Die sicheren Partner: Selbstverständlich gemeinsam in den Kreißsaal!
In ihrem und in seinem Terminkalender sind die Tage mit den Kursen zur Geburtsvorbereitung sorgfältig vermerkt. Wann immer es geht, kommt er mit zu den Vorsorgeuntersuchungen. Kein Gedanke daran, die Wehen nicht gemeinsam zu erleben. Unvorstellbar für ihn, erst dazuzukommen, wenn das Kind auf der Welt ist.
Tipp für den Kreißsaal: Niemand will Zweifel in die Vorfreude säen. Aber ein paar Gedanken über die gemeinsame Geburt sollten sich auch die sicheren Paare machen. Denn: Selbst die beste Geburtsvorbereitung stattet einen nur zum Teil für diese Ausnahmesituation aus. Es ist nicht einfach damit getan, die Entbindung im Kopf oft geprobt zu haben. In der Praxis läuft vieles anders - und es fühlt sich manchmal auch anders an als erwartet.
Deshalb: Wirklich reif für die Geburt sind auch die Männer, die unbedingt mitkommen wollen, erst, wenn sie ein wenig Demut vor dem Ereignis zulassen. Geburt ist nicht planbar, sie geschieht. Sie verursacht Schmerzen, und zu helfen, bedeutet nicht, die Frau davon zu befreien. Beistand zu leisten, heißt vielmehr, mit der Partnerin an die Grenzen zu gehen. Den Partner macht es deshalb stärker, wenn er schon vor der Entbindung den Gedanken verinnerlicht, dass er seiner Frau in den Wehen nicht tatkräftig helfen kann.
Die vorsichtigen Zweifler: Will ich wirklich mit in den Kreißsaal?
Eigentlich ist es ein unglaubliches Erlebnis, sein eigenes Kind auf die Welt kommen zu sehen - das ist auch Männern klar, die Zweifel haben. Genau das macht ihnen aber auch Angst oder schafft zumindest ein Unbehagen. Die Rolle des Beobachters ist gewöhnungsbedürftig - außen vor, nicht kompetent, nicht in der Lage, entscheidend eingreifen zu können in die Ereignisse.
Das Gefühl, hilflos zu sein, ist für die meisten Männer ein harter Brocken. Erst recht, wenn die geliebte Partnerin Schmerzen hat und sich heftig atmend von Wehe zu Wehe quält. Wie steht man da daneben als "Verursacher" dieser schweren Stunden?
Nur wenige Männer wagen, ihre Zweifel auszusprechen. Viele fürchten, ihre Partnerin könne Vorbehalte als Lieblosigkeit auslegen. Sie kommen sich komisch vor, die Frau, die das gemeinsame Kind in ihrem Bauch trägt, mit solchen Zweifeln zu konfrontieren. So schwach darf Mann nicht sein!
Tipp für den Kreißsaal: Viele Zweifler haben eine Formel, die ihre vielschichtigen, vermeintlich egoistischen Ängste auf Handfestes zusammenschnurren lässt. Sie lautet: "Ich kann kein Blut sehen!" Übersetzt heißt dieser Satz häufig: "Bitte nimm meine Gefühle ernst!"
Es bringt also nichts, die Blutmenge, mit der man bei einer Geburt rechnen muss, in Millilitern wiederzugeben. Besser: den Partner ernst nehmen, ihn entscheiden lassen, was er aushalten will. Und ihm zuhören, wenn er etwas über seine Gedanken erzählen möchte.
Die zögernden Frauen: Ist mein Mann im Kreißsaal gut für mich?
Diese Gruppe von werdenden Müttern wird größer. Nach Schätzungen von Hebammen und Geburtsvorbereiterinnen stellt sich etwa jede zehnte Frau diese Frage - ohne gleich die Beziehung in Zweifel zu ziehen. Nicht jedes Paar erwartet erst dann ein gemeinsames Kind, wenn es sich bereits bis in jede Haarwurzel kennt. Gerade in jüngeren Beziehungen ist sie noch da, diese Fremdheit, die faszinierend ist, aber auch unsicher machen kann.
