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Schmeckt Muttermilch nach Lakritz?

Banane, Schoko oder doch lieber Vanille - Muttermilch gibt es in vielen Geschmacksvarianten. Je nachdem, was Sie essen, bekommt Ihr Baby ein abwechslungsreiches Menü geboten - zumindest geschmacklich.

Stillen: Schmeckt Muttermilch nach Lakritz?

Babys lieben Süßes. Damit sie später nicht nur zu Butterkeksen und Schokopudding greifen, können stillende Mütter ihre Säuglinge bereits in den ersten Monaten an Geschmacksvarianten gewöhnen. Denn viele Bestandteile die Sie mit der Nahrung aufnehmen, erreichen Ihr Baby mit der Muttermilch. Essen Sie viele unterschiedliche Lebensmittel und regen Sie damit den Geschmackssinn Ihres Babys an.

Muttermilch: Jede Stillmahlzeit ein neues Geschmackserlebnis

Bisher hatte Muttermilch nicht das Image besonderes abwechslungsreich zu schmecken. Jetzt aber haben dänische Forscher herausgefunden, dass die Aromen der mütterlichen Mahlzeiten nach und nach in die Milch über gehen. Dadurch kann der Geschmack der Muttermilch stark schwanken, schreiben Helene Hausner und ihre Kollegen von der Universität Kopenhagen. (New Scientist, Juli 2008). Für die Studie nahmen 18 stillende Mütter Kapseln mit Aromastoffen wie Kümmel, Lakritz, Menthol und Banane ein und gaben dann eine, zwei, vier, sechs und acht Stunden danach Proben ihrer Muttermilch im Labor ab.

Die Wissenschaftler hatten zwar erwartet, dass die Geschmacksstoffe in die Milch übergehen würden. Überrascht waren sie jedoch davon, dass verschiedene Geschmackstoffe unterschiedliche lange brauchen, bis sie in die Muttermilch gelangen und dann auch unterschiedlich lange zu schmecken sind. Wenn Sie also eine Banane essen und ihr Baby in der ersten Stunde danach stillen, trinkt ihr Kind Muttermilch mit Bananengeschmack. Lakritz und Kümmel erreichen nach zwei Stunden ihre maximale geschmackliche Konzentration und wenn Sie ein Mentholbonbon gegessen haben, kann ihre Milch bis zu sechs Stunden lang danach schmecken.

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Muttermilch als Geschmackstraining

Ein Baby nimmt bei jedem Stillen einen anderen Geschmack in der Milch war.
Helene Hausner stellt auch eine Theorie auf, welche Konsequenzen diese Vielfalt haben könnte: Gestillte Kinder sind empfänglicher für neue Geschmacksnoten, als Kinder, die die Flasche bekommen. "Es ist nicht so, dass das Baby denkt "Hmmm, Apfelkuchen", wenn die Mutter Apfelkuchen isst, aber es könnte dazu führen, dass es neue Aromen leichter akzeptiert", erläutert sie.

Muttermilch: Ernährungsregeln für die Stillzeit

Wenn Ihr Baby einmal die Muttermilch mit Knoblaucharoma verweigert, dann ist spätestens nach acht Stunden der ungeliebte Geschmack aus der Milch verschwunden. Deswegen ist es nicht nötig eine strenge Stilldiät einzuhalten. Falls ihr Baby empfindlich ist, testen Sie mit kleinen Mengen, vorauf es reagiert und streichen Sie nur dieses Lebensmittel von ihrem Speiseplan.
Ansonsten ist natürlich eine möglichst ausgewogene und vitaminreiche Ernährung mit vielen Geschmacksvarianten am besten. Ab und zu ein Stück Buttercremetorte wird aber dem Geschmackssinn Ihres Babys auch nicht schaden.