Nach der Geburt

Darüber sprechen wir doch!

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Die ersten Tage nach der Geburt haben viele, viele Sonnenseiten - in Form des gerade geborenen entzückenden Babys - aber auch ein paar Schattenseiten. Dazu zählen Verstopfung, Probleme und Schmerzen beim Stuhlgang, Brennen oder Jucken am After oder eine Blasenschwäche. Während der Geburt musste schon genug Intimsphäre geopfert werden, viele frisch Entbundene scheuen sich, das Thema beim Arzt anzusprechen. Wir helfen Ihnen mit vielen Infos weiter! Bevor Sie weiterlesen noch ein Hinweis: So unangenehm diese Probleme erstmal sind: sie vergehen wieder, keine Sorge!

Wichtig: Eine genaue Diagnose

Eine genaue Diagnose ist wichtig. Denn sehr häufig wird falsch behandelt, weil falsch diagnostiziert wurde. Schmerzen beim Stuhlgang, Brennen oder Jucken am After: Das sind nicht zwangsläufig Beschwerden durch Hämorrhoiden. Solche Probleme können auch die harmlosen Analvenenthrombosen verursachen. Diese verschwinden übrigens auch ohne Therapie nach ein paar Wochen von selbst wieder.

Verstopfung

Was man spürt:
Vorweg: Keiner muss täglich müssen! Alles zwischen drei Mal am Tag und drei Mal pro Woche ist in Ordnung. Von Verstopfung spricht der Arzt, wenn man weniger als drei Mal pro Woche muss, wenn der Stuhl zu hart ist und der Stuhlgang schmerzhaft, wenn es fünf Tage dauert, bis die Nahrung den Körper passiert hat, wenn Patienten ständig pressen müssen und wenn sie nach dem Toilettengang das Gefühl einer unvollständigen Entleerung haben.

Wie man sie bekommt:
Schwangerschaftshormone wirken auf den Stoffwechsel, die Folge: Darmträgheit. Außerdem entpannen und beruhigen die Hormone die Muskulatur des Darms. Ansonsten ist Verstopfung oft eine Nebenwirkung von Medikamenten (z. B. Schmerzmittel, Antidepressiva) oder Folge ungünstiger Ernährung: zu viel schwarzer Tee, Schokolade oder Weißmehlprodukte, zu wenig Wasser oder Früchte-/Kräutertee. Auch eine sitzende Tätigkeit oder langes Liegen kann Verstopfung begünstigen.

Das macht der Arzt:
Eine gesunde Lebensführung ist für Verstopfungsgeplagte wichtig. Allerdings leiden viele unter einer sogenannten funktionellen Verstopfung, bei der keine eindeutigen Ursachen zu erkennen sind. Hier wird der Arzt ein leichtes Abführmittel empfehlen, um den Darm in Schwung zu bringen. Übrigens: Auch für Mütter gibt es Mittel, die sie während der Stillzeit problemlos einnehmen dürfen.

Das kann man selbst tun:
Bei Verstopfung kann man selbst einiges machen. Allerdings: Mehr Ballasstoffe, mehr Trinken und mehr Bewegung helfen nicht immer - weniger Stress und mehr Ruhe helfen dagegen häufig, den Darm in Schwung zu bringen.

Bei Beschwerden am Enddarm - ob Hämorrhoiden oder Thrombosen - hilft:

  • Ausreichend Flüssigkeit. Mindestens zwei bis drei Liter Wasser, Tee oder verdünnte Säfte sollten Sie trinken, das beugt Verstopfung vor.
  • Ballaststoffreiche Ernährung. Sie hält die Verdauung ebenfalls in Schwung.
  • Leinsamen, Kleietabletten oder indische Flohsamenschalen.
  • Wichtig ist eine gute Analhygiene. Vermeiden Sie feuchtes Toilettenpapier, es kann Allergien und Reizungen auslösen. Besser sind Einmalwaschlappen. Hebammen empfehlen Sitzbäder mit Eichenrinde. Dafür 500 Gramm geschnittene Eichenrinde aus der Apotheke in fünf Liter Wasser 20 Minuten aufkochen. Dann abseihen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen und fünf bis zehn Minuten Sitzbad genießen.
  • Viel Bewegung - aber natürlich erst, wenn Sie sich wieder fit genug fühlen, das Wochenbett abgeschlossen ist und Sie sonst keine Beschwerden haben. Bewegung kurbelt die Verdauung an. Regelmäßiger Stuhlgang sorgt dafür, dass Sie nicht mit so viel Druck auf die Toilette müssen.

Was, wenn die Empfehlung "Mehr trinken, mehr bewegen, mehr Ballaststoffe" nicht hilft?

Auch Ballaststoffe können lästige oder unangenehme Nebenwirkungen haben. Sie führen oft zu Völlegefühl und Blähungen, manchmal wird die Verstopfung sogar schlimmer.
Nach Ansicht des Düsseldorfer Internisen Professor Dr. Joachim F. Erckenbrecht verbergen sich hinter einer hartnäckigen Verstopfung meist zwei unterschiedliche Störungen des Nahrungstransports:

1. Der zunächst normal weiterbeförderte Darminhalt stockt im ersten Abschnitt des Enddarms. Ein häufiger Grund: Die Empfindlichkeit der Nerven im letzten Darmabschnitt ist herabgesetzt, der Patient spürt nicht, wann er "muss". Diese Ausscheidungsstörung lässt sich mit Abführmitteln nicht beheben. Der Arzt muss versuchen, die örtliche Ursache zu finden.

2. Eine weitere Störung ist die so genannte "slow transit constipation". Hier ist der Transport des Nahrungsbreis durch den gesamten Dickdarm verlangsamt. Bei dieser Form der Verstopfung können Medikamente zur Steigerung der Darmbewegung hilfreich sein. So wird dessen Inhalt schneller transportiert und bleibt flüssiger. Am häufigsten verwendet wird hier der Wirkstoff Bisacodyl, der auch während der Stillzeit genommen werden darf.

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