Down Syndrom-Test
Gewissheit ohne Fruchtwasseruntersuchung?

Wollen werdende Eltern wissen, ob ihr ungeborenes Baby das Down-Syndrom hat, führt der Arzt eine Chorionzotten-Biopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung durch. Beide können jedoch eine Fehlgeburt auslösen. Ein neuer Down-Syndrom-Test verspricht genaue Ergebnisse ohne diese Eingriffe. Wir erklären, wie dieser Bluttest funktioniert - und warum er so umstritten ist.

Der neue Down-Syndrom-Test - Fluch oder Segen?

Es ist die häufigste genetische Auffälligkeit: das Down-Syndrom (auch Trisomie 21 genannt). Bei dieser Störung ist das Chromosom 21 drei Mal statt zwei Mal vorhanden. Eines von rund 600 Kindern wird mit dieser genetischen Auffälligkeit geboren. Bei älteren Müttern ab 35 Jahren ist - rein statistisch gesehen - das Risiko sogar noch höher.

Einen ersten Anhaltspunkt, ob das Ungeborene das Down-Syndrom oder andere Chromosomen-Auffälligkeiten aufweist, können Nackentransparenz-Test, Ersttrimester- oder Triple-Test geben. Da bei all diesen Untersuchungen aber nur Wahrscheinlichkeiten errechnet werden, überlegt der Arzt anschließend gemeinsam mit den Eltern, ob eine Chorionzotten-Biopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) durchgeführt werden soll. Beides sind jedoch so genannte invasive Methoden, also Verfahren, bei denen der Arzt mit seinen Instrumenten dem Ungeborenen sehr nahe kommt. Und das birgt gewisse Risiken:

Bei der Chorionzotten-Biopsie etwa entnimmt der Arzt mit einer Hohlnadel, die in der Regel durch die Bauchdecke der werdenden Mutter geführt wird (heute jedoch auch häufig durch die Scheide), wenige Milligramm Choriongewebe. Das Chorion ist eine Zellschicht an der Außenseite der Fruchtblase, in der der Embryo schwimmt. Aus den Chorionzellen entsteht der kindliche Teil der Plazenta (Mutterkuchen). Weil die Chorion-Zellen das gleiche genetische Muster haben wie das Ungeborene, kann die Analyse der Zellen in relativ kurzer Zeit auf eine ganze Reihe genetischer Störungen aufmerksam machen. Anhand der gewonnenen Zellen wird im Labor der Chromosomensatz des Kindes untersucht. In sehr seltenen Fällen (0,5 bis zwei Prozent) kann es leider passieren, dass die Chorionzotten-Biopsie eine Fehlgeburt auslöst. Hinzu kommt: Manchmal reicht die Menge an entnommenem Gewebe nicht aus - dann muss man den Eingriff wiederholen.

Bei der Fruchtwasseruntersuchung sticht der Arzt dagegen mit einer langen Punktionsnadel durch die Bauchdecke der Mutter, die Gebärmutterwand und die Fruchtblase, um an das Fruchtwasser zu gelangen. Anschließend saugt er etwa 20 bis 25 Milliliter Fruchtwasser ab. Aus kindlichen Zellen, die im Fruchtwasser schwimmen, lassen sich die Chromosomen extrahieren und untersuchen. Auch diese Methode kann jedoch im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen.

Doch jetzt gibt es Hoffnung, dass solche invasiven Methoden vielleicht schon bald nicht mehr nötig sein werden: Ein neuer Down-Syndrom-Test ermöglicht offenbar die Diagnose der Trisomien 21, 18 und 13 beim Ungeborenen - und zwar aus dem Blut seiner Mutter!

Wie das genau funktioniert und warum Kritiker diesen Test so fürchten, erfahren Sie hier. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Down-Syndrom-Test für Sie zusammengestellt - lesen Sie hier den gesamten Artikel oder klicken Sie für eine schnelle Übersicht einfach auf die entsprechenden Links:

Was halten Sie von dem Down-Syndrom-Test?

Was denken Sie über den neuen Down-Syndrom-Test? Halten Sie es für eine schonendere Variante, das Ungeborene auf Trisomie 21 zu untersuchten? Oder finden Sie seinen Einsatz mit Blick auf die möglichen gesellschaftlichen Folgen ethisch bedenklich? Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt auf das Ergebnis.

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