Babys so schnell wie möglich der Mutter auf die Brust gelegt" ist irreführend. Vielerorts werden Kaiserschnittfrauen von ihrem Kind getrennt - und bekommen es erst Stunden oder Tage später zu sehen.


  • von Doris Lenhard am 3. Dezember 2013, 01:39 Uhr

    Vielen Dank für diesen ausführlichen und alle Aspekte beleuchtenden Artikel.
    Wieso wird in Deutschland so wenig in den Medien über die Möglichkeit berichtet, sich mit einer Geburtsmethode aus Amerika vorzubereiten, die Frauen die Angst vor der Geburt nimmt. Mit HypnoBirthing lernen Frauen, dass die vielen gruseligen Geburtsgeschichten in Ihnen Angst und Anspannung konditioniert hat. Die positive Psychologie weiß um die Wirkung der Gedanken. Schade, dass so viele Frauen und Babys leidvolle Erfahrungen müssen. Sie könnten lernen, wie sie ihren Körper und sich tief entspannen, wie sie die Kraft in sich spüren und wie sie mit Glücksgefühlen während der Geburt und ohne den Geburtsschmerz, von dem sie gehört haben, ihr Kind zur Welt bringen. Die unerträglichen Schmerzen, vor denen die Frauen sich fürchten, haben mit der Natur einer Geburt NICHTS zu tun. Sondern mit dem Angst-Anspannungs-Schmerzsyndrom.


    (3 Kommentare)

    Kommentar schreiben »
    Name
    E-Mail

    Kommentar (max. 1000 Zeichen)

    Bild hochladen (optional)


    * Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.