Öffentlich stillen
 
Brust raus im Bus?

Dezenter geht's kaum noch und doch ist es ein Aufreger für die verklemmten Amerikaner. Worum es geht? Um ein Foto, das Angelina Jolie zeigt, wie sie eines ihrer drei Monate alten Zwillingsbabys stillt. Ist das zu intim für die Öffentlichkeit oder ist die Öffentlichkeit einfach zu verklemmt fürs Stillen?

Intimer Einblick

Öffentlich stillen: Brust raus im Bus?
WENN

Es ist nur ein Foto und doch ein Aufreger in den USA: Das Bild zeigt eine Mutter, die ihr Baby stillt – eigentlich eine ganz natürliche Sache. Aber wenn die Mutter, deren Brust man andeutungsweise auf dem Bild erkennen kann, Angelina Jolie heißt und der Vater, der das Bild geschossen hat, Brad Pitt, dann wird aus einem ganz normalen Vorgang ein intimer Einblick in den Alltag einer Promi-Familie.

Aber wie gehen normale Mütter mit dem Thema um? Jeder weiß heute, dass Stillen für Babys das Beste ist. Und jede Mutter, die schon einmal gestillt hat weiß auch, dass ein hungriges Baby nicht lange auf seine Mahlzeit warten will. Dabei ist es dem Kind egal, ob die Mutter gemütlich zuhause auf dem Sofa sitzt, gerade in der Supermarktschlange ansteht oder in der Rückbildungsymnastik auf dem Boden liegt. Ein vor Hunger schreiendes Baby lässt sich nicht auf später vertrösten - übringes der durch das Schreien des Kindes ausgelöste Milcheinschuss auch nicht. Stillen ist aber auch ein intimer Moment zwischen Mutter und Kind. Ist es daher angebracht im Restaurant, auf der Parkbank oder im Bus zu stillen?

Stillende Mütter geben sich wieder zugeknöpft

Noch Mitte der 80er Jahre beklagte sich ELTERN Leserin Annemarie B.: "Nach einem Einkaufsbummel habe ich in einem Caf etwas getrunken. Als meine kleine Tochter anfing zu scheien, gab ich ihr am Tisch die Brust. Der Besitzer des Cafs kam und forderte mich auf, das zu lassen, sonst müsste ich gehen."
Die beratende Rechtsanwältin versuchte damals in ihrer Antwort an die Leserin zu trösten, dass die Stillende zumindest nicht wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" belangt werden könnte, der Wirt aber durchaus befugt sei von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen.

20 Jahre später ist man gesellschaftlich in Deutschland soweit, dass Stillen immer und überall normal ist - schiefe Blicke ernten Mütter manchmal aber trotzdem. Doch der Trend geht heute weg vom "Schaufensterstillen" der frühen 90er Jahre. Stillende Mütter geben sich heute wieder etwas zugeknöpfter. Und die Mode reagiert darauf: Weite Stilltops, die gleichzeitig das Baby und die Brust vor fremden Blicken schützen, sind gefragt. Genauso wie Oberteile, die man dezent seitlich öffnen kann und die mehr verbergen als zeigen. In unserer Bildershow zeigen wir Beispiele für aktuelle Stillmode.

Praktisch reicht nicht

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