Bildershow: Babys tragen
 
Tragehilfen für Babys

Am liebsten so nah wie möglich bei Mama sein, dann fühlen sich Babys besonders wohl. Welche Möglichkeiten die unterschiedlichen Tragehilfen hier bieten, zeigt unsere Bildershow.

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Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen rund ums Tragen

Verträgt die kleine Wirbelsäule langes Tragen?
Am Anfang haben alle Babys einen Rundrücken. Erst ab dem sechsten Monat sind ihre Muskeln so weit ausgebildet, dass sie, wenn sie aufrecht getragen werden, nicht mehr in sich zusammensinken. Die rundliche Haltung im Tragetuch oder im Tragesack kommt den Kleinen also entgegen. In einer Tragehilfe sind die weichen Säuglingsbandscheiben außerdem gut gestützt. Mit etwa sechs bis acht Monaten ist der Babyrücken dann so stark, dass er sich selber gerade halten kann. Eine gute Tragehilfe liegt eng am Kind an. Sie stützt das Köpfchen, damit es nicht nach hinten wegkippt, wenn das Baby einschläft. Wichtig ist - besonders für die ganz Kleinen - ein breiter, fester Steg zwischen den Babybeinen, der verhindert, dass sie gerade nach unten baumeln.

Kann häufiges Tragen Hüftgelenksproblemen vorbeugen?
In geeigneten Tragehilfen nimmt der Säugling die sogenannte Spreiz-Anhock-Haltung ein: Wie ein Fröschchen winkelt er seine Beine an, die Hüftgelenke sind nach vorn gestreckt. Die noch weiche Hüftgelenkspfanne kann sich in dieser Position gut ausbilden. Mit etwa acht Monaten ist die Hüfte dann so weit ausgereift, dass die Beinchen beim Tragen nicht mehr ständig angewinkelt sein müssen.

Bekommt ein Baby, das eng am Körper getragen wird, auch ausreichend Sauerstoff?
Selbst wenn das Baby sein Näschen immer wieder am Körper der Mutter vergräbt, sinkt die Sauerstoffsättigung seines Blutes höchstens um ein Prozent. Das schadet ihm nicht, sagen Wissenschaftler der Universität Köln, die kleine Traglinge für eine Studie untersucht haben. Die ständige (Mit-)Bewegung am Körper der Eltern regt die Atmung des Babys zusätzlich an. Ist es warm genug verpackt im Tuch oder Tragebeutel? Am Körper von Mama oder Papa bekommt das Kind viel von deren Wärme ab. In kälteren Jahreszeiten sollten die Kleinen zusätzlich noch unter Mantel oder Jacke getragen werden und ein Mützchen aufhaben. Ihre Füße wärmen weiche Lammfellschuhe oder warme Socken. Auf ein festes Rückentragegestell verzichtet man im Winter besser: Darin kann das Kind auskühlen. Im Tuch bleibt es unter einer extraweiten Tragejacke auch auf dem Rücken schön warm. Die Eltern sollten in Ab ständen prüfen, ob der Baby-Nacken angenehme Körpertemperatur hat - dann fühlt sich ihr Kind wohl.

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Beruhigt langes und häufiges Tragen Kinder?
Es ist eine Erfahrung, die alle Eltern machen: Heben sie ihr Baby hoch, wird es ruhiger, es hört auf zu weinen, ist zufriedener. Wissenschaftlich belegt ist das Ganze auch: In einer Studie des Kinderspitals Zürich wurde nachgewiesen, dass Säuglinge, die täglich etwa vier Stunden am Körper der Eltern verbringen, deutlich seltener weinen: Sie können sich besser vor Umweltreizen schützen, schütten weniger Stresshormone aus und sind deshalb ausgeglichener.

Hat ein Baby, das viel getragen wird, noch Lust, sich selbstständig zu bewegen?
Kindern sind neugierig. In der erhöhten Trageposition bekommen sie viel Spannendes zu sehen. Das ist die beste Anregung, um irgendwann selber loszulegen: Mit Mimik, Gestik und Bewegungen zeigt das Baby seinen Eltern, wann es loskrabbeln, fühlen, tasten will. Die beste Voraussetzung dafür hat es: Der ständige Bewegungsreiz beim Tragen unterstützt die Entwicklung des Gehirns und schult den Gleichgewichtssinn - gute Bedingungen für kleine Eroberer.

