Down Syndrom-Test

Gewissheit ohne Fruchtwasseruntersuchung?

Weiterleiten Drucken

Der neue Down-Syndrom-Test - Fluch oder Segen?


© Violetstar - Fotolia.com

Es ist die häufigste genetische Auffälligkeit: das Down-Syndrom (auch Trisomie 21 genannt). Bei dieser Störung ist das Chromosom 21 drei Mal statt zwei Mal vorhanden. Eines von rund 600 Kindern wird mit dieser genetischen Auffälligkeit geboren. Bei älteren Müttern ab 35 Jahren ist - rein statistisch gesehen - das Risiko sogar noch höher.

Einen ersten Anhaltspunkt, ob das Ungeborene das Down-Syndrom oder andere Chromosomen-Auffälligkeiten aufweist, können Nackentransparenz-Test, Ersttrimester- oder Triple-Test geben. Da bei all diesen Untersuchungen aber nur Wahrscheinlichkeiten errechnet werden, überlegt der Arzt anschließend gemeinsam mit den Eltern, ob eine Chorionzotten-Biopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) durchgeführt werden soll. Beides sind jedoch so genannte invasive Methoden, also Verfahren, bei denen der Arzt mit seinen Instrumenten dem Ungeborenen sehr nahe kommt. Und das birgt gewisse Risiken:

Bei der Chorionzotten-Biopsie etwa entnimmt der Arzt mit einer Hohlnadel, die in der Regel durch die Bauchdecke der werdenden Mutter geführt wird (heute jedoch auch häufig durch die Scheide), wenige Milligramm Choriongewebe. Das Chorion ist eine Zellschicht an der Außenseite der Fruchtblase, in der der Embryo schwimmt. Aus den Chorionzellen entsteht der kindliche Teil der Plazenta (Mutterkuchen). Weil die Chorion-Zellen das gleiche genetische Muster haben wie das Ungeborene, kann die Analyse der Zellen in relativ kurzer Zeit auf eine ganze Reihe genetischer Störungen aufmerksam machen. Anhand der gewonnenen Zellen wird im Labor der Chromosomensatz des Kindes untersucht. In sehr seltenen Fällen (0,5 bis zwei Prozent) kann es leider passieren, dass die Chorionzotten-Biopsie eine Fehlgeburt auslöst. Hinzu kommt: Manchmal reicht die Menge an entnommenem Gewebe nicht aus - dann muss man den Eingriff wiederholen.

Bei der Fruchtwasseruntersuchung sticht der Arzt dagegen mit einer langen Punktionsnadel durch die Bauchdecke der Mutter, die Gebärmutterwand und die Fruchtblase, um an das Fruchtwasser zu gelangen. Anschließend saugt er etwa 20 bis 25 Milliliter Fruchtwasser ab. Aus kindlichen Zellen, die im Fruchtwasser schwimmen, lassen sich die Chromosomen extrahieren und untersuchen. Auch diese Methode kann jedoch im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen.

Doch jetzt gibt es Hoffnung, dass solche invasiven Methoden vielleicht schon bald nicht mehr nötig sein werden: Ein neuer Down-Syndrom-Test ermöglicht offenbar die Diagnose der Trisomien 21, 18 und 13 beim Ungeborenen - und zwar aus dem Blut seiner Mutter!

Wie das genau funktioniert und warum Kritiker diesen Test so fürchten, erfahren Sie hier. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Down-Syndrom-Test für Sie zusammengestellt - lesen Sie hier den gesamten Artikel oder klicken Sie für eine schnelle Übersicht einfach auf die entsprechenden Links:

Was halten Sie von dem Down-Syndrom-Test?

Was denken Sie über den neuen Down-Syndrom-Test? Halten Sie es für eine schonendere Variante, das Ungeborene auf Trisomie 21 zu untersuchten? Oder finden Sie seinen Einsatz mit Blick auf die möglichen gesellschaftlichen Folgen ethisch bedenklich? Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Gerne können Sie uns auch in Form eines Artikels unter diesen Kommentar Ihre Meinung schreiben.

Sagen Sie uns Ihre Meinung: Die Antworten:
Fänden Sie es gut, wenn es mit dem Down-Syndrom-Test eine schonendere Möglichkeit gäbe, das Ungeborene auf Triomie 21 zu untersuchen?
Weiterleiten Drucken

Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich im Eltern.de Forum.

