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Namensgebung

So finden Sie den richtigen Vornamen für Ihr Baby

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Namensgebung: So finden Sie den richtigen Vornamen für Ihr Baby

Eines der anstrengendsten Dinge an meiner Schwangerschaft war die Namenssuche. Nicht, dass es mir an Auswahl gemangelt hätte. Das Lexikon, das der Kindsvater anschleppte, bot mehr als 8.000 Möglichkeiten. Ich kapitulierte auf Seite 106 bei Crispinus, "der Kraushaarige". Hinzu kam, dass sich mein Mann überhaupt keine Gedanken zu machen schien. Dafür war er gut im Ablehnen. Emanuelle? "Klingt wie eine ostdeutsche Stripperin." Julius? Erinnert an Lateinunterricht." Astrid? "Dann wird es für deine schwäbischen Verwandten nur 'Arschtritt' heißen." So kamen wir nicht weiter.

Wir setzten uns ein Ultimatum: Siebter Monat, 30. Schwangerschaftswoche. Da sollte er mir eine Liste mit seinen Favoriten präsentieren, bis dahin wollte auch ich auf die Suche gehen.

Wo findet man Namen?

Ganz einfach: überall. Im Kino, wenn der Abspann läuft, in Zeitschriften, auf Buchrücken. Hatte ich einen Favoriten, testete ich ihn bei Ikea. Als dort innerhalb von zwei Stunden der dritte Noel aus dem Smaland abgeholt werden wollte, war klar: Ein Noel wird unser Kind nicht.

Schön fand ich die Idee, einen Namen aus der Familie zu nehmen. Eine Freundin hatte aus den Namen ihrer Mutter, Groß- und Urgroßmütter einen Namen für ihre Tochter gebildet: Aus den Anfangsbuchstaben von Renate, Anna, Josefine und Armgard wurde Raja.

Wer darf mitreden?

Dass sowohl Jungen als auch Mädchen so heißen können, fand ich nicht schlimmm

Vorsicht mit der voreiligen Preisgabe des Favoriten - er wird schnell zerredet. Ich konnte es irgendwann nicht länger aushalten und verriet meiner Mutter, was ich für ein Mädchen ausgesucht hatte. Schwerer Fehler. Sie sagte: "Serena? So hießen früher mal Damenbinden." Der Name war mir verdorben.

Junge oder Mädchen?

Luca gefiel mir von Anfang an. Dass sowohl Jungen als auch Mädchen so heißen können, fand ich nicht weiter schlimm. Dann telefonierte ich mit meiner Schwester. Sie erzählte verliebt, dass sie eine neue Beziehung hatte, mit Mary aus ihrem Semester. Mary? Mary hieß in Wirklichkeit Marian. Als ich erfuhr, dass sein Name auch in Bewerbungen öfter zu Irritationen führt, weil er als Abkürzung von Marianne verstanden wird, strich ich Luca von meiner Liste.

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Nima am 22. November 2011, 10:05 Uhr

    Erstmal glaube ich auch, das man hin und wieder Bildungsschichten in Namen erkennen kann. Manchmal auch nicht - aber genau hier liegt die Gefahr. Hör ich Kevin oder Justin denke ich sofort Hartz 4 und Plattenbau. Ich weiß natürlich, dass es nicht so sein muss bzw. das dieses Vorurteil nicht hilfreich ist, aber andere Denken sicher genauso, z.B. ein Vorgesetzter, Ausbilder oder Lehrer!
    Aber auch "Gebildete" vergeben manchmal ganz schön extravagante Namen, ich denke da an eine Freundin die Deutsch studiert hat.
    Ein Mittelweg ist daher sicher hilfreich - den schon der Mittelweg ist von jedem einzelnen sehr unterschiedlich ausgelegt;-)


  • von Martin am 12. Juli 2010, 13:55 Uhr

    Der Trend ist doch ganz einfach international und - ja - mit einem "historischen" Namen fällt man heute eher auf, als mit einem ausgefallenem. Das finde ich aber auch gut. Wenn meine Frau mich ruft, drehen sich immer noch fünf andere mit um, das ist doch eher nervig, als wenn ich mein Kind Nick-Jérome oder Curly nenne. Mit einem Zweitnamen z.B. aus der Familie kann man ja immernoch die Tradionsverbundenheit zum Ausdruck bringen. Außerdem verbindet man mit dem Namen doch immer eine Person, die man kennt und man möchte, dass das Kind auf keinen Fall so wird oder aussieht. Deswegen würde ich unser Kind z.B. nie Helga nennen und doch kann er für ein anderes Elternpaar genau DER Name sein...


  • von Tanja am 8. März 2010, 09:22 Uhr

    Insgesamt kann man ja beobachten, dass die Namensgebung extrem schichtspezifisch ist, Ost wie West, egal. Leider beobachte ich in meinem Umfeld, dass man wirklich die Justins und Kevins in bestimmten, meist bildungsfernen Schichten findet. Ausnahmen sind die, die den Namen schon vor Ewigkeiten vergaben, als diese erst aufkamen. Der andere Trend ist ja der zu den Phantasienamen, wo man merkt, die Eltern wollen originell um jeden Preis wirken und fühlen sich so wie Madonna oder Michael Jackson, in dem sie ihre Kinder Lia Luana Zoé Paris nennen oder Chantal Dayenne... Ihr wisst, was ich meine. Intellektuelle nennen ihre Kinder gerne Corbinian ... Da ist schon was dran. Es ist ja schon so weit, dass man komisch angeschaut wird, wenn man seinem Kind einen ganz normalen Namen gibt, dann noch ohne Zweitnamen. Zeitlos schön sind ja Klassiker wie Katharina, Martin, Simon, Alexander und Alexandra... (Nein, mein Kind trägt keinen dieser genannten).


  • von Tanja am 8. März 2010, 09:16 Uhr

    Ich verstehe nicht, warum Emanuelle wie eine "ostdeutsche" Stripperin klingen soll. "Stripperin" hätte auch gereicht. Macht sich die Autorin nicht klar, dass sie damit einen Großteil, fast die Hälfte, ihrer Leser beleidigt? Hat schon mal eine ostdeutsche Autorin in einer gesamtdeutschen Publikation geschrieben "klingt wie eine westdeutsche Stripperin"? Also bitte lasst diesen Scheiß 20 Jahre nach der Wende, ihr Besserwessis! (Auch mal wieder ein Klischee).


  • von Petra am 22. Januar 2010, 22:12 Uhr

    Hallo,
    Jeder Mensch ist per Naturgesetz einzigartig. Es gibt keine 2 komplett gleiche Menschen auf der Welt. Ich verstehe nicht, wie man einem Kind einen nicht auszusprechenden, in unseren Breiten nicht gebräuchlichen, seltsamen Namen geben kann. Ist es die Eitelkeit der Eltern, ihr Drang nach Einzigartigkeit? Denken sie an die Kinder? Oder gilt es nur als besonders kreativ oder außergewöhnlich zu erscheinen? Ich habe hier keinen einzigen schönen Namen gelesen. Mit am meisten regt mich momentan der Name Kelvin auf, das ist eine Temperatureinheit, bzw. ein Nachname. Würdet ihr euer Kind Celsius oder Fahrenheit nennen? Wenn dann solche Kombinationen wie Carmen Knödelbauer, oder Hans-Lucien Rempremerdinger herauskommen wird mir schlecht.


(54 Kommentare)

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