Abpumpen
 
Muttermilch aus der Flasche

Manchmal ist es nötig, manchmal ein Stück Freiraum für stillende Mütter: Muttermilch abpumpen und mit der Flasche füttern. Die wichtigsten Fragen zum Thema Milch abpumpen beantwortet hier Hebamme Jule Friedich.

Muttermilch aus der Flasche
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Ab wann kann man Muttermilch mit der Flasche füttern?

Abpumpen: Muttermilch aus der Flasche
In den ersten sechs Wochen sollte ein gestilltes Kind keine Flasche bekommen. Danach, wenn das Stillen gut etabliert ist, kann es zwischendurch auch mit Flasche gefüttert werden. Wenn die Mutter das möchte, kann sie dem Kind manchmal eine Flasche anbieten, damit es lernt, am Sauger zu trinken. Kinder, die in den ersten drei bis vier Monaten nur an der Brust getrunken haben, verweigern später oft die Flasche. Sie können nicht aus der Flasche trinken, denn das erfordert eine andere Technik.
 

Besteht die Gefahr, das Kind dadurch vom Stillen zu entwöhnen?

Wenn das Stillen gut eingeführt ist und Babys erst nach sechs Wochen eine Flasche bekommen, entwöhnt man das Kind damit nicht. Aber wenn man mit der Flasche füttert, sollte man darauf achten, dass der Sauger eine möglichst kleine Öffnung hat, wie zum Beispiel Teesauger. Sonst schießt die Milch ohne große Anstrengung einfach heraus.
 

Wie lagert man Muttermilch?

Am besten kühl: Im Kühlschrank bei +4 bis +6 Grad, im Eisfach oder in der Tiefkühltruhe bei -18 Grad. Wird die Milch innerhalb von 6 bis 8 Stunden verbraucht, kann sie auch bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.
 

Wie lange ist sie haltbar?

Für gesunde Kinder kann man Muttermilch bis zu 72 Stunden - also drei Tage lang - im Kühlschrank aufbewahren. Dabei sollte man beachten, dass die Milch nicht im Türfach gelagert wird, sondern möglichst im Kühlschrankinneren auf unterster Ebene und hinten. Dort ist die Kühltemperatur am gleichmäßigsten. Für Frühgeborene oder kranke Neugeborene sollte man die Milch höchstens 48 Stunden kühlen. In der Tiefkühltruhe hält sich die Milch bis zu sechs Monate.

Video: Flasche geben

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Was sollte man beim Einfrieren beachten?

Für Babys bis zu sechs Monaten sollte man beim Einfrieren sterilisierte Gefäße verwenden. Ist das Kind älter, kann man darauf verzichten und normale Gefrierbeutel nehmen. Wenn man Milch sammelt, ist es wichtig, dass man die frische, noch warme Milch nicht zu der bereits gefrorenen dazuschüttet. Denn durch die warme Milch kann die eingefrorene Milch zu stark antauen. Am besten man sammelt die Milch einzeln in Beuteln oder Gefäßen.

Wie taut man Muttermilch richtig auf?

Erst die tiefgekühlte Milch im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur schonend auftauen lassen. Wenn sie aufgetaut ist, kann die Milch im geschlossenen Gefäß noch maximal 24 Stunden gekühlt gelagert werden. Wenn man davon schon Milch entnommen hat, nur noch 12 Stunden. Am besten die Milch langsam im Wasserbad auf maximal 37 Grad erwärmen. So bleiben die wertvollen Bestandteile erhalten.

Kann man erwärmte Milch dem Kind auch später geben?

Die erwärmte Milch sollte binnen einer Stunde dem Kind gegeben werden. Ein zweites Mal darf man sie nicht erwärmen. Verwendet man die Milch nicht oder bleibt ein Rest über, bitte nicht wegschütten: Muttermilch ist ein wunderbarer Badezusatz für Babys. Deshalb beim nächsten Bad einfach ins Wasser kippen.

Kann man die Milch auch in der Mikrowelle erwärmen?

Nein. Säuglingsnahrung sollte nie in der Mikrowelle erwärmt werden. Wertvolle Bestandteile der Milch gehen so kaputt. Außerdem erwärmt die Mikrowelle die Milch sehr unregelmäßig. Trotz Schütteln kann sie immer noch zu heiß sein und das Kind verbrühen. Deshalb Säuglingsnahrung am besten im Wasserbad erwärmen.

Kann man Muttermilch und Fertigmilch mischen?

Das ist nicht zu empfehlen. Für den kindlichen Magen ist es besser, die unterschiedlichen Milcharten nacheinander zu bekommen. Dabei erst die Muttermilch füttern, danach das Kind aufstoßen lassen und wickeln, um eine kleine Pause zu haben. Erst dann sollte man die Kunstmilch geben.

Sollte Füttern mit der Flasche die Ausnahme bleiben oder kann man so auch den Vater besser mit einbeziehen?

Bis zur sechsten Lebenswoche sollte man auf die Flasche verzichten. Der Vater kann mit dem Baby kuscheln, es herumtragen, wickeln oder baden und so genug Beziehung aufbauen zu seinem Kind. In der ersten Zeit muss das nicht über die Nahrungsaufnahme passieren. Ansonsten kommt es auf die Umstände an: Arbeitet die Mutter bald wieder oder will man mal ins Kino, können Väter prima einspringen. Muttermilch aus der Flasche ist dann eine gute Alternative.