Geburt
 
Tipps für den Kreißsaal

Sich Ruhe gönnen, Pausen akzeptieren, nicht zu früh ins Krankenhaus gehen - mit den zehn ELTERN-Tipps für den Kreißsaal werden Dich die ereignisreichsten Stunden Deines Lebens nicht überfordern.

1. Nicht zu früh ins Krankenhaus, weil das oft mit einer Geburtseinleitung endet

Die zehn besten Tipps für den Kreißsaal

Die Zeit um den Geburtstermin ist spannend. Sind das Wehen? Wie fühlt es sich an, wenn sich das Baby auf den Weg macht? Kann keiner wissen, der noch kein Kind gekriegt hat. Unsicherheit ist also ganz normal. Und es geht Dir vielleicht so wie über der Hälfte der werdenden Mütter: Du fährst lieber früher in die Klinik! Ja, und da seid Ihr nun. Denn auch wenn die Geburt noch nicht begonnen hat, schicken heute die wenigsten Krankenhäuser werdende Eltern wieder nach Hause. Weil man niemanden unbehütet lassen möchte.
Es gibt Vorwehen- Zimmer, in denen Du Dich fast wie im Hotel fühlst. Aber eben nur fast. Im Hintergrund läuft die Zeit. Du wanderst mit Deinem Partner durch Flure und den Park. Die Zeit kriecht. Nach 24 Stunden ist so gut wie jedes Paar mürbe. Bitte Wehenmittel! Tatsache ist leider: Künstlich angestoßene Wehen verlaufen anders als natürliche. Sie tun mehr weh. Die Folge: fast immer eine PDA, fast immer Eingriffe in der letzten Phase der Geburt – die Saugglocke, wenn der Arzt Erfahrung damit hat und das Geburtshilfe-Team noch einen Rest Geduld. Sonst? Kaiserschnitt.

Der ELTERN-Rat für Dich: Besuche einen Geburtsvorbereitungskurs. Dort erfährst Du viel über die ersten Anzeichen einer Geburt und wann es wirklich an der Zeit ist, in die Klinik zu fahren. Bei Partnerkursen lernt Ihr gemeinsam, was Dir bei der Geburt gut tut und was der werdende Papa tun kann, um Dich zu unterstützen.

2. Mehr männlicher Mut, weil sich dann Ärzte und Hebammen mehr Zeit lassen

Es ist verdammt schwer, nicht wirklich etwas tun zu können, wenn sich der Mensch, den man liebt, mit Schmerzen quält. Okay, der Schmerz ist für einen guten Zweck. Trotzdem. Es braucht einen starken Mann, um viele Stunden Wehen mit durchzustehen, ohne vor Mitleid, Hilflosigkeit oder Angst die Geburtshelfer anzubetteln, endlich "richtig" einzugreifen.
Hebammen und Ärzte reagieren, wenn der Mann Hilfe braucht. Sie sind schließlich keine Unmenschen. Und keine Übermenschen, die unbeeinflusst nur das tun, was objektiv richtig ist. So kann das Seelenleben des werdenden Vaters den Geburtsverlauf entscheidend steuern. Hält der Mann nicht mehr durch, beschleunigen Hebammen und Ärzte die Entbindung. In allergrößter Not sogar mit Kaiserschnitt.

Der ELTERN-Rat für Dich: Ehrliche Geburtsvorbereitung für Männer. Das muss nicht in einem Extra-Kurs nur für werdende Väter sein. Aber ein Zweier-Gespräch zwischen Mann und Hebamme unbedingt einplanen. Und bitte – ehrliche Selbsteinschätzung! Das heißt nicht gleich, dass ängstliche Männer nicht mitdürfen zur Geburt. Aber sie sollten sich Pausen gönnen, wenn sie es nicht mehr aushalten können.

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