Zahl der Woche

Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt auf die Welt

Weiterleiten Drucken

Im vergangenen Jahr wurde jedes dritte Baby in Deutschland per Kaiserschnitt entbunden. Dies ergab eine Analyse des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK). Die einzelnen Bundesländer weisen hierbei zum Teil erhebliche Unterschiede auf: Spitzenreiter Rheinland-Pfalz verzeichnet mit 39 Prozent knapp doppelt so viele Kaiserschnitt-Entbindungen wie Sachsen mit 20 Prozent.

Laut Weltgesundheitsorganisation bestehen nur bei jeder zehnten Geburt medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt. Der Eingriff dauert zwar höchstens 60 Minuten, birgt jedoch, wie jede andere Operation auch, gesundheitliche Risiken: Infektionen, Thrombosen oder Narkoseprobleme können Mutter und Kind zusetzen. Grund für den Anstieg ist nach Ansicht von Experten ein immer höheres Sicherheitsdenken bei den Eltern und bei den Medizinern. Bei Kunstfehler-Prozessen wegen "falscher" Geburtshilfe sind die Ärzte mit Kaiserschnitt auf der sicheren Seite. Was bei den gestiegenen Kaiserschnittzahlen auch eine Rolle spielt: Komplizierte Entbindungen werden von den Medizinern nicht mehr geübt, die Mediziner greifen in diesen Fällen immer häufiger zum Messer. Dazu kommt der Promi-Faktor: Prominente Mütter wie Madonna, Ex-Spice Girl Victoria Beckham oder Claudia Schiffer machen es vor und bringen ihre Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt.

Wenn ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig ist - da sind sich alle einig - ist er eine wunderbare Möglichkeit, um eine Geburt voranzubringen und eventuell sogar das Leben von Mutter und Kind zu retten. Was ist aber mit einem Wunschkaiserschnitt? Ist er durch seine Planbarkeit eine gute Alternative zur natürlichen Geburt - oder spricht mehr für eine natürliche Geburt? Eine Frage, die auch unter den Elter.de-Userinnen heiß und ausgiebig diskutiert wird.

Hier haben wir einige Kommentare gesammelt und möchten von Ihnen wissen: Wie ist Ihre Einstellung zum Kaiserschnitt nach Wunsch?

Pro und Contra - Ihre Meinung interessiert uns!

Sagen Sie uns Ihre Meinung: Die Antworten:
Wie ist Ihre Einstellung zum Kaiserschnitt nach Wunsch?

Anja am 19. Juni 2008, 15:14 Uhr

Nachdem mir meine Mutter schon in meiner Jugend berichtet hat, wie fürchterlich die natürlichen Geburten ihrer beiden Kinder waren, stand für mich fest: entweder kinderlos oder Kaiserschnitt. Meinen Mann musste ich dann erst überzeugen, dem Rest der Welt habe ich aus Angst vor den Vertretern der natürlichen Geburt beim ersten Kind meinen Entschluss verheimlicht. Die Aussage meiner Frauenärztin lautete: höheres Risiko für mich, ein kleineres für das Kind. Meine Erfahrung: professionell, schnell, anschließend durchaus schmerzhaft, aber zu ertragen. Für mich der beste Weg, wenn man in einer guten Klinik ist. Ich habe zwei gesunde und fröhliche Kinder, was soll daran falsch sein? Glücklicherweise habe ich mittlerweile den Eindruck, dass die Toleranz (auch unter Frauen!) zunimmt: Jede, so wie sie mag!

Anna am 18. Juni 2008, 22:17 Uhr

Ein Kaiserschnitt ist nun mal nicht die Variante, die von der Natur vorgesehen ist und es ist auch nicht die Variante, die die beste für das Kind ist. Im Notfall ist ein Kaiserschnitt eine tolle Sache, aber jede Mutter sollte sich vor ihrer Entscheidung für einen Wunschkaiserschnitt gründlich über die Risiken informieren.

Claudia Wübbeling am 19. Juni 2008, 10:48 Uhr

Wozu soll ich mich mit Schmerzen quälen, wenn es so einfach geht. Schnipp, Schnapp. Baby raus - fertig! Ich habe vier Wochen nach der Geburt schon wieder Fußball gespielt und es geht mir einfach prima.

schlossgeist74 am 15. Juni 2008, 13:34 Uhr

Wer denkt eigentlich mal an das Kind? Der Wunschkaiserschnitt ist für das Kind die schlechtere Alternative: Schwierigkeiten mit der Atmung, Anpassungsstörungen, Kiss-Syndrom, häufiger unstillbares Weinen, kürzere Stillzeiten usw. Die Liste ist lang. Warum die schlechtere Alternative wählen? Ich denke, die wenigsten Frauen profitieren von einem Wunschkaiserschnitt. Die Kinder haben jedenfalls den schlechteren Start. Vorteile bringt der Wunschkaiserschnitt für die Kliniken, die dank festgelegter Kaiserschnittminimumraten satte Gewinne erzielen.

Weitere User-Kommentare finden Sie auf der nächsten Seite!

Weiterleiten Drucken

Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich im Eltern.de Forum.

Fruchtbarkeitskalender, mobile Website und ganz neu die Eltern.de-App: Eltern.de für unterwegs.

