Neu geboren
Wie sich Neugeborene an das Leben draußen anpassen

Es ist ein Wunder und ein Glück: das eigene Baby endlich im Arm zu halten. Aber warum sieht es aus wie eingecremt? Ist so zerknautsch? Und warum ist sein Köpfchen oft schief?

Käseschmiere: die beste Bodylotion der Welt

Neu geboren: Wie sich Neugeborene an das Leben draußen anpassen

Neugeborene sehen oft aus wie eingecremt: Ihre Haut ist mit einer dünnen weißen Schicht überzogen, der sogenannten Käseschmiere. Klingt ein bisschen eklig? Ja, aber das liegt am Namen: Der stammt noch aus einer Zeit, in der die Schmiere als Schmutz angesehen wurde. Deshalb hieß es nach der Geburt: Schnell abwaschen! Heute weiß man: Die cremige Masse sorgt im Mutterleib dafür, dass das Fruchtwasser die Haut nicht aufweicht - und schützt Neugeborene vor schädlichen Keimen. Wissenschaftler haben nachgewiesen: Käseschmiere besteht nicht nur aus Fett, sondern enthält auch das entzündungshemmende Vitamin E sowie besondere Proteine, die Bakterien, Viren und Pilze bekämpfen. Also: Unbedingt dranlassen! Mit dem Baden noch warten.

Zerknautscht und trotzdem zuckersüß

So ein Geburtskanal ist verdammt eng. Und dann ist da gemeinerweise auch noch ein Scham- oder Steißbein im Weg, an dem man sich beim Durchschieben die Nase schrammt. Die Folge: Direkt nach der Geburt sehen viele Babys ziemlich zerknautscht aus - und haben manchmal auch kleine Kratzer. Ebenfalls häufig: Bläuliche Hände und Füße - durch den Druck. der auf dem winzigen Körper lastete, wurden sie zu wenig durchblutet. Geschwollene Geschlechtsteile und Augenlider kommen übrigens von einem Extraschub weiblicher Hormone, die die Mutter bei Geburtsbeginn ausschüttet. All das gibt sich aber bald schon von selbst.

Komische Kopfform?

Das Köpfchen des Babys besteht aus einzelnen Knochenplatten, die sich noch verschieben lassen. Der Vorteil: Der Kopf kann sich dem Geburtskanal flexibel anpassen, an besonders engen Stellen können sich die Platten sogar übereinanderschieben. Die Folge: Direkt nach der Geburt ist das Köpfchen bei den meisten Babys noch etwas verformt. Beim vorsichtigen Streicheln können viele Eltern sogar die Rillen fühlen, wo sich zwei Schädelplatten noch überlagern. Babys, die per Kaiserschnitt geholt wurden, weil sie nicht in den Beckeneingang kamen, haben oft ein "Hütchen" auf dem Kopf. Das heißt: Die Stelle, mit der sie auf die Beckenknochen stießen, ist etwas geschwollen. Auch nach Saugglockengeburten tragen die Kinder eine solche Haube. Doch keine Sorge: In all diesen Fällen kommt das runde Köpfchen nach wenigen Lebenstagen von ganz allein.