Warum wollen manche Babys nicht getragen werden?
Nach der Geburt kann ein Baby Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich haben, die ihm das Tragen unangenehm machen. Fühlt ein Kleines sich in Tragetuch oder -sack nicht wohl, sollte der Kinderarzt das abklären. Vielleicht muss Mutter oder Vater sich aber auch erst an den kleinen Passagier gewöhnen, ist selber etwas angespannt und unsicher - Babys spüren das. Es lohnt sich, dann nicht gleich aufzugeben: Nach einer kurzen Übungszeit können Eltern und Kind die Nähe meistens richtig genießen.

Darf ich mein Baby auch mal so tragen, dass es nach vorn schaut?
Ein Säugling, der mit dem Gesicht nach vorn getragen wird, nimmt eine Haltung ein, die seinen Bewegungsapparat ungesund belastet: Die Schultern sind überstreckt, der Rücken geht in eine unnatürliche Hohlkreuz-Position, die Beinchen sind nicht hüftschonend angewinkelt, sondern hängen in der Luft. Außerdem: Ganz Kleine brauchen die Sicherheit, bei zu vielen Reizen einfach abschalten und sich ankuscheln zu können - in der Zuschauerposition geht das schlecht.

Verwöhne ich mein Baby, wenn ich es oft trage?
Babys können gar nicht genug Liebe von ihren Eltern bekommen! Ganz nahe am Körper von Mutter oder Vater spüren sie Sicherheit und Nähe. Das ist die beste Basis für eine gute Entwicklung und ein stabiles Selbstvertrauen. Viele Babys haben Zeiten, in denen sie besonders viel körperliche Nähe brauchen und ständig getragen werden wollen. Es hat den Anschein, als müssten sie gerade besonders intensiv Liebe tanken. Nach einigen Wochen ist diese Phase aber meistens wieder vorbei.

Warum tragen Mütter ihr Baby meist an der linken Körperseite? Ob in Neuguinea, in Lappland oder München - instinktiv halten Mütter ihr Baby an die linke Körperhälfte. Lange Zeit dachte man, sie tun es, damit das Kleine den vertrauten Herzschlag hört. Das scheint aber nicht der einzige Grund zu sein, wie neue britische Studien der Universitäten Sussex und Liverpool nahelegen. Demnach bevorzugen Frauen die Seite beim Tragen, auf der sie die Bedürfnisse ihres Kindes schneller und zuverlässig wahrnehmen und damit auch entsprechend reagieren können: Die linke Gehirnhälfte ordnet Emotionen ein. Mütter, die ihr Baby oft und lange tragen, sollten sich aber auch immer mal wieder gegen ihr Bauchgefühl entscheiden und die Trageseite wechseln: Das tut Wirbelsäule und Schultern gut (mehr Tipps, wie Sie Ihren Rücken beim Hochheben und Tragen Ihres Kindes schonen können, finden Sie im Kasten oben).

So halten Sie Ihren Rücken fit

  • 1. Bücken bitte immer mit aufrechter Wirbelsäule und gebeugten Knien, mit gestrecktem Rücken wieder aufrichten - egal, ob Sie Ihr Baby von der Krabbeldecke heben oder seine Rassel suchen.
  • 2. Auch im Stehen und beim Gehen auf eine aufrechte Körperhaltung achten: Das Hohlkreuz ist eine ungesunde (und überfl üssige) Ausgleichshaltung.
  • 3. Im Tuch das Baby fest an den Körper binden: Es darf nicht in den Stoff fallen, wenn Sie sich bewegen - das würde Ihre Wirbelsäule ruckartig belasten.
  • 4. Die Schultern möglichst gerade halten - also nicht nach vorn fallen lassen, wenn Sie Ihr Baby auf dem Rücken tragen. Und nicht nach hinten ziehen, wenn es vor Ihrer Brust hängt.
  • 5. Wenn Sie Ihr Baby aus dem Bett oder Auto heben, nehmen Sie es nahe zu sich an den Körper.