 
  • von Judi am 13. Oktober 2009, 10:03 Uhr

    Ich höre & lese immer das man an das Kind bei einem Kaiserschnitt denken muss, ihm würde das Geburtserlebnis fehlen usw.
    Ich wurde vor 25 Jahren per KS entbunden und meine Mutter durfte mich bis 30std nach der OP nicht sehen, und ich muss sagen mir hat es nicht geschadet! ich habe ein super verhältnis zu meiner Ma besser kann es kaum sein auch sonst sehe & bemerke ich keine "Schäden" an mir...
    und wenn ich mich für eine entbindung per KS entscheiden würde ist mir doch egal für was sich eine Vic Beckham oder ein sonstiger VIP für eine Geburtsmethode ausgesucht hat! Hauptsache mir geht es dabei gut und ich kann es für mich vertreten und alle Mütter die sich darüber aufregen wollen sollen ihr denken mal überdenken. Alles entwickelt sich weiter wer weiß wie eine Geburt in 50Jahren aussieht???? ABER AM WICHTIGSTEN: Ich werde mein Kind trotz Kaiserschnitt genauso lieben wie all die Mütter die ihr Kind normal zur welt gebracht haben und werden. Ich bin deshalb keine Schlechtere Mutter!


  • von Johanna am 10. September 2009, 15:33 Uhr

    Ich kann verstehen, warum Frauen nach traumatischen Geburten lieber einen Kaiserschnitt möchten; aber warum sich Erstgebärende von ihrer Umwelt (die leider Schwangeren oft wenig Mut macht) so verunsichern lassen, dass sie eine natürliche Geburt nicht einmal probieren, das ist mir unklar.

    Ich hatte zwei natürliche Geburten, die (klar) nicht schmerzfrei waren; sie haben mir gezeigt, wie stark ich sein kann, und mich sehr stolz auf meinen Körper und die Kraft, die in mir steckt, gemacht. Das wird in der ganzen Diskussion oft übersehen, dass es einen großen Unterschied macht, ob man Frauen ermutigt, ihrem Körper zu vertrauen und ihr Kind SELBST auf die Welt zu bringen, oder ob man ihnen nahelegt, sich passiv den Ärzten zu überlassen, die ihr Kind schnipp-schnapp rausholen.


  • von Jasmin am 29. Juni 2009, 13:39 Uhr

    Ich hatte vor 7 Jahren bei meinem Sohn einen Notkaiserschnitt und bin jetzt in der 21.SSW mit dem 2. Kind und für mich steht absolut fest, das dieses Kind auch mit KS zur Welt kommen wird, was auch mein Frauenarzt unterstützt.
    Mein Sohn hatte übrigens einen APGAR von 9/10/10 und ich habe ihn ohne Probleme über 1 Jahr gestillt.
    Er ist morgens um 7 Uhr geboren worden und ich bin das erste Mal alleine um 16 Uhr ins Bad gegangen, während meine Bettnachbarin normal entbunden hatte und die ersten 18 Stunden vor lauter Schmerzen nur im Bett lag.
    Mein Bruder und ich sind auch Notkaiserschnittkinder und hatten keinerlei Startschwierigkeiten nach der Geburt.
    Das ist ganz klar jeder Frau selbst überlassen wie sie entbindet und den ganzen "Supermuttis" die mich dafür verurteilen wollen, kann ich nur sagen,das meine Großmutter die Wäsche noch mit der Hand waschen musste. Soll ich deshalb jetzt meine Waschmaschine abschaffen?


  • von Jacqueline am 19. April 2009, 19:54 Uhr

    Ich habe nichts gegen Mamas die sich für einen (Wunsch)Kaiserschnitt entscheiden. Ich habe was gegen einen Wunschkaiserschnitt. Denn er wirft alles sinnvolle in der Pränatalmedizin über den Haufen.

    Die Schwangerschaft geht 40+2 Wochen, beim Wunschkaiserschnitt wird völlig normal bis zu 3 Wochen vorher entbunden. Das das Kind dann noch unreif sein kann, das wird völlig ausser Acht gelassen.

    Die Geburt duch den Geburtskanal ist gut für ein Baby, denn es wird ihm das Wasser aus der Lunge gepresst und es gibt nochmal einen Reifeschub.

    Das Kind bekommt Narkosemittel ab. Die ganze Schwangerschaft über versucht man genau das zu verhindern, auf einmal ist es völlig in Ordnung.

    Die Gefahren für die Mutter mal abgeshen. Es ist eine große Bauch-OP und eine große OP an der Gebärmutter.

    Ich finde medizinisch gesehen hat der Kaiserschnitt mehr Risiken für Mama und Kind als eine spontane Geburt, wenn alles in Ordnung ist.

    Bei Indikation ist es natürlich wichtig einen Kaiserschnitt vorzunehmen.


  • von moni am 12. Januar 2009, 14:00 Uhr

    Man sollt sich nicht verrückt machen zwecks der geburt,sondern es einfach auf sich zukommen lassen.
    Ich finde die natürliche geburt sollte jeder ein mal mit gemacht haben, sonst ist da immer etwas was dir fehlt..Ich habe mein kleinen sohn auch natürlich zur welt gebracht und trotz komplikationen(saugklocke weil er fest hang und die atmung zurück ging) würde ich mein zweites kind auch natürlich auf die welt bringen.
    lg moni


(13 Kommentare)

Kommentar schreiben »
Name
E-Mail

Kommentar (max. 1000 Zeichen)

Bild hochladen (optional)


* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.