Fruchtbarkeitskalender, mobile Website und ganz neu die Eltern.de-App: Eltern.de für unterwegs.

 
  • von tine am 20. Oktober 2012, 22:33 Uhr

    hallo liebe tanja (vom 23.august),
    wir haben 3 Kinder zwischen 7 Wochen und 6 Jahren und unsere älteste Tochter hat das Down Syndrom. Wir würden uns gerne über FB mit Dir austauschen: http://www.facebook.com/schwelmguido
    liebe grüße, tine und guido


  • von wartende Mama am 14. September 2012, 11:42 Uhr

    Ich habe diesen Test vor 3 Wo. (SSW 13+6) machen lassen. Im Moment warte ich auf das Ergebnis, welches erst nächste Woche kommt. Neben dem Preis geht man durch die Hölle. Zumal sich die Frage stellt, könnte man nach einem -Ergebnis wirklich das Baby, dessen Entwicklung man die ganze Zeit verfolgt, absterben lassen und tot gebären? Denn nach einem -Ergebnis steht erst die FWU (24h Auswertung), dann 72 h Wartezeit, ehe man den endgültigen Schritt gehen darf. Die meisten Babys sind da schon in der SSW 20 und hätten fast eine Überlebenschance bei Frühgeburt.
    Für uns wäre es auch sehr schwer mit der Diagnose DS zu leben, aber viel schwerer wäre es, das Baby zu töten zumal unser Patenkind auch DS hat. Es ist uns nur wichtig, Bescheid zu wissen und vieles vorzubereiten, denn das Leben mit DS ist anders.Und man sollte auch darüber nachdenken, schmeiße ich mein Kind auch weg, wenn es durch die Geburt oder einen späteren Unfall behindert wird? Warum also jetzt, wo es im Bauch doch schon lebt?


  • von Elli am 13. September 2012, 21:35 Uhr

    Wir können nicht Gott spielen, weil Gott nur eine Vorstellung unserer Vorfahren ist.Nicht nur mit diesem Test werden M.Down Kinder selektiert,sondern schon jetzt mit CB und AZ.Auch ich halte es für problematisch ausgerechnet die "mildeste" Art einer Behinderung zu selektieren, es gibt viele Arten schwerster Behinderungen.95% der erkannten Down Kinder werden abgetrieben, ca 3500-4500 pro Jahr. Eine absolut schwere Entscheidung. Hier wird eine "Sicherheit vor böser Behinderungen" vorgegaugelt, die es so nicht gibt, was bei O2 Mangel unter der Geburt? Schwerste Schädigungen.Down-Kinder sind wunderbare Menschen, nur einwenig anders...


  • von lev13 am 6. September 2012, 10:21 Uhr

    Das problem bei dem Test ist das er NUR die Trisomie 21 erkennt aber nicht die anderen 13 und 18 die für die Kinder noch viel schlimmer sind. Meist sterben diese Kinder vor und bis zum 5.LJ nach der Geburt.
    Der Test kostet über 1000€ und er muss privat bezahlt werden. Da überlegt man sich das schon.
    Letztenendes muss es doch jeder für sich entscheiden. Ich finde behinderte Personen haben es in unserer Gesellschaft schwer. Und die Eltern dieser noch dazu. Job aufgeben, finanzielle Probleme oder gar familiär. Ich möchte das Risiko nicht eingehen. Mir und dem Lebewesen gegenüber nicht.


  • von Tanja am 23. August 2012, 15:09 Uhr

    Hallo ihr zusammen
    Also bei mir wurde vor einer woche festestellt das ich in der 6 Woche Schwanger bin und mein FA meinte da ich schon 40 bin sollte ich ein FWU machen lassen ich habe jetzt mal so ein bischen nachgelessen im Internet und habe jetz bedenken das machen zu lassen.Habe mal nach einer anderen Methode geschaut und das mit dem Bluttest raus gefunden. Wist ihr wer denn Bezahlt?Ich weis gerade nett so recht was ich machen soll ja oder nein meine anderen 5 Kinder sind auch normal auf die Welt gekommen und bei uns in der Familie gibt es kein Kind das das DS hat.
    Vielleicht ist da drausen ja jemand mit dem ich mich austaschen kann! Gern auch über Facebook


(14 Kommentare)

Kommentar schreiben »
Name
E-Mail

Kommentar (max. 1000 Zeichen)

Bild hochladen (optional)


* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.