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Nach der Geburt Die Sehnsucht nach der alten Jeans

Frau bekommt Hose nicht zu
© EHStock / iStock
Solange das Baby noch nicht geboren ist, freut man sich über jeden Zentimeter mehr Bauchumfang und präsentiert stolz sein Bäuchlein der ganzen Welt. Aber: Ist das Baby da, hat der Bauch seine Existenzberechtigung verloren und soll so schnell wie möglich weg. Doch ohne Personal Trainer, Diätkoch und Nanny ein schwieriges Unterfangen – und auch nicht natürlich.

Eine äußerst unwillkommene Veranlagung

Es soll sie geben, diese Mütter, bei denen die Schwangerschafts-Kilos durchs Stillen im Handumdrehen verschwunden sind. Sie gehören nicht zu diesen Glücklichen? Nur die Ruhe. Sie sind nicht allein - im Gegenteil! Das Thema Gewichtszunahme in der Schwangerschaft beschäftigt viele Frauen! Eine Umfrage auf Eltern.de zeigt: Fast die Hälfte aller Frauen ist nach der Geburt unzufrieden mit den zusätzlichen Pfunden.
Interessant: Schuld an den hartnäckigen Pfunden sind die Gene! Wissenschaftler der Uni Essen haben ein sogenanntes "Ur-Gen" gefunden, das das Abnehmen nach der Geburt erheblich schwerer macht. Vor tausenden von Jahren, als die Männer noch jagten und die Frauen noch sammelten, sorgte dieses Gen dafür, dass Mütter auch in Notzeiten genügend Reserven für die Versorgung ihrer Babys hatten. Heute dagegen finden wir das Gen, das jede fünfte Frau in sich trägt, nur noch lästig.
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Sie sind diesem Gen nicht wehrlos ausgeliefert. Regelmäßiger Sport führt dazu, dass sich diese einst sinnvolle, heute aber äußerst unwillkommene Veranlagung gar nicht erst bemerkbar macht.

Raus aus dem Krankenhaus - rein in den Pilates-Kurs?

Vier Mal wöchentlich Fitness-Studio und fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sind für eine frischgebackene Mama etwas schwer zu schaffen. Sind Sie erst einmal mit Ihrem Baby daheim und im Alltag angekommen, haben Sie mit Sicherheit wichtigere Dinge im Kopf: Stillen, kuscheln, Windeln wechseln und Ihr Baby in den Schlaf wiegen füllen Ihren Tag nun komplett aus. Und wer glücklich darüber ist, für fünf Minuten ungestört im Badezimmer verschwinden zu können, wird noch nicht über die Anmeldung zum Pilates-Kurs oder eine ausgewogene Ernährung nachdenken.

Kleine Gelegenheiten nutzen

Gleich nach der Geburt exzessiv Sport zu treiben ist nicht nur zeitlich schwer einzurichten, sondern auch nicht ratsam. Sorgen Sie stattdessen für eine gesunde Lebensweise - soweit das mit einem Säugling im Arm, in der Wiege, an der Brust, im Tragetuch oder im Kinderwagen geht.
Versuchen Sie, regelmäßig Bewegung in Ihren neuen Alltag mit Baby einzubauen. Etwa, indem Sie jeden Tag eine Stunde zügig mit dem Kinderwagen spazierengehen - vielleicht finden Sie eine gleichgesinnte Mama, die Sie begleitet! Nutzen Sie ein kleines Nickerchen Ihres Babys für zwei, drei kurze Yoga-Übungen. Wenn Sie die Yogamatte neben die Krabbeldecke legen, kann Ihr Baby Sie währenddessen neben sich spüren, hören und sehen und gönnt Ihnen so wahrscheinlich noch etwas mehr Zeit.
Und wenn Sie und Ihr Baby im Laufe der Wochen und Monate ein eingespieltes Team werden und einen gemeinsamen Rhythmus finden, ist vielleicht irgendwann eine ganze Fitness-DVD drin!

Beissen Sie in den sauren Apfel!

Was die Ernährung angeht, müssen Sie als Still-Mama nicht nur aus Zeitgründen Abstriche machen: Was für Ihren Körper gesund ist, wie reichlich frisches Obst und Gemüse, ist für Stillkinder meist nicht besonders bekömmlich. Viele Babys reagieren mit Bauchschmerzen und rotem Po, wenn ihre Mama Orangen, Ananas oder Kiwis zu sich nimmt. Blähend wirken viele Gemüsesorten wie Bohnen, Lauch aber auch frischer Salat.
Soweit es geht, sollten Sie sich aber gesund ernähren und auf fettige und süße Sachen verzichten. Bei Heißhungerattacken also lieber eine Banane oder Studentenfutter als Kekse und Schokoriegel.

Eine alte Hebammenweisheit

Was Sie aber bei allen guten Ratschlägen und wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht vergessen sollten: Am wichtigsten sind jetzt Ihr Baby und Sie. Gönnen Sie sich Ruhe, Entspannung und Zeit, sich auf Ihre neue Rolle als Mama einzustellen und Ihr Baby kennenzulernen.
Nach neun Monaten Schwangerschaft dauert es, bis Haut und Gewebe auf gesunde Art und Weise in ihre alte Form zurückfinden. Stressen Sie Ihren Körper nicht, indem Sie ihm Diäten oder ein straffes Trainingsprogramm aufbrummen - er hat in den letzten Monaten genug geleistet. Eine alte Hebammenweisheit lautet: "Neun Monate kommt das Kind, neuen Monate dauert es, bis es geht." Und diese neun Monate sollten Sie Ihrem Körper bis zur Rückkehr in die alte Jeans auch gönnen - mindestens.


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