Die Überlegung, ob der Partner gut für einen ist, heißt übersetzt oft: "Will ich, dass er mich so sieht? Verschwitzt und verzweifelt, mit schmerzverzerrtem Gesicht, gespreizten Beinen, vielleicht schreiend? Will ich, dass mein Mann miterlebt, wie fremde Menschen an meinem Unterleib hantierten?"
In vielen Frauen sitzt die Angst vor dem Kontrollverlust tief. Der Gedanke, sich preiszugeben, erschreckt sie. Oft gelingt es, während der Geburt so viel Nähe aufzubauen, dass sich diese Angst auflöst und die Gewissheit entsteht: Ich traue mich, in seiner Gegenwart zu sein, wie ich bin. Aber es ist wie immer im Leben: Vor der Bewältigung des Problems steht die Beschäftigung damit. Und die kostet Kraft. Nicht jede Frau hat sie in der Schwangerschaft und kann sich klar darüber werden, wie viel Vertrauen sie aufbringen kann.
Fragen, die zögernde Frauen auch oft beschäftigen: Ist mein Partner wirklich stark genug, dass er es aushält, wenn ich keine Rücksicht auf ihn nehme? Macht es ihm Probleme, wenn ich mich ganz auf mich konzentriere und vielleicht nach dem Arm der Hebamme greife statt nach seiner Hand?
Tipp für den Kreißsaal: Auch hier lohnt es sich, genauer über die eigenen Zweifel nachzudenken - und sie auszusprechen. Selbst um den Preis, dass der Mann vorübergehend gekränkt reagiert. Schonung tut nicht gut! Im Kreißsaal ist ohnehin nur Platz für echte Gefühle. Die, zu denen man sich zwingen muss, werden dort meistens schnell über Bord geworfen.








Mein Mann war bei der Geburt meiner ersten Tochter dabei, und soll auch bei der Geburt des zweiten kleinen Babys dabeisein. Bei Malika sollten eigentlich nur er, die Hebamme und der Arzt dabeisein, allerdings war meine Schwester zu der Zeit gerade auch im Krankenhaus, weil sie einen Freund besuchte, und als mein Mann sie dann sah und ihr alles erzählte, kam sie natürlich völlig aufgeregt dazu und war dann die ganze Geburt über dabei. Weil meine große Schwester so ein toller Beistand für mich war, möchte ich sie diesmal wieder dabeihaben, oder vielleicht auch eine Freundin, die auch gerade ein Baby gekriegt hat. Meine Eltern nicht, die würden das nervlich eher nicht überstehen! ;)
Der Mann sollte eher schon mit dabei sein, aber auch weiblicher Beistand ist echt supi! Karin
also ich war gezeungener maßen alleine bei der geburt weil ich schon im kkh lag und als es los ging und ich zuhause anrief dauerte es nur noch ne halbe std bis die klene da war und 45 min bis mann da war
aber ich hab mich doch sehr wohl gefühlt alleine
und bei nr 2 haben wir entschieden das es genauso läuft bin jetzt in der 20. woche
Hallo,
ich verstehe Männer nicht, die glauben, sie könnten doch sowieso nicht helfen. Mein Mann wurde bei allen drei Geburten von den Hebammen und Ärzten gelobt, weil er "es" so toll gemacht hat. Er war sehr präsent, hat stundenlang meine Wehen wegmassiert; war die ganze Zeit bei mir und hat mir das Gefühl gegeben, dass alles in Ordnung ist, auch wenn kein Krankenhauspersonal anwesend war. Seit den Geburten ist zwischen uns eine noch größere Nähe und das Gefühl, wir sind zu zweit unschlagbar.
Mein Freund war bei der Geburt unseres ersten Kindes dabei und ich habe es keine Sekunde bereut. Da die Hebamme mehrere Geburten zu selben Zeitpunkt hatte, konnte er sich um mich kümmern und mir beistehen. Es hat unsere Beziehung und seine Verbindung zu unserem Kind gefestigt.
Hallo
Ich muss sagen es geht auch ohne Mann. Bei der Geburt meiner Tochter hatte ich meine Schwester mitgenommen und ich muss sagen es war wunderbar mit ihr. Also an alle Frauen die Keinen Mann mehr haben. Es ist auch wunderschön mit der Schwester oder einer Guten Freundin, die wissen genauso war man grade braucht.
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