Ersttrimester-Screening
Die Nackenfaltentransparenz-Messung liefert individuelle Ergebnisse

Was muss ich noch zu Nackenfaltentransparenz-Messung und Ersttrimester-Screening wissen?

das Ergebnis ist keine genaue Diagnose, sondern nur ein Risikofaktor

Vor allem, wie Sie die gemessenen Werte interpretieren. Denn das Ergebnis ist keine genaue Diagnose, sondern stellt nur einen Risikofaktor dar! Wirkliche Klarheit über den Chromosomenstatus des Kindes kann nur eine Folgeuntersuchung bringen, beispielsweise eine Fruchtwasser-Untersuchung. Die Treffsicherheit der Untersuchung ist dabei je nach Methode sehr unterschiedlich: Bei der Nackentransparenz-Messung werden durchschnittlich 75 von 100 Kindern mit Down-Syndrom während der Schwangerschaft erkannt - eine absolute Sicherheit gibt es also auch hier nicht! Die Experten der Fetal Medicine Foundation Deutschland berichten, dass sie durch das Ersttrimester-Screening (Risiko-Berechnung aus Nackenfaltenmessung, Blutwerten und Alter der Mutter etc.) bis zu 95 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom erkennen.

Gerade weil das Testergebnis keine Diagnose, sondern nur ein Risiko-Wert ist, sollte man sich bereits im Vorfeld gemeinsam mit dem Arzt Gedanken darüber machen, welchen Risikofaktor man akzeptabel findet (1 zu 600 oder 1 zu 200?) und deshalb auf eine anschließende Fruchtwasser-Untersuchung verzichtet. "0 Risiko gibt es nicht!" betont Dr. Bernhard-Joachim Hackelöer, Pränataldiagnose-Experte an der Asklepios Klinik Hamburg-Barmbek.

Eltern, die den Risikofaktor, der sich aus der Nackenfalten-Untersuchung ergeben hat, zu hoch finden, entscheiden sich in der Regel für eine Fruchtwasser-Untersuchung, die zweifelsfrei zeigt, ob der Chromosomensatz des Kindes normal ist oder nicht.