Wassergeburt

Ein Kind kommt auf die Welt

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Ennas Weg auf die Welt per Wassergeburt:

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Eine Wassergeburt - aus dem Tagebuch der jungen Mutter

Der 31. Mai ist ein schönes Datum, finde ich. Dieser Tag steht als errechneter Geburtstermin in meinem Mutterpass. Der 6.6. klingt auch gut. Aber sogar diesen Tag erlebe ich noch mit Bauch. Ich bin gern schwanger. Wir sind gespannt, wann es losgehen wird, mein Mann Martin und ich. Neugierig, ja. Nervös, nein. Nun gehen wir jeden zweiten Tag in unser Geburtshaus. Jolanthe, unsere Hebamme, untersucht mich, wir plaudern. Wenn sie fragt: "Na,wie geht’s euch?", will Jolanthe wirklich wissen, was uns bewegt. Sie hat zärtliche, kundige Hände. Ich mag es, wie sie meinen Bauch abtastet und mit dem Hörrohr nach dem Herzschlag unseres Babys sucht. Wir wissen nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Es ist sein Geheimnis, bis es auf der Welt ist. Seit ich fünf Tage über dem Termin bin, wartet die ELTERN-Fotografin Stefanie Füssenich mit mir. Eine junge Frau, 26 Jahre alt, sie wird das erste Mal bei einer Geburt dabei sein. Stefanie hat Ehrfurcht vor dem, was da geschehen wird. Ich auch. Aber Ehrfurcht ist etwas anderes als Angst.

Zeit, geboren zu werden

Es ist Sonntag Morgen, der 11. Juni. Endlich Sonne nach vielen kalten Regenwochen. Mein Körper fühlt sich anders an. Ich bin ganz ruhig, irgendwie gesammelt. Als der Schleimpfropf abgeht, weiß ich - jetzt bald. Ich verbringe den Sonntag hauptsächlich im Liegen, schaue nach vorn. Essen will ich nichts. Am späten Nachmittag spüre ich ein Ziehen. Es tut noch nicht richtig weh. Aber es hat Kraft. Mein Kind macht sich auf den Weg. Ich freue mich. Gleichzeitig spüre ich eine wahnsinnige Trägheit. Ich weiß aber, dass jetzt genau das auf mich zukommt, worauf Jolanthe mich immer vorbereitet hat: Arbeit. Abends will sich Martin etwas zu essen kochen. "Lass das mal, ruf lieber Jolanthe an", sage ich schon etwas kurzatmig zu ihm. Es zieht und zwickt so heftig und nachhaltig im Bauch, dass ich "tönen" muss: tief einatmen, den Bauch groß machen, die Luft lang ablassen und dabei alle Vokale durchtönen. Jolanthe kommt und bestätigt, was ich weiß: Unser Baby ist auf dem Weg. Wir fahren ins Geburtshaus, Jolanthe voraus, Martin und ich im eigenen Auto hinterher. Und wie immer umfängt mich das Haus am Kaiser-Karl-Ring mit seinem Schutz, im Garten blühen Holunder und Rosen, wir drücken die schöne alte Haustür auf und sind da.

Das Geburtshaus - ein guter Ort für eine Wassergeburt

Mein Baby hier zu bekommen - das kann ich mir gut vorstellen! Schon beim ersten Besuch des Bonner Geburtshauses ging mir dieser Gedanke durch den Kopf. Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Hebamme gewesen, die mich in der Schwangerschaft zusätzlich zu meiner Gynäkologin betreut und die mich dann in die Klinik begleitet. Aber dann entwickelten sich meine Gedanken einfach weiter: Trau ich mich im Geburtshaus?

So um die 20.Woche herum stand dann für mich fest - ich kann es! Ich will mein Baby im Geburtshaus bekommen. Klar bin auch ich in der letzten Phase manchmal unsicher: Wann geht es los? Wie fühlt sich das an? "Du wirst eine Veränderung merken, noch bevor die Wehen losgehen", sagt mir Jolanthe.

Während der Wassergeburt wird das Nass mein Wehen-Element

Die Wehen rollen heran, es tut unheimlich weh. Aber genau wie Jolanthe immer gesagt hat: Ich kann den Schmerz annehmen, ich habe die Kraft, mit ihm zu arbeiten. Und bekomme die Belohnung: Pausen zwischen den Wehen, ich kann die Augen wieder offen halten und Geborgenheit tanken. Martin ist da. Manchmal stört mich das Klicken von Stefanies Kamera bei der Arbeit. Ich bitte sie, mal nicht zu fotografieren. Aber Steffi kann dableiben. In der dünnhäutigen Zeit kurz vor der Geburt sind wir uns schnell nahe gekommen. Es ist etwa nachts um elf, als mir Jolanthe ein Entspannungsbad vorschlägt. Sie lässt Wasser ein und gibt Lavendelöl hinzu. Ich tauche ein in die duftende Wärme. Mal ein halbes Stündchen im Nassen, das ist okay. Für die "richtige" Geburt kann ich ja wieder raus. Das Baby im Wasser zu gebären, kann ich mir nicht vorstellen. Die Wehen sind weiter superkräftig. Aber im Wasser kann ich sie viel besser aushalten. Ich fühle mich umhüllt, irgendwie ist es in Ordnung, dass da eine Wehen- Woge heranrollt, sich vor mir auftürmt, meinen Körper weich macht - und dann wieder abebbt. Ich will nicht mehr aus dem Wasser, nie mehr.

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  • von susa080680 am 15. März 2011, 14:34 Uhr

    also ich hab so und so schiss bei nummer zwei... nummer eins war alles andere als angenehm - aber diesmal möchte ich auch ins wasser - aber in einer klinik.


  • von Jenniblatti am 7. März 2011, 14:55 Uhr

    Ich habe meine Tochter im Wasser geboren und möchte es beim 2ten genau so wieder machen. Liebe das wasser!!! :) einfach nur angenehm.


  • von diana13 am 7. März 2011, 12:00 Uhr

    Meine beiden Jungs kamen auch im Wasser zur Welt. Da es hier in der Nähe leider kein Geburtshaus gibt, hatten wir einmal eine Beleggeburt und beim zweiten eine Hausgeburt. Obwohl ich ansonsten überhaupt nicht in die Badewanne gehe, kann ich es für die Geburt nur empfehlen. Es ist so schön warm und weich und ich habe auch keine Schmerzmittel gebraucht.


  • von Biene am 5. Dezember 2010, 20:33 Uhr

    Wunderschöner Bericht, vielen Dank! Wir erwarten in 4 Wochen unser 3.Kind, ebenfalls im Geburtshaus und auch wieder im Wasser (unsere Zweite kam im Wasser zur Welt) - das stand und steht außer Frage...
    Ich hatte riesige Angst vor einem Dammschnitt und im Wasser kommt so schnell keiner an mich ran...diese - meine - Logik ging voll auf ;-))


  • von sunshine am 28. November 2010, 09:54 Uhr

    Danke für diesen berührenden Bericht! Ich habe für die Geburt unseres Kindes im Frühjahr auch das Bonner Geburtshaus ausgewählt und wünsche mir eine Wassergeburt. So allmählich weichen die Ängste vor meiner ersten Geburt einer gewissen Vorfreude. Herzlichen Glückwunsch an die Autorin!


(15 Kommentare)

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