Mia und Leon - die beliebtesten Vornamen 2009?
Auch im vergangenen Jahr waren Leon und Lukas die Spitzenreiter der Hitliste der beliebtesten Jungs-Vornamen - zumindest im Ranking des Portals www.beliebte-Vornamen.de. Jonas verdrängt in diesem Jahr dort Luka vom dritten Platz. Auch bei den Mädchen ist nicht viel mehr Bewegung drin: Die ersten drei, Mia, Leonie und Hannah, tauschten lediglich die Position untereinander. Und Lili hat sich wieder unter die Top Ten geschoben.
Zur Erstellung dieses Rankings analysierte Beliebte-Vornamen.de knapp 58.000 Geburtsmeldungen, die bis zur Jahresmitte eingingen. Und: Im Gegensatz zur Hitliste der Gesellschaft für deutsche Sprache gibt diese Liste nur die Erstnamen und damit Rufnamen wider.
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Marie und Maximilian - die beliebtesten Vornamen 2009?
Bereits seit 1977 veröffentlicht die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfDS) alljährlich ein Ranking der am häufigsten vergebenen Vornamen. Die Hit-Liste stützt sich auf die offiziellen Angaben von 170 repräsentativ ausgewählten Standesämtern aus dem gesamten Bundesgebiet. Im Gegensatz zu Beliebte-Vornamen.de betrachtet die Gesellschaft für deutsche Sprache dabei nicht nur die Erst- und damit auch Rufnamen, sondern auch weitere Vornamen, die ein Baby von den Eltern erhält.
Der beliebteste Jungenname 2009 war nach Angaben der Gesellschaft für deutsche Sprache wie schon in den Jahren 2003 und 2004 Maximilian. Ihm folgte Alexander. Bei den Mädchen war Marie wieder die klare Siegerin, gefolgt von der Spitzenreiterin des Vorjahres Sophie.
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Wie aussagekräftig sind die Vornamens-Rankings?
In den 70er-Jahren hatte jeder drei Christians und zwei Sabines in der Klasse. Und heute? Circa 9.000 verschiedene Namen erfassen die Standesämter mittlerweile pro Jahr. Die Vielfalt ist derart groß, dass nur drei Prozent eines Jahrgangs Top-Ten-Namen tragen. Unter diesen beliebtesten kamen im vorigen Jahr der Erhebung der Gesellschaft für Deutsche Sprache zufolge Sophie und Marie doppelt so oft vor wie die anderen acht. Heißt in Zahlen aber: Von den knapp 700.000 Kindern, die 2008 geboren wurden, waren nur 6.500 Sophies - oft handelt es sich sogar nur um den Zweitnamen. Der Spitzenreiter bei den Jungen, Maximilian, kam in ganz Deutschland lediglich 3.800-mal vor.
Das ist der Grund, weshalb Eltern sich getrost auch von den vorderen Plätzen im Namensranking inspirieren lassen können. Wer Maria oder Sophie schön findet, aber zu verbreiet, kann zudem auf eine weniger geläufige Schreibweise ausweichen: Sophy und Marija sind noch extrem rar.
Gibt es bei den Vornamen derzeit bestimmte Trends?
Fast 2.000 Namen wurden bei der letzten Zählung der Gesellschaft für Deutsche Sprache erstmalig und zugleich einmalig vergeben. Besonders bei Mädchen wagen Eltern ungebräuchliche Namen wie Chloie, Cya, Madlen-Charlott oder Lizanne. Bei Jungen wird Benni wenigstens Benyamin geschriefen, oder Eltern erfinden neuartige Doppelnamen wie Jonn-Aage oder Mick-Lennox.
"Es soll neu sein", weiß Dr. Gerhard Müller, Leiter der Sprach- und Vornamensberatung bei der GfDS. Er wertet seit Jahren die Statistiken der deutschen Standesämter aus und berichtet von Eltern, die anrufen, um zu erfahren, ob es ihren Namen schon gebe. "Der Hang zum Besonderen ist ein Haupttrend bei der Namensgebung. Oft gehen die Eltern dabei nach ihren Schwärmereien, etwa für nordische oder Maori-Namen. Zweiter großer Trend ist, dass Eltern auf Nummer sicher gehen. Doch das vielfach behauptete Comeback für alte Namen stimmt so nicht. Karl und Richard werden in letzter Zeit zwar häufiger, nicht aber Ernst, Gottlieb oder Erwin. Der Name Fritz rangiert auf Platz 145, Ludwig auf 220."
Nepomuk, Siegfried und Wulfila, Leopoldine und Undine: Alle diese Namen wurden 2008 in Weimar vergeben, aber jeder nur einmal. Ebenso wenig ist der angebliche Trend zu englischen Namen statistisch zu belegen: Blossom, Caitlyn, Joyce und Rihanna wurde 2008 nur je ein Mädchen genannt. Auch bei den Jungen gab's nur einen Cube, Harvey und Tyron.
Es gibt allerdings auch heimliche Favoriten: Vornamen, die immer häufiger vergeben werden, aber noch in keinem Ranking auftauchen. Lina, Lilly, Mia und Emilia sind darunter sowie Anton, Ben, Felix, Luis/Louis und Noah. Und was ist mit der Behauptung, bald wären Ali, Yussuf und Mohammed unter den Top Ten zu finden? In Berlin Neukölln steht tatsächlich Ali auf dem dritten Platz zwischen Leon und Maximilian, in Duisburg-Nord kommt Marie nur knapp vor Elif und Azra, Sophie dicht vor Ecrin. Alles Namen, die es deutschlandweit höchstens auf die hinteren Plätze der Top Hundred schaffen. Selbst diese partielle Häufung ist aber darauf zurückzuführen, dass es in der Türkei wie auch in Russland eine viel stärkere Präsenz an sogenannten Hauptnamen gibt. Wenn Eltern Namensdopplungen meiden möchten, ist jedenfalls ein Blick in die deutschlandweite Statistik (www.gfds.de) weniger wichtig als ein Besuch umliegender Spielplätze und Kinderkrippen - dort hört man, was gerade im eigenen Stadtteil Trend ist.
Die Eltern.de-Vornamensdatenbank
Und welche Namen sind nun tatsächlich die beliebtesten? Das wird sich wohl schwer endgültig klären lassen. Beide Listen sind aber eine gute Handhabe für alle Eltern, die Wert darauf legen, dass Ihr Kind keinen allzu häufigen Vornamen trägt.
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