Fontanelle
 
Köpfchen mit Knautschzone

Alle Babys kommen mit einem Grübchen oberhalb der Stirn auf die Welt - der sogenannten Fontanelle. Ein Spalt, der für die gesunde Entwicklung des Kindes äußerst wichtig ist.

Fontanelle
Thinkstock, tororo
Inhalt: 
Knautschzone für die GeburtUnterschiedliche ÖffnungszeitenIn Watte packen nicht nötigFenster zum Gehirn

Fasziniert und unendlich behutsam reagieren die meisten Eltern, wenn sie zum ersten Mal über die kleine Grube oberhalb der Stirn ihres Babys streicheln: die große Fontanelle. Die rautenförmige Öffnung (durchschnittliche Größe: zwei mal zwei Zentimeter) lässt sich gut tasten; man kann sogar fühlen, wie das Blut pulsiert.
Tatsächlich ist diese Grube nur eine von sechs Fontanellen: Es gibt noch eine kleine, dreieckige am Hinterkopf und vier winzige, kaum spürbare – je zwei seitlich in Höhe der Schläfe und an der Unterseite des Hinterkopfs.

Knautschzone für die Geburt

An diesen kleinen Lücken treffen die Knochenplatten aufeinander, die zusammen den Schädel bilden. Erst nach einigen Lebensjahren sind diese Platten richtig miteinander verwachsen. Warum nicht von Geburt an?
Als die Evolution den Menschen das Laufen lehrte, verkleinerte sich gleichzeitig sein Becken, denn erst das ermöglichte den aufrechten Gang. Durch diese Verkleinerung wurde es allerdings auch bei der Geburt enger.
Die Fontanellen schufen Abhilfe: An diesen offenen Verbindungen ist der Kopf eines Babys sehr elastisch und anpassungsfähig. Bei der Geburt können sich die Schädelplatten gegen-, manchmal auch übereinander schieben und erlauben damit eine sichere Passage durch den engen Geburtskanal. Nach diesem Durchzwängen sehen die Köpfe mancher Neugeborener ein wenig spitz oder schief aus, was sich aber nach wenigen Tagen wieder gibt.
Fontanellen haben noch zwei weitere wichtige Aufgaben: Zum einen gewährleisten sie einen raschen Blutdruckausgleich im Kopf. Zum anderen ermöglichen sie dem Gehirn, das in den ersten Jahren an Volumen zunimmt, ungehindert zu wachsen.

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