KOMPAKT-THEMA:

Schwangerschaft
Warum gibt es immer mehr Zwillinge?

Die Zahl der Zwillings- und Mehrlingsgeburten steigt. Doch warum ist das so? Und was ist bei Zwillingsgeburten anders? Muss es immer wie bei Angelina Jolie ein Kaiserschnitt sein? Zu Zwillingen gibt es viele spannende Fragen - und wir haben die Antworten.

Gibt es tatsächlich immer mehr Zwillinge?

Ja! Bis vor einigen Jahren konnte sich die Statistik auf eine seit einem Jahrhundert gültige Regel verlassen: Auf 85 Schwangerschaften kam eine Zwillingsgeburt. Drillinge gab es alle 7.225 Schwangerschaften einmal. Vierlinge einmal auf 614.125 Geburten.

Doch in den vergangenen zwei Jahrzehnten stieg der Zwillingsanteil stetig an. So wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2007 fast 22.400 Mehrlingskinder geboren. Davon waren 21.600 Zwillinge, gut 700 Drillinge und 40 Vierlinge. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Mehrlingsgeburten damit um drei Prozent. Auch der Anteil der Mehrlingskinder an allen Geborenen war 2007 mit 32,6 Mehrlingen je 1.000 Geburten höher als 2006 - damals lag er bei durchschnittlich 32,2 Mehrlingen.

Die Gründe dafür: Zum einen sind Zwillinge eine "Nebenwirkung" der Fruchtbarkeitsmedizin. Dafür spricht auch, dass von den 2007 Mehrlingskindern 78 Prozent miteinander verheiratete Eltern hatten - denn oft übernehmen die Krankenkassen nur bei verheirateten Paaren eine Kinderwunschbehandlung.

Zum anderen werden heute mehr Frauen als früher zwischen 35 und 39 schwanger. Eine Altersgruppe, in der Zwillingsschwangerschaften statistisch öfter vertreten sind, weil häufiger zwei Eizellen heranreifen. Übrigens: Zweieiige Zwillinge sind zweimal so häufig wie eineiige.

Zwillinge: immer ein Kaiserschnitt?

Zwillinge können durchaus auch natürlich, also vaginal, zur Welt gebracht werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Babys nicht weniger als je 2000 Gramm wiegen und das Kind, das zuerst geboren wird, mit dem Kopf nach unten liegt. Die Kaiserschnittrate bei Mehrlingsgeburten liegt ungefähr bei 80 Prozent. Meist kommen die Babys zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Termin auf die Welt - einfach weil die Gebärmutter maximal ausgedehnt ist und deshalb die Wehen beginnen.

Sind die Väter beim Kaiserschnitt dabei?

Bei geplanten Kaiserschnitten sind ungefähr zwei Drittel der Väter live bei der Geburt ihres Babys dabei. Der Platz des Vaters ist am Kopf der Frau, das Operationsfeld ist gut abgeschirmt - es besteht also keine Gefahr, ohnmächtig zu werden. Ganz im Gegenteil - der Vater hat beim Kaiserschnitt eine wichtige Rolle: er kann seiner Partnerin hilfreicher Bestand sein - und das Baby nach der Geburt gleich in den Arm nehmen. Viele Männer bestätigen, dass die Nähe der allerersten Stunde ein wichtiges Mosaiksteinchen der guten Beziehung zum Kind ist.

Bei sekundären Kaiserschnitten, das sind die Kaiserschnitte, zu denen man sich unter der Geburt entscheidet, ist gut die Hälfte der werdenden Väter dabei.

Unsere Bildershow zeigt, wie ein Kaiserschnitt abläuft:

Wie läuft eine Geburt "nach Plan" ab?

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