Zwillinge
 
Doppeltes Glück - und jetzt?

Zwillinge bedeuten doppelten Stress. Aber auch: Glück im Doppelpack! Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich auf den Alltag mit zwei Babys einzustellen.

Tipps für den Alltag mit Zwillingen

Zwillinge: Doppeltes Glück - und jetzt?

Die meisten Zwillingseltern fühlen sich in den ersten Monaten überfordert und ausgelaugt. Tröstlich ist aber zu wissen: Je älter die Kinder werden, desto leichter wird der Alltag. Die Eltern lernen dann zu schätzen, dass sie nicht Alleinunterhalter sein müssen: Ihre Kinder sind zu zweit ins Spiel versunken, brabbeln sich gegenseitig etwas vor und machen eine Erfahrung, die die meisten Menschen sich wünschen: Immer jemanden in der Nähe zu haben, der einem vertraut und nahe ist.

Damit der Alltag in den ersten Monaten leichter fällt, sind im Folgenden einige Fragen und Probleme aufgelistet, die Zwillingseltern beschäftigen:

Kann man Zwillinge stillen?

Zwillinge können gestillt werden. Genauso wie bei anderen Kindern gibt es manchmal Anfangsprobleme. Wichtig ist, dass die Mutter viel trinkt und Ruhe bekommt. Sie kann die Babys gleichzeitig oder einzeln stillen. Wenn beide Kinder zur gleichen Zeit hungrig sind, spart dies natürlich Zeit. Haben die Kinder jedoch unterschiedliche Rhythmen, so sollte man sich darauf einstellen.

Zwillingsmütter brauchen sich keine Sorgen machen, ob die Milch für zwei Kinder reicht. Denn durch die beiden Babys wird ein stärkerer Saugreiz auf die Brustwarzen ausgeübt und auch mehr Milch produziert. Je häufiger die Kinder angelegt werden, desto mehr Milch wird produziert.

Viele Zwillingsmütter fühlen sich nach der Geburt überfordert und unsicher. Deshalb sollten Sie sich eine Hebamme suchen, die Ihnen nach der Geburt auch zu Hause helfen kann. Bei Zwillingsgeburten zahlt die Krankenkasse meist, wenn auf ärztliche Verordnung die Hebamme auch über einen längeren Zeitraum zu Ihnen nach Hause kommt. Hilfreich ist auch eine Stillgruppe, wo Sie sich mit anderen über Probleme und Unsicherheiten austauschen können.

Wie beiden Kinder gerecht werden?

Zwillinge bedeuten doppelte Arbeit: Jedes Kind muss täglich ungefähr zehn Mal gewickelt werden. Und mindestens ebenso oft gefüttert und beruhigt. Versuchen Sie gar nicht erst, die Kinder gleich zu behandeln. Es geht nicht. Eines wird immer schreien, während Sie das andere füttern oder wickeln. Die Babys lernen aber schnell zu warten, bis sie an der Reihe sind. Positiver Nebeneffekt: Weil sie zu zweit sind, lernen sie auch früher, selbstständig zu werden.

Eltern sollten auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich morgens nicht mehr erinnern, welches Kind sie wie oft in der Nacht gestillt haben. Es kann hilfreich sein, sich für jedes Kind ein Heft anzulegen, in dem man Entwicklungsfortschritte und Krankheiten notiert. Denn Mehrlinge werden selten gleich groß und gleich schwer geboren. Und sie entwickeln sich unterschiedlich. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Widmen Sie sich ruhig mal nur einem Baby, während das andere von Ihrem Partner oder einer Freundin versorgt wird. Gehen Sie zum Beispiel alleine mit ihm spazieren. Es wird diese Zeit genießen, sich dann aber auch wieder nach dem anderen Zwilling zurücksehnen.

