Krabbeln
 
Auf die Knie, fertig, los!

Rollen, rutschen, krabbeln: Hauptsache vorwärtskommen! Das scheint das Motto aller Babys zu sein, die auf Entdeckungstour in der Wohnung gehen wollen. Es ist faszinierend anzusehen, mit welcher Energie und Phantasie Babys die schwierige Aufgabe angehen, sich fortzubewegen.

Baby krabbelt
iStock, Andy445

Mit zehn Monaten beginnen Kinder in der Regel zu krabbeln - ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung: Das Krabbeln auf unebenem Grund schult nämlich die Motorik, trainiert die Gelenke und Muskeln. Vorformen der Fortbewegung, wie etwa das Robben auf dem Bauch, sind überwunden.

Nicht alle Kinder lernen krabbeln

Zehn Prozent der Babys krabbeln nicht. Noch vor ein paar Jahren waren Experten davon überzeugt, dass Krabbeln zur gesunden, normalen Entwicklung einfach dazugehört. Heute weiß man, auch wenn ein Kind nicht krabbelt, ist alles in Ordnung, solange das Baby aktiv ist. Denn Kriechen und Krabbeln sind keine notwendigen Durchgangsformen zum Laufenlernen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein Kind mit 12 Monaten immer noch nicht krabbeln will, die Eltern dann aber plötzlich stehend überrascht. Diese Babys ziehen es vor, zu beobachten, wie die Erwachsenen laufen und sich fortbewegen. Durch dieses "mentale Training" verinnerlichen sie sozusagen den Bewegungsablauf und werden allein dadurch fit für den ersten Schritt. Wenn es dann soweit ist, stehen sie einfach auf und laufen.

So krabbeln Babys

Weiterlesen

In der Wohnung ist nun nichts mehr sicher!

Es gibt nichts Besseres, als die Schublade in der Küche zu durchstöbern

Krabbelkinder greifen nach allem, was sich bewegt, schön farbenfroh leuchtet oder lockt. Aus der Perspektive der Erwachsenen sieht alles sehr harmlos aus. Für Babys dagegen haben Töpfe, Treppen, Pflanzen, Steckdosen oder der Schlitz eines DVD-Players eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Es gibt nichts Besseres, als die Schublade in der Küche zu durchstöbern und auszuräumen. Doch auch nichts Gefährlicheres! Die Küche ist Gefahrenquelle Nr.1, neben Wohnzimmer und Bad. Besonders Treppen und Stufen stellen für Kleinkinder im Krabbelalter ein großes Unfallrisiko dar. Durch das überproportionale Größenverhältnis zum Körper ist bei Verletzungen vor allem der Kopf betroffen.

Die Wohnung lieber krabbelsicher machen

  • Versuche deshalb, Deinem Kind das Krabbeln so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten. Ein Baby in einem weichen Strampelanzug auf einem dicken Flickenteppich wird freudig und ohne Blessuren oder Abschürfungen krabbeln.
  • Eine verdeckte Steckdose, unerreichbar verstautes Besteck und sicher plazierte Töpfe machen die Entdeckungstouren Deines Kleinen sicher.
  • Räume ruhig die Küche etwas um, verstaue in den untersten Schubladen Plastikgeschirr, Holzbretter und weitere Dinge, die Dein Kind problemlos ausräumen kann. Kinder mögen es sehr, Erwachsene bei ihrer alltäglichen Tätigkeit nachzuahmen.
  • Besonders vorsichtig solltest Du bei vielen Zimmerpflanzen sein. Kinder lieben es, neugierig alles in den Mund zu nehmen. Doch viele Topfpflanzen sind giftig. Also weg mit dem Gummibaum, der auf dem Boden steht. Stelle ihn lieber auf das für das Kind unerreichbare Fensterbrett.