Wassergeburt

Mythos und Wahrheit

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Wassergeburt: Mythos und Wahrheit

Die Wassergeburt als Marketing-Gag

Weil immer weniger Kinder zur Welt kommen, gibt es unter den Geburtskliniken mächtig Konkurrenzkampf. Vordergründig richtet sich alles nach den Wünschen der werdenden Mütter:

Von Familienzimmer bis Frühstückbüfett wird alles angeboten. Natürlich auch die Geburt im Wasser für Frauen, die das möchten. Die Badewanne ist das Glanzstück bei den Kreißsaal-Führungen! Die Armaturen blitzen, die Gläschen für die Teelichter am Wannenrand funkeln, kein angebrannter Docht, kein Kalkrand von einem vergessenen Wassertropfen. Im Raum mit der Wanne sieht es nach Entspannung aus - hier will ich hin, wenn es ernst wird, ein Gefühl, das werdende Mütter aus der Kreißsaal-Führung mitnehmen.

Fragen werdende Eltern nach, was das Krankenhaus von der Entbindung in der Wanne hält, verlieren Hebammen und Ärzte meist kein kritisches Wort über diese Geburtsmethode. Müssen sie auch nicht. Verkaufen sie Ihnen eine Mogelpackung, passiert gar nichts, denn keine Frau wechselt unter Wehen die Klinik, weil sie nun doch nicht ins Wasser darf.

ELTERN-Tipp:
Fragen Sie nach exakten Zahlen. Jede Geburtsklinik dokumentiert ihre Entbindungen, also kann jedes Krankenhaus genau sagen, wie viele von 100 Kindern dort im Wasser geboren wurden. Erst ab einer Quote von 25 Prozent darf sich Ihre Klinik wirklich zu den Befürwortern der Entbindung in der Wanne rechnen.

Die Wassergeburt ist anstrengend - für die Geburtshelfer

Auch wenn moderne Wannen höher gebaut sind als die im eigenen Badezimmer - Hebammen und Ärzte müssen in die Knie gehen, sich weit runterbeugen, um die werdende Mutter zu untersuchen. Also sieht die Regie leider oft so aus: Nach etwa einer Stunde Wehen im Trockenen darf die Frau in die Wanne, wenn sie das ausdrücklich möchte. Für eine echte Wassergeburt ist das häufig viel zu früh. Denn einige Stunden in der Wanne - das mag kaum eine Frau.

Also: ein bisschen Planschen in der Eröffnungsphase und wieder an Land, wenn es ernst wird. Untersuchungen, Dammschutz und schließlich das Baby auf die Welt führen geht so für die Geburtshelfer in rückenschonender Höhe.

ELTERN-Tipp:
Fragen Sie bei den Hebammen Ihrer Klinik nach, wann sie den Frauen das Wasser empfehlen. Eine Wassergeburt wird es nämlich meist nur dann, wenn der Muttermund im Trockenen schon drei bis fünf Zentimeter offen war.

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von schlossgeist74 am 12. März 2011, 12:47 Uhr

    Hallo,
    ich kann nur bestätigen was der Artikel andeutet: In Vielen Kliniken ist die Badewanne einfach nur ein Prestige-Objekt. In einer mit bekannten Klinik wird bei jeder Kreißsaalführung die tolle Wanne samt Flatscreen und DVD-Recorder gezeigt und tatsächlich erblickten nur 4 Kinder vom 1000 in der Wanne das Licht der Welt....


  • von Vega am 7. März 2011, 14:59 Uhr

    Ich hätte mein Baby auch gerne im Wasser bekommen. War zur Eroffnung zweimal in der Wanne, mußte dann aber leider raus, weil ich ne PDA brauchte. Aber wenns normal läuft, ist das Wasser echt total entspannend - aber auf den Kreislauf achten und schön viel trinken. Vielleicht beim Nächsten ;-)


  • von Diana@diana13 am 7. März 2011, 14:54 Uhr

    Meine Jungs sind beide im Wasser geboren und ich kann es nur empfehlen. Zum Text hier muss ich sagen: - Ich war jeweils vier Stunden im Wasser, das war mir sowas von egal, wie schrumpelig ich war. - Ich habe bei meiner Hebamme jederzeit selbst entschieden, ob ich CTG und eine Untersuchung möchte oder lieber etwas später (das wird protokolliert, das Risiko trage dann ich). - Die Farbe des Wassers nach der Geburt habe ich nicht gesehen, mein Baby war wichtiger. Das warme Wasser wurde nach der Geburt abgelassen, das meiste Blut kommt erst mit der Planzenta raus. Wir haben im Backofen Handtücher vorgewärmt, das Baby musste nicht in erkaltendem Wasser liegen.


    (3 Kommentare)

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