Geburt

Alles in Ordnung, Baby?

Weiterleiten Drucken Bookmarks
Geburt: Alles in Ordnung, Baby?
 © NiDerLander - Fotolia.com

Braune Teddybären tummeln sich auf der Gardine. Eine Duftlampe verströmt zarte Lavendelwolken. Das Entbindungsbett ist keine herkömmliche Krankenhausliege, sondern ein futuristisches rundes Möbel in Pink. Die Hebamme strahlt Ruhe aus, sie lässt den werdenden Eltern viel Zeit und zieht sich zurück, wenn es nichts zu tun gibt. Hannys Wehen kommen im Fünf-Minuten-Takt. Man sieht es ihrem Gesicht an, wenn eine Kontraktion heranrollt. Hanny macht die Augen zu, ihre Nasenflügel beben, sie atmet tief. Sie ist angespannt, aber die Schmerzen überrollen sie noch nicht. Alles Frieden. Alles Frieden?

Die Ruhe wird von einem regelmäßigen Pochen zerhackt, etwa 120-mal in der Minute, bumbubum. Wenn Hanny aufsteht oder sich dreht, verwischt das Pochen zu einem schrilleren Geräusch, so, als suche einer am Radioknopf hektisch einen anderen Sender. Reinhard, der werdende Vater, zuckt jedes Mal, wenn er das Pochen nicht mehr richtig orten kann. Und sobald Hanny spürt, dass ihr Bauch wieder hart wird, suchen ihre Augen die Kurve auf dem Papierstreifen, der die Herztöne ihres Babys aufzeichnet.

Keine Geburt ohne Überwachung

Vor gut 25 Jahren wurde das CTG (Kardiotokogramm/Cardiotocographic), der Herzton-Wehenschreiber, erfunden: Zwei Sensoren (sie schicken kontinuierlich Ultraschallwellen aus) auf dem Bauch der gebärenden Frau leiten Signale in einen Rechner. Er setzt die Arbeit der Gebärmutter und die Herztöne des ungeborenen Kindes in Kurven um (auf Papier oder auf einem Bildschirm). Was dann im Kreißsaal laut pocht, ist allerdings nicht das Herz des Ungeborenen, sondern ein "virtueller" Herzschlag: Das CTG misst das Pulsen von größter Zacke zu größter Zacke in der Kurve und rechnet dann hoch, wie viele Schläge pro Minute zusammenkommen. Entsprechend pocht es aus dem Lautsprecher.


 
 
Kommentare zu diesem Artikel
> Kommentar schreiben
  • von Nora Leege am 27. Juli 2008, 14:54 Uhr

    Sie schreiben, daß es das CTG erst seit 25 Jahren gibt. Ich habe meinen Sohn 1971 im Marienkrankenhaus zur Welt gebrcht und ich meine, daß ich war damals daran schon angeschlossen.


  • von Lydia25 am 10. Juli 2008, 13:28 Uhr

    Ich stelle es mir schrecklich vor, zur Geburt die ganze Zeit die Herztöne meines Kindes zu hören. Es würde mich verunsichern. Schon während der CTG-Sitzungen bei der Frauenärztin haben mein Kind und ich gelitten. Der dauernde Ultraschall war meinem Kind unangenehm und es versuchte sich wegzudrehen, was aber zu dem Zeitpunkt wegen seiner Grösse nicht mehr ging. Mir wurde sehr übel davon. Der kurze Zeitraum beim visuellen Ultraschall hat ihm dagegen nichts ausgemacht.
    Ich bin froh, dass meine Hebammen im Geburtshaus nur ab und zu den CTG in Anspruch genommen haben. Wäre es nicht schöner, wir hätte mehr Vertrauene in die Kraft unseres Kindes und uns selber?


    (2 Kommentare)

    Kommentar schreiben

    Name
    E-Mail

    Kommentar (max. 1000 Zeichen)

    Bild hochladen (optional)


    * Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.



    Community
    Community
    > alle Tipps & Adressen

    Schwangerschaftsquiz

    Ernährungscoach



    Das aktuelle Heft
    Jetzt im Handel!

    > Heft-Vorschau

    > Online-Abo

     


    Jetzt ELTERN testen
    und Gratis-Geschenk sichern!

    > Online-Abo