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Ausfluss in der Schwangerschaft Was bedeutet das Sekret und was können Schwangere jetzt dagegen tun?

Ausfluss in der Schwangerschaft: Frau mit sportlicher, roter Unterwäsche
© weareadventures / Thinkstock
Vaginaler Ausfluss ist etwas ganz Normales und kein Grund zur Sorge – solange er weiß und geruchlos ist. Hier erfährst du, warum er sogar wichtig für die Scheidenflora ist und bei welchen Anzeichen du bei Ausfluss in der Schwangerschaft lieber zum Arzt gehst.

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Drs. M.Schälike, H. Nelle und Kollegen – Pränatal

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Drs. M. Schälike, H. Nelle und Kollegen geprüft.

Vaginaler Ausfluss, auch Fluor vaginalis  oder Fluor albis (Weißfluss) genannt, ist nichts Außergewöhnliches, sondern kommt bei jeder Frau vor. Wie stark der Ausfluss auftritt und welche Konsistenz er hat, ist von Frau zu Frau verschieden und abhängig vom Stand des Zyklus. So wird beispielsweise kurz vor Eisprung und Periode oft mehr Sekret gebildet.

Was ist vaginaler Ausfluss?

Normaler Scheidenausfluss (nicht zu verwechseln mit Zervixschleim) ist weiß und geruchlos und hat eine Schutzfunktion für den weiblichen Körper. Der Ausfluss besteht aus Schleim aus der Gebärmutter und Schleimhautzellen der Vagina. Gleichzeitig enthält er viele Milchsäurebakterien, die ein saures Scheidenmilieu erzeugen und so Krankheitserreger, wie zum Beispiel Bakterien oder Viren, daran hindern, in den Körper einzudringen. Übertriebene Pflege des Intimbereichs oder aber Stress können das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen. Viren und Bakterien haben dann ein leichtes Spiel, sich zu vermehren und für Infektionen im Vaginalbereich zu sorgen. Meist sind Krankheitserreger für vermehrten oder aber farblich veränderten Ausfluss verantwortlich.

Ausfluss in der Schwangerschaft

Ist vaginaler Ausfluss in der Schwangerschaft normal?

Ja, vaginaler Ausfluss kann besonders während der ersten Schwangerschaftswochen, wenn sich dein Körper noch an die hormonelle Umstellung gewöhnt, stärker als gewohnt sein. Die Ursache hierfür: In der Schwangerschaft sorgt das Hormon Östrogen für eine stärkere Durchblutung deines Vaginalbereichs. Dadurch nimmt auch die Produktion des Scheidensekrets zu.

Solange der Ausfluss weiß ist, nicht übel riecht und du auch keine Schmerzen hast, gibt es keinen Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Der Ausfluss weist auf eine gesunde Scheidenflora hin! Riecht der Ausfluss allerdings unangenehm und ist er vielleicht sogar braun oder gelblich, gehst du lieber zu deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt, denn eine Verfärbung deutet meist auf eine Infektion hin, die besonders in der Schwangerschaft unbedingt behandelt gehört.

Ist das ein Schwangerschaftsanzeichen?

Du bist dir noch nicht sicher, ob du schwanger bist und fragst dich, ob der Ausfluss ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein kann? Vaginaler Ausfluss ist meist durch hormonelle Veränderungen im Körper bedingt. Das muss nicht unbedingt eine Schwangerschaft sein, denn auch der Eisprung oder besondere Stresssituationen können vermehrten Ausfluss verursachen.

Trotzdem: Eine Schwangerschaft hat Einfluss auf deinen Hormonhaushalt, deswegen kann vermehrter Ausfluss in der Frühschwangerschaft durchaus ein Hinweis sein. Verlassen solltest du dich darauf aber lieber nicht. Wirkliche Klarheit, ob du schwanger bist, bringt dir ein Schwangerschaftstest oder der Besuch bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen.

Was kann ich gegen vermehrten Ausfluss ist der Schwangerschaft tun?

Das Höschen ist feucht – kein schönes Gefühl. Doch denke daran, dass der Ausfluss im Grunde ein gutes Zeichen ist und zeigt, dass deine Scheidenflora gesund ist. Vorbeugen kannst du leider nicht.

Stattdessen ist es für Schwangere wichtig, auf ihre Intimpflege zu achten. Ganz wichtig dabei: nicht übertreiben! In diesem Fall ist weniger tatsächlich mehr, denn Intimpflegeprodukte wie Seifen oder Sprays stören die Scheidenflora. Verzichte deshalb lieber darauf und beherzige stattdessen folgende Punkte:

  • Zur Pflege deines Intimbereichs nur Wasser benutzen, keine parfümierten Seifen, Waschlotionen oder Sprays. Beim Duschen auf das Einschäumen der Scheide lieber verzichten.
  • Keine Intimduschen machen, das heißt, den Wasserstrahl der Dusche nicht direkt auf den Intimbereich halten.
  • Baumwollunterwäsche anstelle von synthetischer Unterwäsche tragen.
  • Ist der Ausfluss besonders stark, kannst du ihn mit (luftdurchlässigen) Slipeinlagen auffangen.

Bleibt der Ausfluss die ganze Schwangerschaft über so stark?

Wie lange oder wie stark der Ausfluss ist, ist von Frau zu Frau verschieden. Es kann schon sein, dass dein Ausfluss, bedingt durch Hormone, die ganze Schwangerschaft über stärker ist als gewohnt. Bei vielen Frauen reguliert sich die Menge aber wieder, sobald sich der Körper an die hormonellen Veränderungen gewöhnt hat.

Was bedeutet bräunlicher Ausfluss in der Schwangerschaft?

