Zahl der Woche
Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt auf die Welt

Kaiserschnitte boomen: In Deutschland liegt die Kaiserschnittquote inzwischen bei 30 Prozent. Doch medizinische Gründe sind nur zum Teil Grund für den Anstieg.

Im vergangenen Jahr wurde jedes dritte Baby in Deutschland per Kaiserschnitt entbunden. Dies ergab eine Analyse des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK). Die einzelnen Bundesländer weisen hierbei zum Teil erhebliche Unterschiede auf: Spitzenreiter Rheinland-Pfalz verzeichnet mit 39 Prozent knapp doppelt so viele Kaiserschnitt-Entbindungen wie Sachsen mit 20 Prozent.

Laut Weltgesundheitsorganisation bestehen nur bei jeder zehnten Geburt medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt. Der Eingriff dauert zwar höchstens 60 Minuten, birgt jedoch, wie jede andere Operation auch, gesundheitliche Risiken: Infektionen, Thrombosen oder Narkoseprobleme können Mutter und Kind zusetzen. Grund für den Anstieg ist nach Ansicht von Experten ein immer höheres Sicherheitsdenken bei den Eltern und bei den Medizinern. Bei Kunstfehler-Prozessen wegen "falscher" Geburtshilfe sind die Ärzte mit Kaiserschnitt auf der sicheren Seite. Was bei den gestiegenen Kaiserschnittzahlen auch eine Rolle spielt: Komplizierte Entbindungen werden von den Medizinern nicht mehr geübt, die Mediziner greifen in diesen Fällen immer häufiger zum Messer. Dazu kommt der Promi-Faktor: Prominente Mütter wie Madonna, Ex-Spice Girl Victoria Beckham oder Claudia Schiffer machen es vor und bringen ihre Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt.

Wenn ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig ist - da sind sich alle einig - ist er eine wunderbare Möglichkeit, um eine Geburt voranzubringen und eventuell sogar das Leben von Mutter und Kind zu retten. Was ist aber mit einem Wunschkaiserschnitt? Ist er durch seine Planbarkeit eine gute Alternative zur natürlichen Geburt - oder spricht mehr für eine natürliche Geburt? Eine Frage, die auch unter den Elter.de-Userinnen heiß und ausgiebig diskutiert wird.

Hier haben wir einige Kommentare gesammelt und möchten von Ihnen wissen: Wie ist Ihre Einstellung zum Kaiserschnitt nach Wunsch?

Pro und Contra - Ihre Meinung interessiert uns!

Anja am 19. Juni 2008, 15:14 Uhr

Nachdem mir meine Mutter schon in meiner Jugend berichtet hat, wie fürchterlich die natürlichen Geburten ihrer beiden Kinder waren, stand für mich fest: entweder kinderlos oder Kaiserschnitt. Meinen Mann musste ich dann erst überzeugen, dem Rest der Welt habe ich aus Angst vor den Vertretern der natürlichen Geburt beim ersten Kind meinen Entschluss verheimlicht. Die Aussage meiner Frauenärztin lautete: höheres Risiko für mich, ein kleineres für das Kind. Meine Erfahrung: professionell, schnell, anschließend durchaus schmerzhaft, aber zu ertragen. Für mich der beste Weg, wenn man in einer guten Klinik ist. Ich habe zwei gesunde und fröhliche Kinder, was soll daran falsch sein? Glücklicherweise habe ich mittlerweile den Eindruck, dass die Toleranz (auch unter Frauen!) zunimmt: Jede, so wie sie mag!

Anna am 18. Juni 2008, 22:17 Uhr

Ein Kaiserschnitt ist nun mal nicht die Variante, die von der Natur vorgesehen ist und es ist auch nicht die Variante, die die beste für das Kind ist. Im Notfall ist ein Kaiserschnitt eine tolle Sache, aber jede Mutter sollte sich vor ihrer Entscheidung für einen Wunschkaiserschnitt gründlich über die Risiken informieren.

Claudia Wübbeling am 19. Juni 2008, 10:48 Uhr

Wozu soll ich mich mit Schmerzen quälen, wenn es so einfach geht. Schnipp, Schnapp. Baby raus - fertig! Ich habe vier Wochen nach der Geburt schon wieder Fußball gespielt und es geht mir einfach prima.

schlossgeist74 am 15. Juni 2008, 13:34 Uhr

Wer denkt eigentlich mal an das Kind? Der Wunschkaiserschnitt ist für das Kind die schlechtere Alternative: Schwierigkeiten mit der Atmung, Anpassungsstörungen, Kiss-Syndrom, häufiger unstillbares Weinen, kürzere Stillzeiten usw. Die Liste ist lang. Warum die schlechtere Alternative wählen? Ich denke, die wenigsten Frauen profitieren von einem Wunschkaiserschnitt. Die Kinder haben jedenfalls den schlechteren Start. Vorteile bringt der Wunschkaiserschnitt für die Kliniken, die dank festgelegter Kaiserschnittminimumraten satte Gewinne erzielen.

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