Das hilft gegen doppelten Stress

Ganz wichtig für Zwillingsmütter: Nehmen Sie Hilfe an. Am besten Sie überlegen sich schon während der Schwangerschaft, wer Ihnen zu Seite stehen könnte. Bei Zwillingsschwangerschaften wird nach der Geburt manchmal von der Krankenkasse eine Haushaltshilfe gezahlt Nehmen Sie auch die Möglichkeit wahr, Ihre Hebamme zu Hausbesuchen kommen zu lassen.

Lassen Sie die Zwillinge auch mal bei der Großmutter oder Freunden. Und spannen Sie den Vater ein! Nach der Geburt der Zwillinge sollte er sich in jedem Fall Urlaub nehmen. Vielleicht nicht gleich in der ersten Woche, wenn die Kinder noch viel schlafen. Reservieren Sie auch mal etwas Zeit für sich. Selbst wenn Sie das Haus dann gar nicht verlassen, Ihr Mann ist nun zuständig, während Sie neue Kräfte sammeln.

Fragen Sie auch Verwandte und Freunde, ob sie Sie unterstützen. Überlegen Sie sich, wie diese mit kleinen Gefallen Ihnen schon helfen. Lassen Sie sich beispielsweise anstelle des zigsten Mobiles, das den Kindern geschenkt wird, lieber mal ein leckeres Essen zubereiten!

Auch wenn sie hin und wieder nicht ein noch aus wissen, entwickeln viele Zwillingsmütter schnell Gelassenheit. Sie lernen, sich zu organisieren und ihre Zeit optimal zu nutzen. Wichtig dafür ist, dass Sie sich von Perfektionismus frei machen. Reduzieren Sie zum Beispiel das Bügeln auf ein Mindestmaß. Zwei kleinen Kindern ständig gerecht zu werden, ist unmöglich. Manchmal hilft nichts anderes, als sie einfach schreien zu lassen.

Praktische Tipps von Zwillingseltern

  • Denken Sie daran, Ihren Haushalt rechtzeitig auf Sicherheit zu überprüfen. Schon bald beginnen die Kinder ihre Umwelt zu erkunden, und zwei kann man dabei schwerer im Auge behalten als eines. Frühzeitig deshalb Steckdosen, Treppengeländer und Herdplatten absichern.
  • Schlafmangel ist für Zwillingseltern eines der größten Probleme: Zwei Kinder müssen erst lernen, in einen Rhythmus von Tag und Nacht zu kommen. Viele Zwillingseltern machen die Erfahrung, dass ihre Kinder unruhiger schlafen, wenn sie getrennt sind. Allerdings sollte man sie natürlich lieber auseinander nehmen, wenn ein Störenfried den anderen um den Schlaf bringt. Wichtig ist aber auch, nicht bei jedem kleinsten Geräusch hinzurennen, denn dadurch weckt man die Kinder oft erst richtig.
  • Ein weiterer wichtiger Tipp von Zwillingseltern: Messen Sie Ihre Haus- und Wohnungstür ab, bevor Sie einen Kinderwagen kaufen. Der Ärger ist groß, wenn er nicht durch den Eingang passt!

Nichts ist mehr wie früher!

Am besten, Sie stellen sich darauf ein: Die Beziehung zu Ihrem Partner wird sich ändern. Genauso wie bei Einzelkindern ist es deshalb wichtig, dass Sie sich auch mal Zeit zu zweit gönnen. Ihr Mann sollte sich unbedingt am Haushalt und an der Betreuung der Kinder beteiligen, sonst fühlen Sie sich irgendwann vollkommen erschöpft und überfordert.

Wie andere junge Eltern auch, bekommen Zwillingseltern zu spüren, dass sich Freunde und Bekannte zurückziehen. Aber gerade jetzt sind sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Es kann deshalb eine große Hilfe sein, mit anderen Zwillingseltern Kontakt aufzunehmen. Dass Zwillingseltern sich gerne solidarisieren und gegenseitig unterstützen, zeigen die hohen Besucherzahlen des Zwillingsforumsbei Eltern.de. Dort gibt es einen regen Austausch über den Alltag mit den Zwillingen!