Etwa jede fünfte Frau hat während der frühen Schwangerschaftswochen bräunlichen Ausfluss. Meistens handelt es sich dabei um Einnistungsblutungen, sogenannte Nidationsblutungen. Sie sind kein Grund zur Sorge, sondern ein Zeichen dafür, dass die befruchtete Eizelle sich in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

Einnistungsblutungen sind bräunlich und schwächer als die Monatsblutung. Normalerweise treten die Blutungen zwischen dem siebten und zwölften Tag nach der Befruchtung der Eizelle auf und sind nach spätestens drei Tagen wieder vorbei. Um wirklich sicher zu gehen, dass es sich bei dem Ausfluss tatsächlich um eine Einnistungsblutung handelt, sprich deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen darauf an. Denn brauner Ausfluss kann auch andere Ursachen haben, etwa eine Infektion der Scheide, die auf jeden Fall ärztlich behandelt werden muss.

Du hast Schmerzen im Unterleib und Juckreiz? Auch dann bitte die:den Frauenärzt:in aufsuchen und die Ursachen hierfür abklären lassen. 

Was bedeutet gelber Ausfluss in der Schwangerschaft?

Gelben Ausfluss, der unangenehm riecht und vielleicht sogar mit Juckreiz und Brennen einhergeht, unbedingt ärztlich abklären lassen. Er kann auf eine vaginale Infektion hinweisen, etwa mit Bakterien oder Viren. Auch möglich: eine Pilzinfektion. Beides muss in der Schwangerschaft auf jeden Fall behandelt werden. 

Ausfluss: Wann sollte ich lieber zum Arzt gehen?

Normaler Ausfluss, auch wenn er ein wenig stärker ist als gewohnt, ist nicht unbedingt ein Grund dafür. Ist der Ausfluss gelblich, grün oder sogar blutig, riecht er unangenehm oder ist seine Konsistenz dicker und krümelig, dann gehst du aber auf jeden Fall besser zu deiner Ärztin oder deinem Arzt, denn dies sind Anzeichen für eine Infektion.

Bei Schmerzen im Unterleib, eventuell sogar nach dem Geschlechtsverkehr, Fieber, Juckreiz oder Beschwerden beim Wasserlassen bitte auch unbedingt die Praxis aufsuchen. Deine Ärztin oder dein Arzt wird dich zunächst zu Farbe und Beschaffenheit des Ausflusses befragen. Bei einer gynäkologischen Untersuchung wird dann ein Abstrich gemacht und geprüft, um welche Art Infektion es sich handelt. Mit dem Ergebnis kann sie oder er dann die für dich richtige Therapie auswählen.

Wie wird eine Infektion im Vaginalbereich bei Schwangeren behandelt?

Stellt dein:e Gynäkolog:in eine Infektion der Scheide fest, wird sie oder er zunächst anhand eines Abstrichs bestimmen, ob es sich um eine bakterielle oder um eine Virusinfektion handelt. Die entsprechende Therapie richtet sich dann auch nach der Schwere der Erkrankung und kann von einfachen Sitzbädern über Cremes und Zäpfchen bis hin zur Antibiotikabehandlung reichen.

Aber auch du selbst kannst den Heilungsprozess ganz einfach unterstützen: Täglicher Wechsel der Unterwäsche versteht sich von selbst. Aber auch Waschlappen und Handtücher, mit denen du deinen Intimbereich pflegst, täglich wechseln. Die Wäsche sicherheitshalber bei 60 Grad und mit Waschmittel-Pulver waschen, um die Keime abzutöten.

Könnte der Ausfluss auch Fruchtwasser sein?

Ups, Feuchtigkeit in der Unterhose – ist das nun Ausfluss, Urin oder vielleicht sogar Fruchtwasser? Zunächst gilt: keine Panik! Ob es sich bei der Flüssigkeit um Fruchtwasser handelt, können werdende Mütter ganz einfach am Geruch erkennen. Denn: Fruchtwasser riecht etwas süßlich, ganz anders also als geruchsloser Ausfluss oder als Urin.

In frühen Schwangerschaftswochen, wenn sich das Köpfchen des Babys noch nicht in Ihr Becken gesenkt hat, würde Fruchtwasser im Schwall abgehen. In späten Schwangerschaftswochen tröpfelt das Fruchtwasser eher leicht, weil der Kopf des Kindes den Ausgang wie ein Korken blockiert. Es ist aber auch gut möglich, dass dein Baby beherzt gegen die Blase getreten hat und du schlicht und einfach ein bisschen Urin verlierst.

Bist du dir unsicher, fahre lieber einmal mehr in die Klinik und lasse dich dort untersuchen. Alleine schon, damit du dir nicht unnötig Sorgen machst.

Was hat es mit Ausfluss kurz vor dem errechneten Geburtstermin auf sich?

Manche Frauen erschrecken, wenn sie kurz vor dem errechneten Geburtstermin ihres Kindes plötzlich etwas Schleim in der Unterhose haben. Doch das weist lediglich darauf hin, dass die Geburt kurz bevorsteht. Warum dies gerne auch ein paar Tage vor dem errechneten Stichtag passieren kann, erklären wir bei unserem Geburtsterminrechner.

Bei dem Ausfluss handelt es sich wahrscheinlich um den sogenannten Schleimpfropf, der sich zu Beginn der Schwangerschaft am Muttermund bildet und die Gebärmutter vor dem Eindringen von Keimen schützt. Öffnet sich der Muttermund in Vorbereitung auf die Geburt langsam, geht der Schleimpfropf ab. Manchmal kann der Schleim auch mit etwas Blut versehen sein. Das ist nicht weiter schlimm und kein Grund zur Sorge. Aber: In den allermeisten Fällen werden bald die Wehen einsetzen.

Weitere Quellen:

ELTERN

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